Feuerwerk-Verbote : Knallharte Vorschriften fürs Silvester-Feuerwerk

So schön Feuerwerk sein kann, so eng sind vor allem in Nordfriesland die Vorschriften zum Abbrennen gefasst.
So schön Feuerwerk sein kann, so eng sind vor allem in Nordfriesland die Vorschriften zum Abbrennen gefasst.

Strenge Verbote rund um Reetdachhäuser und im Nationalpark sowie Empfehlungen zum Schutz aller wild lebenden Tiere.

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30. Dezember 2017, 14:00 Uhr

Nordfriesland ist weitgehend eine feuerwerkfreie Zone – wenn sich alle ans Gesetz halten. Pressestellen des Kreises, der Bundespolizei und des Multimar Wattforums betonen aus ihrem jeweiligen Blickwinkel die Vorschriften. Der Überblick:

  • Knallen in der Nähe von Kirchen, Krankenhäusern, Kinder- und Altenheimen sowie der Einsatz von Sky- oder Himmelslaternen sind grundsätzlich verboten.
  • Auf dem Festland gilt, dass von allen Reetdachhäusern ein Abstand von 200 Metern einzuhalten ist. Das haben alle Amts- und Stadtverwaltungen angeordnet.
  • Einige Gemeinden haben spezielle Verbote. Auf Amrum ist Feuerwerk vollständig untersagt, auf Föhr ist es nur an Stränden und auf Deichen erlaubt. In St. Peter-Ording und auf Sylt darf kein Feuerwerk gezündet werden. Ausnahmen gelten nur für professionelle Feuerwerker, die eine entsprechende Prüfung bestanden haben und einen Erlaubnisschein vorlegen können.
  • Auf Pellworm ist das Knallen im Umkreis von 300 Metern um reetgedeckte Gebäude herum verboten. Auf den Halligen gilt eine Entfernung von 300 Metern vom Warftfuß.
  • Landrat Dieter Harrsen betont: „Böller wie Raketen, Knallfrösche und Kanonenschläge dürfen nicht an unter 18-Jährige abgegeben werden – das gilt auch innerhalb der Familien.“ Immer wieder überließen Ältere den Jüngeren trotz des Verbotes Feuerwerk.
  • Wer Feuerwerkskörper abschießt oder Himmelslaternen aufsteigen lässt, ist für daraus entstehende Schäden verantwortlich. Bei Verstößen gegen Abbrenn-Verbote drohen Geldbußen bis zu 50.000 Euro.
  • Die Bundespolizei warnt ausdrücklich vor im Ausland erworbenem Feuerwerk. Solche Pyrotechnik ist äußerst gefährlich und mit extremen Risiken verbunden. Selbst bei korrekter Anwendung kann die zu lebensbedrohlichen Verletzungen führen.
  • Neben den Gefahren für Leib und Leben kann die Einfuhr nicht zugelassener Feuerwerkskörper mit Geld- oder Freiheitsstrafen geahndet werden.
  • Die Bundespolizei rät, auf das CE-Zeichen mit vierstelliger Zahl zu achten.
  • Hinweise auf Feuerwerk, das diesen Normen nicht entspricht, können jeder Polizeidienststelle oder der Bundespolizei unter der kostenlosen Servicenummer 0800-6888000 gemeldet werden.
  • Für viele Tiere ist das Feuerwerk eine Qual. Darauf macht das Multimar Wattforum in Tönning in einer Mitteilung aufmerksam. Das gelte nicht nur für Haus- und Nutztiere, sondern auch für die tierischen Bewohner des Nationalparks Wattenmeer. Sorge macht den Verantwortlichen dabei der Trend zu immer spektakuläreren Phänomenen wie Licht- und Lasershows oder Aufsehen erregende Geräuscheffekte.
  • Im Nationalpark selbst sind Störungen dieser Art per Nationalparkgesetz (Verbot der Störung wild lebender Tiere) nicht zulässig „Vom Rand des Nationalparks aus kann so etwas jedoch weit in das Gebiet hinein wirken“, gibt die Leiterin des Fachbereiches Schutz und Entwicklungsplanung in der Nationalparkverwaltung, Kirsten Boley-Fleet, zu bedenken. Sowohl das Knallen als auch die Licht- und Blendwirkung lösen bei den Tieren, insbesondere Vögeln, Stress und Fluchtreaktionen aus. Und das in einer Jahreszeit, in der es für sie (über-) lebenswichtig ist, Energie zu sparen und Anstrengungen zu vermeiden.
  • Die Nationalparkverwaltung regt Alternativen zu Böllern und Raketen an. „Weniger Knallwirkung, keine Höhenfeuerwerke, Lichteffekte Richtung Binnenland statt Deich und Wattenmeer – solche Veränderungen bringen Entlastung für die Natur, ohne den Spaß der Menschen am Feiern des Jahreswechsels zu mindern“, so Boley-Fleet.
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