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Einsatz für die Notfall-Versorgung : Klinik-Förderverein gibt nicht auf

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Der Förderverein Klinik Tönning löst sich nicht auf, er setzt sich für eine 24-Stunden-Notfall-Versorgung ein. Die 135 Mitglieder hatten für den Erhalt der Klinik gekämpft, doch der Kreistag beschloss die Schließung.

„Rettet die 24-Stunden Notfallversorgung auf Eiderstedt“ – das ist das neue Ziel des Fördervereins Tönninger Krankenhaus. Einstimmig sprachen sich die anwesenden Mitglieder in der Jahresversammlung dafür aus. Dort präsentierte Matthias Hasse von der Tönninger Stadtverwaltung auch einen entsprechenden Plakatentwurf. Der Verein will zügig ein Konzept ausarbeiten und dabei den Schulterschluss mit den Kommunen, dem Amt Eiderstedt, den Handels- und Gewerbevereinen sowie dem Hotel- und Gaststättenverband suchen. Damit ist eine mögliche Auflösung des 1989 gegründeten Vereins mit 135 Mitgliedern vom Tisch.

Bis zum Tag der entscheidenden Kreistags-Sitzung im März hatte der Förderverein darum gekämpft, die Schließung der Klinik zum 30. Juni 2017 zu verhindern. Vergebens. Nun soll dort ein medizinisches Versorgungszentrum (MVZ) eingerichtet werden. In dem Zusammenhang hat der Kreistag den Landrat beauftragt, die ambulante Versorgung und den Rettungsdienst auf der Halbinsel so zu gestalten, dass die Schließung der stationären Abteilung bestmöglich ausgeglichen wird. Dazu soll in Tönning und ergänzend in St. Peter-Ording eine Notfallversorgung gehören, die sich auch auf die Nachtstunden, die Wochenenden und Feiertage erstreckt. Dieser Aspekt ist dem Förderverein ausgesprochen wichtig.

Für den 24-Stunden-Betrieb einer Ambulanz für „niederschwellige Notfälle“ plädierte auch der Chefarzt des Tönninger Krankenhauses, Dr. Alfonso Grande. Andernfalls müsse man mit einer kleinen Verletzung am Wochenende nach Husum oder Heide fahren. Die permanente Präsenz sei jedoch nur mit einer „kleinen stationären Einheit“ zu schaffen. Der Chefarzt sprach sich für die Fortsetzung des bisherigen Klinikbetriebs aus – mindestens bis Mitte nächsten Jahres. Die meisten seiner Mitarbeiter seien gewillt, in Tönning zu bleiben.

Matthias Hasse hob hervor, dass in der Stadt für den Weiterbetrieb des Hauses alle Strukturen vorhanden sind. Er äußerte Zweifel an der Objektivität der beiden Gutachten. Mit weiteren Wortbeiträgen unterstützten der frühere Bürgermeister Gerhard Bittner, Dietrich Zimmermann, Dr. Thomas Georgi, Peter Hansen und Karsten Alberts das weitere Vorgehen des Vereins.

Dessen Vorsitzender, Hans Jacob Peters, ließ in seinem Jahresbericht die Ereignisse der vergangenen „bewegten und arbeitsreichen“ Monate Revue passieren und erinnerte daran, dass eine weitere Expertise nichts an dem Ergebnis des Gutachtens geändert habe und dass er auf seine Petition an die Abgeordneten im Kreistag nur eine einzige Antwort erhalten habe. Peters dankte seinen Mitstreitern, die auf vielfältige Weise die Bevölkerung der Region gegen das Klinik-Aus mobilisiert hatten. So auch sein Vertreter Egon Kring, der auf Eiderstedt 7700 Unterschriften gegen die Schließung gesammelt hatte. „Die Politik hat sich gegen die Meinung von 60 Prozent der Wahlberechtigten entschieden“, bemerkte der Tetenbüller. Bundesweit hat Monika Licht hauptsächlich über Facebook rund 5000 positive Rückmeldungen von Patienten des Hauses erhalten und diese den Entscheidungsträgern präsentiert.

Bei den Wahlen wurden Egon Kring als Vize, Christiane Janns als Kassenwartin, Roland Reckziegel im Beirat und Christian Marwig als Kassenprüfer bestätigt. Neuer Beisitzer ist Karsten Alberts. Er tritt die Nachfolge von Norbert Gehrmann an, der nicht wieder kandidierte.



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