zur Navigation springen
Husumer Nachrichten

22. August 2017 | 13:28 Uhr

Komasaufen: Schüler bekennen Farbe

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Mehr als ein Drittel aller Schüler geben sich einer Studie zufolge regelmäßig die Kante: Rauschtrinken ist ein gesellschaftliches Problem. Allein in Nordfriesland wurden vergangenes Jahr 41 junge Leute mit einer Alkoholvergiftung ins Krankenhaus eingeliefert – darunter neun Kinder im Alter zwischen zehn und 15 Jahren. „Das ist ganz schrecklich“, findet die Leiterin des DAK-Servicezentrums in Husum, Simone Hansen-Zobel. Dazu, dass der Trend in Nordfriesland rückläufig bleibt, soll auch der Plakatwettbewerb „Bunt statt blau“ beitragen, den die Krankenkasse gemeinsam mit dem Kreisgesundheitsamt veranstaltet. „Es ist beeindruckend, wie kreativ und plakativ die Jugendlichen beim Thema Alkoholmissbrauch selbst Farbe bekennen“, so Hansen-Zobel.

Bundesweit hatten sich 17 000 Schüler beteiligt. Fünf Nordfriesinnen wurden im Kreishaus vom Schirmherrn, Landrat Dieter Harrsen, für ihre kreativen Kunstwerke gegen das Komasaufen ausgezeichnet. Eröffnet wurde damit auch die bundesweite Wanderausstellung zum Thema „Bunt statt blau“.

In der Kategorie „Jüngste Künstler“ holten Joleen Knop und Luna Nötzel von der Gemeinschaftsschule Leck den Landessieg für Schleswig-Holstein. Ihre Botschaft: „Man braucht keinen Alkohol, um Spaß zu haben.“ Harrsen überreichte ihnen einen Scheck über 50 Euro und einen Präsentkorb für die gesamte Klasse, die sich mit ihrer Lehrerin Fadla Abdallah ebenfalls an dem Wettbewerb beteiligt hatte.

Von der Gemeinschaftsschule Husum Nord waren die Wettbewerbsteilnehmer Desirée Klauke, Eileen Büthe und Merlene Michalek mit ihrem Lehrer Helmut Stümke und Schulleiter Dieter Boe zur Eröffnung der Ausstellung gekommen. In Anwesenheit des Vorjahres-Landessiegers Arvid Hutzfeld vom Hermann-Tast-Gymnasium in Husum – er wurde begleitet von Kunstlehrerin Sabine Jung und Schulleiter Walter Fedders – erhielten sie einen Trostpreis.

„Noch immer landen viel zu viele junge Menschen wegen Komasaufen in der Klinik“, sagte Landrat Harrsen. Auch in Nordfriesland sei die Dunkelziffer hoch. Umso mehr freute er sich über die starken Botschaften der Plakate. Er dankte den Schülern, die sich schöpferisch und konstruktiv des Themas annahmen, aber auch ihren engagierten Lehrern. In der Gesellschaft habe bereits ein Umdenken eingesetzt, an der Jugend sei es, das Thema weiterzutragen und voranzugehen: „Machen Sie weiter so!“, ermunterte er.

Dr. Antje Petersen schilderte eindrucksvoll die Gefahren regelmäßiger „Druckbetankung“. Die Leiterin des Fachdienstes Gesundheit möchte durch ihr Engagement dazu beitragen, dass Kinder und Jugendliche „den Weg in eine Zukunft nehmen, in der Alkohol nicht das Leben beherrscht“. Für viele reiche die einmalige Erfahrung, für manche sei Komasaufen leider jedes Wochenende an der Tagesordung.


Die Wanderausstellung mit den besten bundesweiten Plakaten ist heute (19.) noch im Husumer Kreishaus zu sehen. Vom 23. bis zum 26. September wird sie im Gesundheitsamt Husum, Damm 8, gezeigt. Die sehenswerten Plakete sind ohne Anmeldung jeweils von 8 bis 12 und von 14 bis 16 Uhr zu sehen. Ende des Jahres startet der Wettbewerb für 2014. www.dak-buntstattblau.de.




zur Startseite

von
erstellt am 21.Sep.2013 | 21:11 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen