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Kreis NF muss sparen : Klimaschutz nur noch ehrenamtlich

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Der Kreis Nordfriesland muss sparen: Statt zwei hauptamtlicher Klimaschutzmanager soll es künftig nur noch einen ehrenamtlichen Beauftragten geben.

Das Ziel ist gesteckt: Nordfriesland möchte bis zum Jahr 2020 zum klimafreundlichsten Kreis in Deutschland aufsteigen. Auf dem Weg dahin sind ihm allerdings beide hauptamtlichen Klimaschutzmanager abhanden gekommen. Der eine, Gunnar Thöle, war seit April 2012 im Husumer Kreishaus tätig gewesen; die andere, Marei Locher, erst im Januar 2016 dort eingestiegen. Beide haben sich beruflich neu orientiert. Und weil der Kreis im Zuge des vom Kreistag verordneten Haushalts-Konsolidierungsprogramms weiterhin sparen muss, wird es auch keine Nachfolger geben: Die eine Stelle ist gestrichen, die andere geht in der kreiseigenen Energieleitstelle auf.

Damit der Bruch nicht zu groß und das große Ziel nicht aus den Augen gerät, wird es künftig den Posten einer oder eines ehrenamtlichen Klimaschutzbeauftragten des Kreistages geben. Damit die noch zu findende Person nicht allein auf weiter Flur bleibt, soll aus der Verwaltung zugearbeitet und dafür eine halbe Stelle geschaffen werden. Auf diese Form der „Neujustierung“, so der Fachbereichsleiter für Kreisentwicklung, Bauen, Umwelt und Kultur, Burkhard Jansen, haben sich die Mitglieder des Umwelt- und Energieausschusses verständigt.

Analog zur Funktion des Beauftragten für Menschen mit Behinderungen werden nun die künftigen Aufgaben skizziert und eine Satzung ausgearbeitet. Schwerpunkte werden dabei ausdrücklich nicht die Aspekte Erneuerbare Energien in der Stromversorgung – „das ist für Nordfriesland ein Selbstgänger“ (Jansen) – oder Mobilität – „dafür gibt es ein umfangreiches Konzept“ – sein, sondern das weite Feld des Haus- und Raumwärmebedarfs und damit der Energieeffizienz. „Dafür gibt es in Nordfriesland noch eine Menge Luft nach oben“, so Jansen.

Im Übrigen soll der künftige Beauftragte Belange des Klimaschutzes in die Gremien des Kreises einbringen und eine Schnittstellen-Funktion zur Verwaltung wahrnehmen, insbesondere aber auf diesem Gebiet tätige Menschen und Organisationen zusammenbringen. „Ein ehrenamtlicher Beauftragter ist eher ein Netzwerker als ein tatsächlicher Projektleiter“, zeigte Jansen Möglichkeiten und Grenzen des Engagements eines Beauftragten auf. Eventuell soll diesem deshalb künftig auch ein Fachbeirat zur Seite stehen.

Dass der Kreis in Sachen Klimaschutz ein ambitioniertes Ziel vor Augen hat, nun aber sein personelles Engagement dermaßen zurückfahre, sei „doch etwas verwunderlich“, merkte Eberhard Eberle (SPD) in der Ausschuss-Sitzung kritisch an. „Ich war am Anfang auch ein bisschen geschockt“, gestand Uwe Schwalm (Grüne) ein. Mit Blick auf die Vorgabe, im Zuge der Haushaltskonsolidierung Personal einzusparen, äußerte er jedoch Verständnis für die Entscheidung des Landrates. Und: Die anvisierte Lösung könne auch Vorteile haben, wenn es dem Beauftragten gelingen würde, wieder mehr Menschen und Kommunen im Interesse des Klimaschutzes zusammenzubringen.

Für Michael Drechsler (SSW) bleibt es dennoch „ganz schön traurig“, dass der Kreis Nordfriesland sein Engagement so weit zurückfahren müsse. Umso mehr gelte es jetzt, für die Zukunft das Beste daraus zu machen.

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erstellt am 09.Feb.2017 | 13:24 Uhr

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