Nordfriesland : Klimabündnis will Gas geben

Das Modell eines Energiespar-Hauses: In Sachen Klimaschutz gibt es noch viel zu tun.
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Das Modell eines Energiespar-Hauses: In Sachen Klimaschutz gibt es noch viel zu tun.

Das Dutzend ist komplett: Auch die regionale IHK-Geschäftsstelle tritt dem Klimabündnis Nordfriesland als Partner bei.

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15. Juli 2018, 08:23 Uhr

Klimaschutz geht jeden an – und alle können ihren Beitrag dazu leisten. Jedweder Verzicht auf unnötige CO2-Emissionen ist angesichts des Klimawandels eine Investition in die Zukunft. In diesem Sinne finden sich immer mehr Unternehmen, Institutionen und öffentliche Einrichtungen unter dem Dach des Klimabündnisses Nordfriesland zusammen. Und nun kommt ein schwergewichtiger Partner hinzu: Auch die regionale Geschäftsstelle der Industrie- und Handelskammer (IHK) in Nordfriesland schließt sich dem vom Kreis initiierten Klimabündnis an. Das bestätigte der Leiter der IHK-Geschäftsstelle in Husum, Michael Lohmann, gegenüber unserer Zeitung. Die offizielle Beitrittserklärung soll kommenden Dienstag unterzeichnet werden.

Das Klimabündnis Nordfriesland war im März bei der New-Energy-Messe in Husum aus der Taufe gehoben worden. Im Beisein von Ministerpräsident Daniel Günther hatten Landrat Dieter Harrsen und der Vorstandsvorsitzende des Branchenverbandes watt_2.0, Ove Petersen, die Gründungsvereinbarung unterzeichnet (wir berichteten). Bereits damals hatte Michael Lohmann signalisiert, dass sich die breit vernetzte IHK-Geschäftsstelle in Nordfriesland aktiv einbringen wird.

„Wir möchten Schnittstelle sein zwischen den rund 15 000 Betrieben, die wir in Nordfriesland betreuen, und den entsprechenden Fachleuten“, sagt Lohmann mit Blick auf die gemeinsamen Ziele. „Wir wissen, was mit der Klimaerwärmung auf uns zukommt. Deshalb ist es wichtig, dass nicht alles nur Theorie bleibt, sondern man auch selbst etwas tut.“ Auch die IHK will noch in diesem Jahr einen Beitrag dazu leisten und an ihrer Geschäftsstelle in der Husumer Industriestraße 30a eine Ladestation für Elektroautos installieren lassen sowie auch ein E-Mobil als Firmenwagen anschaffen.

Das Klimabündnis Nordfriesland hat inzwischen ein Dutzend Partner – von Kreis und Kommunen bis hin zu Organisationen und Institutionen. Erfolg versprechende Gespräche mit weiteren Interessenten laufen, kann Annabell Lehne, Klimaschutz-Fachfrau des Kreises, berichten. Alle Mitstreiter wollen dann am 11. September zu einem großen Vernetzungstreffen zusammenkommen. In dem Workshop sollen die Grundlagen für die künftige Arbeit gelegt, Aufgabenfelder abgesteckt und erste Maßnahmen besprochen werden. Diese sollen von einer Art Controlling begleitet werden, damit es am Ende nicht bei reinen Absichtserklärungen bleibt. „Ich glaube, dass wir da konsequent hinterher sein werden“, so Lohmann.

Voraussichtlich nach den Herbstferien möchte die IHK Nordfriesland dann gemeinsam mit dem Kreis, dem Branchenverband watt_2.0, anderen Bündnispartnern und der Handwerkskammer Unternehmer zu einer großen Klimaschutz-Veranstaltung einladen. Ministerpräsident Günther habe sich bereit erklärt, die Schirmherrschaft zu übernehmen, berichtet Lohmann.

Bei dem Bemühen, möglichst viele Akteure zusammenzubringen, um sie bei eigenen Klimaschutzmaßnahmen zu unterstützen, kommt der IHK nach Einschätzung von Landrat Harrsen „eine außerordentlich bedeutsame Rolle“ zu. Auch der Unterstützung seitens der Kreispolitik können sich die Bündnispartner gewiss ein. CDU, Grüne und FDP im Kreistag stellen in ihrer Kooperationsvereinbarung für die Jahre bis 2023 ausdrücklich fest: „Die Fraktionen sind sich einig, dass der Kreis Nordfriesland auf Basis des vorhandenen Klimaschutzkonzeptes zum klimafreundlichsten Kreis Deutschlands weiterentwickelt wird.“

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