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„Das perfekte Dinner“ : Kochen, wenn draußen der Sturm tobt

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Die TV-Sendung „Das perfekte Dinner“ spielt diese Woche in Nordfriesland. Gedreht wurde auch während des Sturmtiefs „Sebastian“.

shz.de von
erstellt am 10.Nov.2017 | 08:00 Uhr

Nordfriesen haben ruhige Gemüter, sie reden nicht viel. Sie essen Fleisch und Fisch, trinken Korn. Das nordfriesische Wetter ist regnerisch und stürmisch: Wie die Menschen an der norddeutschen Westküste so ticken, mit dieser Frage befasst sich der Moderator der TV-Sendung „Das perfekte Dinner“ sehr intensiv in dieser Woche und lässt dabei kein Klischee aus. Er hatte es auch leicht: die Dreharbeiten während des Sturmtiefs Sebastian lieferten ihm zahlreiche Vorlagen. Von Montag bis Freitag bereiten Hobbyköche von Föhr, Klintum, Nordstrand, Breklum und Hooge Gerichte zu. Birgit Kühlmann-Seiler von Nordstrand kochte am Mittwochabend ab 19 Uhr bei VOX.

Birgit (62) ist Nordfriesin. Und wie die Stimme aus dem Off feststellt: „Das Wetter bemüht sich weiter, alle nordfriesischen Klischees mehr als zu erfüllen.“ Da fehlt nur noch eins: Nebel. Dafür sorgt Birgits Aperitif „Windböe“. Dieser ist auch alkoholfrei. Na ja, fast. Ein kleiner Schuss Curacao-Blue-Likör ist enthalten. Bei den Hobbyköchen, die vorher kochten, ging es härter zu: Da gab es immerhin Pharisäer und Tote Tante.

Zurück zu Sturm Sebastian, der während der Dreharbeiten über Nordstrand fegte. „Vermutlich ist es die erste Dinner-Folge, während derer im Garten der Gastgeberin ein Baum fällt“, stellt der Moderator fest, als Birgits Zwetschgen-Baum zu Boden geht. Es ist wohl doch ein wenig stürmisch – das müssen auch die Nordfriesen zugeben. „Wenn andere denken, es ist Sturm, dann finden wir es eigentlich ein laues Lüftchen. Aber das ist schon heftig“, gesteht auch Föhrerin Birte.

Gastgeberin Birgit beschreibt die Region und Mentalität in ihren Worten: „Für mich macht der hohe Norden die Weite, die Klarheit und das Direkte aus. Ich brauche schon so ein bisschen dieses Robuste.“ Man müsse das Zeug für die Herbheit Nordfrieslands haben – es sei nichts für Sonnendeck-Fans, erkennt der Moderator, während draußen Sebastian den Garten zerlegt.

Weitere Voxsche Besonderheiten der hiesigen Region: Teilnehmerin Iris (57) aus Klintum bei Leck schließt Haustür und Auto nicht ab. Sie lässt die Forelle beim Nachbarn räuchern, und auch das Krabbenpulen fehlt bei ihrer Menü-Vorbereitung nicht. Ihre Gäste kommen anstatt in Mantel in Regenjacke.

Auch die Teilnehmer selbst kommen (angeheizt vom Fernsehsender?) ins Philosophieren, was den nun wirklich nordfriesisch ist: „Ein echter Nordfriese ist der, der hier geboren ist. Ich habe nichts gegen Leute, die sich entschieden haben, nach Nordfriesland zu ziehen. Aber ansonsten ist ein echter Nordfriese, der hier seine Wurzeln hat oder hatte“, stellt Birgit klar. „Nordstrander sind ja auch eine Sippe für sich“, bemerkt der Breklumer Carsten (34) daraufhin. Generell seien die Autofahrer der Region entschleunigter, will Iris beobachtet haben.

Wunderbar ist, dass alle alles essen, erkennen die Teilnehmer schon früh. Es gibt keine Veganer oder Vegetarier. Nichts geht über ein richtig gutes Steak – natürlich vom Galloway-Rind oder Hack vom Lamm.

Ein nordfriesisches Klischee können die Laien-Fernsehköche aber nicht erfüllen: Die fünf Teilnehmer sind gesprächig und offen, plaudern und witzeln viel. Nur wenn das Essen aufgetischt ist, verfallen sie ins gewohnte Schweigen.

Gestern Abend tischte Breklumer Carsten groß auf. Ein letztes Mal sind die fünf Nordfriesen heute Abend um 19 Uhr auf VOX zu sehen. Dann begrüßt Thorsten die anderen Teilnehmer auf Hallig Hooge und es wird endgültig ermittelt, wer das perfekte nordfriesische Dinner kochen kann.








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