Erfolgreicher Turnierstart : Knapper Sieg für Not gegen Elend

Der wird sitzen: Deutschland-Vertreterin Dana Ruhnke bei ihrem einzigen erfolgreichen Torschuss – aber der reicht zum Sieg.
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Der wird sitzen: Deutschland-Vertreterin Dana Ruhnke bei ihrem einzigen erfolgreichen Torschuss – aber der reicht zum Sieg.

Heute wird es ernst: Deutschland steigt gegen Portugal in die Fußballweltmeisterschaft ein. Die Husumer Nachrichten haben das Spiel schon einmal simuliert. Am Ende hieß es 1:0 für Deutschland. Schön, wenn das deutsche Team heute Abend nachziehen könnte.

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16. Juni 2014, 13:00 Uhr

Schiedsrichter? Linienrichter? Torlinientechnik? Der Buhmann war schnell gefunden – es war der Rasen. Einfach zu lang. Dabei hätte es schon ein einfacher Rasenmäher getan. So gaben letztlich die miserablen Platzverhältnisse den Ausschlag – und Portugal musste sich mit 0:1 gegen Deutschland geschlagen geben. Ein knapper Sieg – zwar mit Möglichkeiten auf beiden Seiten, aber bedingt durch die bessere Chancenausbeute nicht unverdient.

Kurz vor dem Anpfiff auf dem Gelände der Ferdinand-Tönnies-Schule. Portugal in Person von Dieter Schleger, der lebenden Legende der Husumer Sportvereinigung, überlässt Deutschland – nach erfolgreichem Münzenwurf – den Vortritt: „Mach’ Du mal“, fordert er Dana Ruhnke auf. Die Volontärin der Husumer Nachrichten streift sich das grüne Trikot mit dem Bundesadler über. „Sieht gut aus“, sagt „Herr Schleger“, der fortan nur „Dieter“ genannt werden möchte. „Das ist im Sport so“, belehrt der Wahl-Portugiese, der seiner Gegnerin mit legeren blauen Segelschuhen, Schirmmütze und Siegerlächeln gegenübertritt. Es ist angerichtet.

Torwandschießen. Fünf unten, fünf oben. Diskutiert wird nicht. Schließlich stehen Profis auf dem Platz. „Das Gras ist zu hoch“, moniert Dana Ruhnke, als sie den Ball in das wuchernde Grün zu legen versucht und er nicht in der vorgesehenen Lage verweilt. Dieters Taktik zeigt sich von Beginn an: locker bleiben.

Anpfiff. Deutschland beginnt nervös. Die Kugel rauscht Richtung Torwand. Nicht die Geschwindigkeit des Balls ist zu vernehmen – es sind die Grashalme, die sich unüberhörbar dem Leder entgegenwerfen. Der dritte Schuss sitzt aber. Dana reißt die Hände in die Höhe. Die verdiente Führung. Logisch, denn Portugal hatte bis dahin weder eine nennenswerte Chance noch die Möglichkeit, überhaupt aufs Tor zu schießen. Die Chance zum Ausgleich folgt auf dem Fuße: Beim dritten Anlauf stimmen Schusstechnik und Richtung – allerdings verwehren die langen Grashalme ein vollständiges Übertreten des Balls über die Torlinie – das Leder verhungert förmlich.

Halbzeit zwei: Dana ist jetzt vor dem Tor konsequenter und zielt fünf Mal daneben. Dieter hat ebenso viele Möglichkeiten, um auszugleichen, zu gewinnen – oder schlichtweg nicht zu treffen. Er entscheidet sich für letztere Alternative. Kurz zuvor erschüttert ein Aufschrei des portugiesischen Schützen die Gegnerin bis ins Mark. Der Griff ans Bein. Wadenkrampf? Zerrung? Schleger beißt die Zähne zusammen und ballert das Leder anschließend gegen die Torwand. Doppelchance. „Die Richtung ist gut, aber ich bekomm’ ihn nicht hoch“, analysiert Dieter trocken und fast ein wenig frustriert.

Schlusspfiff: Der Verlierer gratuliert. Ein faire Geste. Dennoch sieht Deutschland von einem freundschaftlichen Trikottausch ab. „Das war mir dann doch ein wenig zu heikel“, sagt Dana Ruhnke mit einem Gewinnerlächeln.


Übrigens: Das „richtige“ Spiel Deutschland gegen Portugal lässt sich heute auch beim Public Viewing im städtischen Kinder- und Jugendforum BISS, Norderstraße 15, verfolgen – Anpfiff ist um 18 Uhr.


Und: Was das HN-Orakel zum Ausgang der zweiten Begegnung der deutschen Elf gegen Ghana sagt, ist an dieser Stelle am entsprechenden Spieltag nachzulesen – am Sonnabend, 21. Juni.

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