Kurz vor dem Beben abgereist : Knapp der Katastrophe in Nepal entkommen

In die abgelegenen Regionen drangen die Hilfskräfte erst Tage nach dem Beben vor.
In die abgelegenen Regionen drangen die Hilfskräfte erst Tage nach dem Beben vor.

Gesche Stumme-Petersen aus Schwesing war kurz vor dem Beben in Nepal auf Trekkingtour. Nun will sie mit kostenlosen Vorträgen den Menschen auf dem Dach der Welt im Himalaya helfen.

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05. Mai 2015, 16:00 Uhr

Leicht fiel es Gesche Stumme-Petersen aus Schwesing nicht, morgens den Schnee aus den Wanderstiefeln zu schütteln, den Schlafsack von der weißen Pracht zu befreien und sich wieder auf den Weg zu machen. Doch wer, wie die 50-Jährige, den 8163 Meter hohen Manaslu in Nepal umrunden will, der muss einige Strapazen auf sich nehmen, auch wenn man sich selbst als Frostköttel bezeichnet. Kurz vor dem verheerenden Erdbeben hat Gesche Stumme-Petersen das Land wieder verlassen, nachdem sie dort zweieinhalb Wochen täglich bis zu 13 Stunden zu Fuß unterwegs gewesen ist – immerhin musste dabei auch ein 5200 Meter hoher Pass überquert werden.

„Gerade noch einmal davongekommen“, sagt sie, denn die Erde in dem Himalaya-Staat hätte auch eine Woche früher beben können. Ihre Gedanken sind daher bei den Menschen, die schrecklich leiden. Viele hat sie kennengelernt bei der Extrem-Trekkingtour rund um den Achttausender. „Beim Wandern kommt man mit den Bewohnern ins Gespräch, auch hat unsere fünfköpfige Trekkinggruppe und die zwei Führer bei Einheimischen Nacht-Quartier gemacht“, berichtet Gesche Stumme-Petersen. Dabei seien immer wieder Gespräche mit „Händen und Füßen“ geführt worden. „Die Menschen sind freundlich und offen, reserviert offen“, sagt sie. Angenehm ist ihr aufgefallen, dass die Nepalesen, die sie getroffen hat, niemals gebettelt haben, obwohl es eines der ärmsten Länder der Welt ist.

Kaum zurückgekehrt in Schwesing, bebte in Nepal die Erde. Über ihren kleinen Reiseveranstalter in Bayern, der die Spezialtouren organisiert, bekam sie Kontakt zu dem Arzt Mathias Baumann, der Mitglied des Vereins Himalayan Project in Biberach ist. Schon vor einem Jahr, als es in Nepal zu einem furchtbaren Lawinenunglück gekommen ist, war Baumann nach Asien gereist, um Hilfe zu leisten. Auch jetzt befindet er sich wieder in dem kleinen Land auf dem Dach der Welt.

Per E-Mail steht Gesche Stumme-Petersen mit ihm in Kontakt und erfährt so, woran es am meisten fehlt. „Immer wieder schreibt er, dass die Menschen einfach sterben, weil es an Hubschraubern und ausreichender medizinischer Versorgung fehlt“, berichtet die Schwesingerin.

„Die Trekkingtour rund um den Berg hat mir so viel gebracht, ich möchte etwas zurückgeben“, sagt die Physiotherapeutin und will mit den ihr zur Verfügung stehenden Mitteln helfen. „Ich kann sofort einen Vortrag mit vielen Bildern aus der Bergregion Nepals halten, so wie es dort kurz vor dem Beben ausgesehen hat. Zudem kann ich von meinen Begegnungen mit den Einheimischen berichten, einen persönlichen Reisebericht abgeben“, sagt Gesche Stumme-Petersen. Dafür verlangt sie kein Geld, sondern die Zuhörer sollten für die Nepalhilfe des Vereins aus Biberach spenden, damit von dem Geld die vom Arzt Mathias Baumann benötigen Dinge beschafft werden können. Wer kurzfristig einen Nepal-Vortrag organisieren will und so etwas für die Menschen im Himalaya tun möchte, der kann sich an Gesche Stumme-Petersen, Schwesing, Alte Hauptstraße, Telefon 04841/1301 wenden. „Ich bin immer zur vollen Stunde erreichbar, Termine lassen sich kurzfristig absprechen“, sagt die Trekking-Liebhaberin. Vor ihrer Nepaltour hat sie auch schon zu Fuß Venezuela und die Wüste Algeriens erkundet. Himalayan Project e.V. Kreissparkasse Biberach IBAN DE456545 0070 0007 0581 89– BIC SBCRDE66 – Kennwort Erdbeben.

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