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werbung für Nordfriesland : Königin als Traumjob

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Ende Mai endet ihr besonderes Ehrenamt – und sie wird es vermissen: Doch bis dahin genießt die 24-jährige Melanie Harrsen die Auftritte als nordfriesische Lammkönigin.

Mit Melanie Harrsen am Deich. Krone und Kleid hat die 24-Jährige in ihrer Wohnung in Bredstedt gelassen – dort liegt alles parat für den nächsten Termin, den sie als Lammkönigin hat. Nun ist sie im Freizeitlook auf der Suche nach einem zahmen Lamm für unser Foto.

Die kleinen Tiere springen quicklebendig am Deich umher, andere dösen in der Sonne, immer im Blick von den Mutterschafen. Ein Lamm schläft tief und fest, merkt vom Heranpirschen der Königin nichts und findet sich plötzlich in ihren Armen wieder. Streicheleinheiten und gute Worte sorgen dafür, das es ruhig bleibt.

Melanie Harrsen hat keine Berührungsängste, soviel ist nach der Lammgreif-Aktion klar. Ist ja auch kein Wunder, denn schließlich wurde sie mit Schafen auf der Insel Pellworm groß. Ihre Eltern wohnen dort und sind immer noch mächtig stolz auf die Tochter, die für Nordfriesland und die wolligen Deichbewohner als Lammkönigin wirbt. Am 24. Mai wird Melanie Harrsen allerdings die Krone während des Lämmerballs in Niebüll an ihre Nachfolgerin abgeben müssen – die Amtszeit ist nach einem Jahr offiziell beendet. Wenn die junge Nordfriesin darüber nachdenkt, klingt ein wenig Wehmut mit. „Ich könnte gut noch ein bisschen weitermachen.“

Ihre Erlebnisse mag sie auf keinen Fall missen. Unzählige Termine, davon die meisten zwischen Mai und Juli, hat die scheidende Lammkönigin wahrgenommen – und dabei viele Menschen und Orte kennengelernt. Besonders in Erinnerung geblieben ist ihr ein Termin in Tönning, wo sie beim Multimar-Wattforum unter den Blicken der Besucher ein Schaf mit einer alten Klippschere und Muskelkraft geschoren hat. Um dabei ihr schönes Kleid zu schützen, war sie kurzerhand in eine blaue Mülltüte geschlüpft, obenherum wärmte sie eine geliehene Jacke. Ein rosa Aufkleber an ihrem blauen Auto beweist, dass ihr Humor auch für sie selbst gilt: „Tussi on Tour“ ist darauf zu lesen.

Zu ihren Terminen war Melanie Harrsen entweder allein unterwegs oder wurde von ihren Eltern und ihrem Freund Michael begleitet. „Ich habe das immer sehr genossen, wenn sie mit dabei waren.“ Anfangs stand ihr Vorgängerin Famke Rickerts zur Seite, Tipps für die ersten Auftritte gaben auch Kerrin Carstensen und Claudia Hansen vom Förderverein „Nordfriesische Lammtage“.

Mit dem ehemaligen Kreispräsidenten Nordfrieslands, Albert Pahl, war sie genauso unterwegs, wie mit dessen Nachfolger Heinz Maurus. In Berlin zur „Grünen Woche“ trank sie mit Schleswig-Holsteins Ex-Ministerpräsidenten Peter Harry Carstensen ein Bier, und im Kieler Landtag schüttelte sie dann dem neuen Landesvater Torsten Albig die Hand.

Melanie Harrsen arbeitet als Hotelfachfrau und Servicekraft im Bredstedter Café „Frida“. „Einige Gäste kamen sogar zu mir und wollten ein Autogramm.“ Dass sie viele Termine auch während der Arbeitszeit wahrnehmen musste, war für ihre Chefin in Ordnung. „Lammkönigin zu sein, ist eine spannende Erfahrung“, betont die Nordfriesin, die ihre letzten Auftritte noch voll und ganz genießt. An ihrer Abschiedsrede op Plattdüütsch für den Lämmerball feilt sie aber bereits.

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