Infoabend über Stromautobahn : Koldenbüttel kennt jetzt die Trasse

Grundeigentümer werden einmalig mit 5000 Euro je Mast-Standort entschädigt.
Grundeigentümer werden einmalig mit 5000 Euro je Mast-Standort entschädigt.

Die Infoveranstaltung der Tennet in Koldenbüttel über die 380-KV-Höchstspannungs-Leitung fand großes Interesse. 2018 soll die Stromleitung im Gemeindebereich bereits fertig sein, teilte der Projektplaner mit.

shz.de von
04. Juni 2014, 17:00 Uhr

„Mitbestimmen, wo es langgeht“ – das war der Gedanke, den Koldenbüttels Gemeinde-Chef Detlef Honnens von Anfang an hegte. Denn die geplante 380-KV-Höchstspannungs-Leitung findet nicht nur Fürsprecher. Vor der Haustür möchte sie niemand haben. Die Koldenbütteler Fachleute Sascha Heinrich und Ludger Schmiegelt hatten die Bürger auf vorangegangenen Sitzungen informiert. Honnens hatte eine Planungsvereinbarung mit der Tennet unterschrieben (wir berichteten).

Gesamtprojektleiter Dr. Bernd Brühöfner von der Tennet stellte nun den Bürgern die Pläne vor. „Wir zeigen die Wunschtrasse der Gemeinde Koldenbüttel, die im Vorfeld in der Gemeinde fachkundig erarbeitet wurde. Wir haben das geprüft. Wir springen mit der Trasse von Winkelmast zu Winkelmast.“ Damit verläuft die Trasse nicht parallel zur geradlinigen 110 KV-Leitung. „Wir folgen dem Bündelungsprinzip sehr frei – das heißt, dem 110-KV-Leitungsverlauf. Wir beanspruchen dadurch kein neues Land. In Koldenbüttel und Friedrichstadt werden wir die enge Anbindung an die 110-KV-Leitung mit Zustimmung der Grundeigentümer verlassen. Wir müssen die Leitung gerichtsfest machen. Dieser Leitungsverlauf stellt das Optimum für die Gemeinde dar.“ Auf Kritik hinsichtlich erster Kontakte mit Grundeigentümern entgegnete Dr. Brühöfner: „Den Ausdruck Drückerkolonne teilen wir nicht. Wir sind ein staatliches niederländisches Unternehmen, so etwas haben wir nicht nötig.“

Der Gesamtprojektleiter stellte dann den weiteren Zeitplan vor. Im dritten Quartal sollen die Planfeststellungsunterlagen eingereicht werden, und im zweiten Quartal 2015 folgt dann die Öffentlichkeitsbeteiligung. Bürgermeister Honnens signalisierte: „Ich stehe für Gespräche jederzeit zur Verfügung.“ Der Abschnitt 3 der 380-KV-Leitung – und der betrifft Koldenbüttel – soll laut Dr. Brühöfner 2018 in Betrieb genommen werden. „Nicht überall ist der 200-Meter-Abstand machbar – aber trotzdem genehmigungsfähig.“ Der Projektleiter weiter: „Ich rechne damit, dass die 110-KV-Leitung innerhalb von zwei Jahren zurückgebaut wird. Den Rückbau veranlassen wir.“

Die Projektsachbearbeiterin Liegenschaften, Franziska Wick, nannte Entschädigungs-Summen: „3,10 Euro beträgt der Bodenrichtwert für einen Quadratmeter. Davon werden 62 Prozent für eine reine Überspannung gezahlt.“ Für die Mast-Standorte werden 50 Cent pro Quadratmeter mehr gezahlt. Diese Regelung ist mit dem Bauernverband getroffen worden. Auf Nachfrage sagte Franziska Wick: „Bei den Beträgen handelt es sich um eine einmalige Summe.“ Grundbesitzer, auf deren Gelände ein Mast aufgestellt wird, erhalten als Entschädigung für den Standort 5000 Euro, unabhängig von jenen Beträgen, die für eine Geländeüberspannung gezahlt werden. Für eine Wertminderung von Gebäuden, die nahe an der Trasse liegen, gibt es keine Entschädigung. Nach zwei Stunden war Bürgermeister Honnens zufrieden: „Ich bin froh, dass wir den Leitungsverlauf beeinflussen konnten und von den Häusern wegbleiben.“

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