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17. Husumer Krabbentage : Kochen, pulen, bummeln gehen

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Ein Fest zur Feier der Krabbe mit verkaufsoffenem Sonntag: Am Wochenende drehte sich an Hafen und Markt der Storm-Stadt alles um das Schalentier. Nur das Wetter wollte dieses Mal nicht so richtig mitspielen.

shz.de von
erstellt am 20.Okt.2014 | 08:00 Uhr

„Ich komm’ direkt aus Husum, der grauen Stadt am Meer“, sang der Shantychor zur Eröffnung der 17. Husumer Krabbentage am Sonnabendvormittag. Doch auch mancher, der das nicht von sich behaupten konnte, besuchte am Wochenende die Storm-Stadt, um sich diese Veranstaltung nicht entgehen zu lassen. Eine bunte, kulinarisch reich bestückte Meile mit einem vielfältigen Angebot an Köstlichkeiten mit und ohne Krabben zog sich am Hafen entlang bis zur Schiffbrücke, wo auf der Bühne immer wieder Showkochen stattfanden, während ein paar hundert Meter weiter auf dem Marktplatz Kunsthandwerker ihre Produkte zum Verkauf anboten.

Moderiert wurde das Event vom Küchenchef der Krabbentage, Steffen Rehfeldt, zusammen mit NDR-Discjockey Michael Wittig und dem Vorsitzenden des Köchevereins Westküste, Klaus Carstensen. Mit viel norddeutschem Humor fesselte das Gespann trotz einiger Regenschauer die Besucher vor der Bühne an das Eröffnungs-Spektakel, das – wie könnte es anders sein – seine Fortsetzung gleich in der Zubereitung des ersten Krabbengerichts fand. Die Vorspeise Birnen, Bohnen und Krabben wurde von Küchenmeister Rehfeldt, dem Präsidenten der Industrie- und Handelskammer zu Flensburg, Uwe Möser, und Husums stellvertretendem Bürgermeister Horst Bauer zubereitet und anschließend an das Publikum verteilt.

Nachmittäglicher Höhepunkt des ersten Tages war der Azubi-Kochwettbewerb für Nachwuchsköche aus der Region, ausgerichtet vom Köcheverein Westküste. Die gestrenge Jury bewertete die Gerichte von Martin Marcussen (Roter Haubarg, Witzwort), Andreas Wesemann (Husums Brauhaus) und Timon Pauls (Handwerkerhaus/Theodor-Schäfer-Bildungswerk) nach Kreativität, Regionalität, Geschmack und Präsentation. Überzeugen konnte am Ende der Schweine–Krabben-Burger von Marcussen mit einem Punkt Vorsprung vor dem Krabbenravioli von Pauls. „Ich war überrascht“, so der 30-jährige Sieger glücklich, „ich dachte, dass die Krabbenravioli geschmacklich stärker seien.“ Gewinner waren sie allerdings alle drei, hatten sie sich doch schon gegen harte Konkurrenz durchsetzen müssen, um sich für die Endausscheidung auf der Bühne zu qualifizieren. Mit dem Kartoffel-Kürbis-Rösti mit Krabben, das von Krokusblütenkönigin Laura Kratochvil angerichtet wurde, fand der erste Teil der Husumer Krabbentage einen würdigen Abschluss.

Der Sonntag begann mit viel Regen – und dem Verkauf von Porrenkooken mit Krabben und Kräuterschmand, einer Kreation von Klaus Carstensen. Der Erlös kommt dem Köcheverein Westküste zugute. Zuflucht vor Wind und Wetter gab es ab 12 Uhr in den Geschäften der Innenstadt, die ihre Tore zum letzten verkaufsoffenen Sonntag in diesem Jahr geöffnet hatten. Der Krabbenpulwettbewerb zog zahlreiche Teilnehmer mit flinken Händen auf die Showbühne. Höhepunkt des zweiten Tages war das Showkochen mit NDR-Fernsehgärtner John Langley, bei dem ein Pot au feu mit Krabben und Nordseequeller zubereitet wurde. Die salzige Pflanze, im Volksmund auch Friesenkraut genannt, rundete das Gericht mit Gemüse, Nudeln, Nordseekrabben und Miesmuscheln gekonnt ab. „Der Trend geht immer mehr zur regionalen Küche. Aber um sie besser zu vermitteln, brauchen wir Veranstaltungen wie die Krabbentage“, sagte der Gärtner, der in jungen Jahren sogar Ambitionen hatte, einmal Chefkoch zu werden. „Die Köche hier sind daher wie Kollegen für mich“, so der gebürtige Hamburger.

Auch die Besucher genossen die Veranstaltung in vollen Zügen. „Dieses Fest ist eine schöne Tradition“, sagten Irina Rehberg (48) und Claudia Klenke (45) aus Bremen, die sich extra das Wochenende frei genommen hatten, um die Husumer Krabbentage zu besuchen – wie jedes Jahr. Hartmut Albrecht aus Bad Oldesloe dagegen war zum ersten Mal dabei – und „hellauf begeistert“. „Die Krabbentage, die mit ihren 17 Jahren ja nun auch schon auf dem Weg des Erwachsenwerdens sind, haben sich zur kleinen Schwester der Hafentage entwickelt“, zog Husums stellvertretender Bürgermeister Horst Bauer Bilanz und lobte: „Es ist schön, dass solche Veranstaltungen bei uns so professionell durchgeführt werden.“

 

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