Husum : Klinik-Patienten eine wertvolle Stütze sein

Wo die Arbeit des Pflegepersonals an natürliche Grenzen stößt, greifen sie ein: die sieben Damen der Patienten-Hilfe. Für jeweils zwei bis drei Stunden pro Woche kommen sie ins Klinikum Husum.

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28. Oktober 2008, 09:23 Uhr

Husum | Krankenhaus-Aufenthalte bedeuten oftmals eine besondere psychische Belastung. Viele Patienten empfinden es in dieser Situation als Wohltat, wenn ihnen jemand aufmerksam und geduldig zuhört - und ihnen so eine Last abgenommen wird. Besonders, wer keine Angehörigen hat oder aber die Familie nicht mit seinen Sorgen behelligen möchte, profitiert von einem speziellen Angebot in der Husumer Einrichtung des Klinikums Nordfriesland: die ehrenamtliche Patienten-Hilfe.

Dahinter verbirgt sich eine Handvoll Helferinnen, die bei Bedarf nicht nur zuhören, sondern auch Besorgungen machen sowie für Unterhaltung und Beschäftigung sorgen. Diese Form der Betreuung in der Klinik Husum wurde auf Initiative der Geschäftsführung, der Pflegedienstleitung und Eva Nordmann, die im örtlichen Pflegedienst tätig ist, ins Leben gerufen. Ein öffentlicher Aufruf des Klinikums hatte dazu geführt, dass sich viele Freiwillige meldeten, die sich ehrenamtlich engagieren wollten. "Wir haben uns über das große Interesse sehr gefreut", so Eva Nordmann, die als Koordinatorin fungiert. Aus den insgesamt 40 Bewerbern wurden dann sieben Personen ausgewählt, die nun zu festgelegten Zeiten "ihre" Station besuchen. Jede der Damen kommt einmal die Woche für zwei bis drei Stunden ins Krankenhaus.
Großes Engagement und Begeisterung
Die ehrenamtlichen Helferinnen unterstützen die Genesung der Patienten vor allem durch Gespräche mit den Patienten und ihren Anverwandten, die während eines Klinik-Aufenthaltes von großer Bedeutung sind. Denn häufig fehlt den Angehörigen und Freunden die Zeit, sich ausreichend um den Kranken zu kümmern. "Gerade Patienten, die das Bett nicht verlassen dürfen, freuen sich über einen Besuch, ein Gespräch oder eine mitgebrachte Zeitung", weiß Eva Nordmann. "Unsere Damen sind mit sehr großem Engagement und Begeisterung dabei und das Personal auf den Stationen nimmt die Unterstützung gerne an", betont sie. Die Arbeit der Helferinnen sei jedoch nicht als Konkurrenz zu den Pflegern zu sehen - vielmehr beginne ihre Arbeit dort, wo die der Pflegekräfte aufhöre.

"Aufgrund der stetig ansteigenden Leistungs-Verdichtung und der damit verbundenen Mehrbelastung für die Mitarbeiter bleibt der persönliche Kontakt immer mehr auf der Strecke - daher sind wir sehr froh, die Damen zur Unterstützung in unserem Hause zu haben", sagt der Geschäftsführer des Klinikums Nordfriesland, Frank Pietrowski. Nach seiner Einschätzung wird die Hilfe solcher ehrenamtlichen Einrichtungen in den kommenden Jahren immer mehr an Bedeutung gewinnen, da eine Verbesserung der gesundheitspolitischen Situation nicht in Sicht sei.

Weitere Auskünfte über die ehrenamtliche Patienten-Hilfe in der Husumer Klinik gibt es unter Telefon 04841/ 6601401.

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