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Nordfriesland : Klinikum wechselt Geschäftsführer aus

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Der Kreistag entscheidet am 23. März über die Zukunft des Klinikums Nordfriesland. Schon im Juni kommt auch ein neuer Geschäftsführer: Christian von der Becke wird Nachfolger von Frank Pietrowski.

Der Kreis Nordfriesland wechselt mitten im Rennen die Pferde. Nur wenige Monate nach der anstehenden Grundsatz-Entscheidung des Kreistages über die Zukunft des finanziell angeschlagenen Klinikums Nordfriesland, die in einer Sondersitzung am 23. März fallen soll, wird auch der Geschäftsführer der gemeinnützigen Gesellschaft ausgetauscht.

Frank Pietrowski verlässt das Unternehmen zum 30. Juni 2016, gab der Kreis Nordfriesland bekannt. Er war fast 20 Jahre lang für die Geschicke der vier Krankenhäuser in Husum, Niebüll, Tönning und Wyk mit zuletzt 429 Betten zuständig. Sein Nachfolger wird bereits zum 1. Juni der Diplom-Betriebswirt Christian von der Becke. Dem Vernehmen nach hatte der Kreis Nordfriesland eine Headhunter-Agentur eingeschaltet, um in schwieriger Zeit den Klinikums-Chefposten neu zu besetzen.

Der studierte Betriebswirt Christian von der Becke (52) ist zurzeit Vorsitzender des Vorstandes der Deutschen Gesellschaft für Workflow-Management im Gesundheitswesen eG (Geschäftsbereich Unternehmenssteuerung und Vertrieb) im westfälischen Münster. Nach Angaben des Kreises war er zuvor Geschäftsführer eines Verbundes von Rehabilitationskliniken mit mehr als 1000 Betten in Bad Driburg (Nordrhein-Westfalen) und davor wiederum Geschäftsführer des Klinikums und der Krankenhausprojektgesellschaft Schaumburg (Niedersachsen). Dort hatte er sich um die Sanierung und Erweiterung des Klinikums gekümmert.

„Mit seiner Führungserfahrung und seiner Fachkenntnis sowohl im strategischen als auch im operativen Bereich ist er der ideale Kandidat für unser Klinikum“, ist sich Landrat Dieter Harrsen, der gleichzeitig Vorsitzender des Aufsichtsrates der gGmbH ist, sicher. Die wichtigste Herausforderung für den neuen Geschäftsführer werde darin bestehen, das Klinikum Nordfriesland so aufzustellen, dass es auch künftig die medizinische Grund- und Regelversorgung sicherstellen und dabei die ständig steigenden Qualitätsanforderungen erfüllen kann.

„Ich freue mich, dass wir mit Christian von der Becke einen sehr erfahrenen Krankenhausmanager gewinnen konnten. Er bringt die besten Voraussetzungen mit, um unser Klinikum in der nächsten Zeit durch schweres Fahrwasser zu steuern“, so Landrat Harrsen. Gleichzeitig dankte er Frank Pietrowski: „Unser Klinikum verdankt ihm unendlich viel. Ohne seine enorme Kreativität, Energie und Sachkenntnis wäre es kaum möglich gewesen, alle vier Standorte unseres Klinikums mit hoher Qualität weiter am Markt zu halten.“ Dies gelte insbesondere angesichts der Tatsache, dass gerade die Existenz kleiner ländlicher Krankenhäuser durch die sich seit Jahren verschärfenden gesundheitspolitischen Umfeldbedingungen erheblich gefährdet werde. Vor dem Hintergrund der anstehenden Strukturveränderungen im Klinikum habe sich Pietrowski jedoch entschlossen, „dem Klinikum durch einen Geschäftsführungswechsel den Zugang zu neuen Ideen und Perspektiven zu eröffnen“, heißt es in der offiziellen Mitteilung des Kreises.

Die Frage, wie das Klinikum aus den roten Zahlen geführt und die Gesundheitsversorgung in Nordfriesland langfristig gesichert werden kann, beschäftigt schon an diesem Wochenende die Kreispolitik. Die Wählergemeinschaft NF/ Die Unabhängigen (WG-NF) befasst sich heute bei ihrer Mitgliederversammlung in Breklum mit dem Thema, während die SPD heute und die CDU am Montag eigens Kreisparteitage dazu in Bredstedt abhalten. Nachdem zwei Gutachten dies dringend empfohlen haben, gilt als sicher, dass der Kreistag am kommenden Mittwoch (23.) beschließen wird, die stationäre Versorgung in der Klinik Tönning 2017 einzustellen. Weitere Prüfaufträge sowie Veränderungen bis hin zu einem möglichen zentralen Klinik-Neubau für ganz Nordfriesland stehen ebenfalls in Rede. Bürgerinitiativen aus Eiderstedt und Südtondern wollen die um 9.30 Uhr beginnende Sondersitzung des Kreistages von 8 Uhr an mit einer Demonstration vor dem Husumer Kreishaus begleiten.

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erstellt am 19.Mär.2016 | 08:00 Uhr

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