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Offener Garten : Kleinode laden zur Entschleunigung ein

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Im Kreis Nordfriesland sind an der Aktion „Offener Garten“ am 20. und 21. Juni insgesamt 15 Grünanlagen beteiligt. Die Husumer Karin und Willi Volz machen erstmals mit.

Mehr als 250 Gartenbesitzer in Schleswig-Holstein und Hamburg öffnen am Sonnabend, 20. Juni, und Sonntag, 21. Juni, ihre Pforten und laden zur alljährlichen Veranstaltung „Offener Garten“ ein. Erstmals sind auch Karin und Willi Volz aus Husum dabei. Seit eineinhalb Jahren leben sie in der Storm-Stadt, im Wohngebiet Kronenburg, Regenpfeiferweg 4. Dort haben sie sich ein Haus mit „optimaler Ausnutzung“ der Räume gebaut und einen Garten angelegt.

Das Rentner-Ehepaar kommt ursprünglich aus Hessen und machte seit Jahrzehnten Urlaub im Norden. Husum und die Inseln im nordfriesischen Wattenmeer haben es den beiden schon lange angetan – und so zogen sie von Darmstadt in die Kreisstadt Nordfrieslands. „Wir haben uns vorher einige Städte angeschaut und wurden hier fündig. Kultur- und Gastronomie-Angebote, ärztliche Versorgung, gute Verkehrsanbindungen, Ruhe sowie Land, Luft und Leute stimmen für uns“, sagt Karin Volz.

Wie „entschleunigt“ das Leben in Nordfriesland ist, bemerkten sie erst kürzlich wieder, als sie in ihrer alten Heimat zu Besuch waren und sich nach Ruhe und dementsprechend nach Hause sehnten. Nicht zuletzt auch wegen des Gartens auf ihrem mehr als 600 Quadratmeter großen Grundstück. Seit einem Jahr wächst und gedeiht er – ganz nach den Vorstellungen der Besitzerin. Sie kümmert sich hauptsächlich um die Gartenarbeit, ihr Ehemann geht ihr zur Hand. Auffällig ist eine nachgestellte Steinruine, die auf der Terrasse als Windschutz dient.

Abgeleitet vom neuen Husumer Wohngebiet Kronenburg musste die Ruine her – für Karin Volz ein klarer Fall. Sie wusste, was sie gerne in ihrem neuen Garten an Pflanzen, Gehölzen und Bäumen hätte, aber an der Umsetzung haperte es. Per Zufall lernte sie die Gartenarchitektin Doris Kirchner kennen, schmiedete Pläne mit ihr und fing an, den Entwurf umzusetzen. Gehölze mussten sein – und zwar die, die zum Klima passen, den Vögeln dienen und deren Früchte essbar sind.

Stachelbeeren, Himbeeren, Johannisbeeren, Heidelbeeren, Quitten und Reneclaude (eine Mischung aus Mirabelle und Pflaume) wachsen seitdem rund ums Haus. Hunderte Narzissen, Krokusse und Tulpen sind zwar inzwischen verblüht, sorgten aber für einen Hingucker. „Spaziergänger hielten an und freuten sich daran“, so die Gartenliebhaberin. Ihr ist es wichtig, dass nicht nur sie und ihr Ehemann Freude daran haben, sondern auch andere Menschen.

Einen Rasen sucht man vergebens, und das aus gutem Grund. Der Garten des Ehepaares soll pflegeleicht sein, alle zwei Wochen Rasenmähen wäre ein Muss für sie – und das wollten beide nicht. Kieselsteine wurden in Form eines Flussbetts verteilt, um eine Verbindung zur Nordsee zu schaffen. Rosen, Lavendel, Storchenschnabel, Lilien, Seegras und weitere Pflanzen strecken Blüten gen Himmel und sorgen mit ihren Wurzeln größtenteils dafür, dass das Unkraut gebändigt wird.

Vor dem Haus hat sich Willi Volz mit einem Friesenwall inklusive Böschung einen Wunsch erfüllt. Auch dort gibt es an Pflanzen vieles zu entdecken. Wenn möglich ist seine Ehefrau täglich im Garten – schließlich gibt es jede Menge zu tun und still sitzen ist wahrlich nicht ihr Ding. Deshalb engagiert sie sich ehrenamtlich, unter anderem als Ämterlotsin und macht Handarbeit, meistens für einen guten Zweck.

Mit Blick auf den „Offenen Garten“ sind die Eheleute neugierig, was passiert und wie viele Menschen kommen, um ihren Garten anzuschauen. Zweiter Effekt und für das Ehepaar ein wichtiger Faktor: Die Menschen schauen sich das Wohngebiet Kronenburg an. „Es ist wirklich schön hier“, sind sich die beiden einig. An beiden Tagen können die Besucher jeweils von 10 bis 18 Uhr bei ihnen auf Entdeckungsreise gehen.

Bereits zum zweiten Mal öffnen Adelheid Kunert und Bernd Schreiber im selben Zeitraum ihr grünes Kleinod. Das ist ebenfalls in Husum zu finden – in der Nordbahnhofstraße 38. Neben Hochbeeten, Obstbäumen sowie Bambus- und Buchshecken ist dort eine Vielzahl von besonderen Pflanzen zu entdecken. Teich, Gartenobjekte, Kräuterpflanzen und alte Mauern vermitteln südländisches Flair. In einer gemütlichen Sitzecke werden Kaffee, Tee und Kuchen angeboten. Der Zugang befindet sich gegenüber der Wohnanlage Fischergang 4.

Sehen und Staunen

Das sind die weiteren Teilnehmer in Nordfriesland: BUND-Garten (Bellmannstraße, Kleingartenverein Ruhetal, Husum), Silke Mattke und Arnold Erb (Süderbergweg 16, Husum), Silke und Kurt Petersen (Desmerciereskoog 7, Reußenköge), Petra und Dieter Franke (Professor-Iwersen-Straße 18, Joldelund), Dr. Klaus Andrä (Dörpstraat 4, Hude), Birte und Frank Papenfuß (Oland 2, Sollwitt), Bärbel Thomsen (Hauptstraße 18  A, Oster-Ohrstedt), Marina Thurow (Hauptstraße 52, Ahrenviöl), Thomas Daußmann (St.-Johannis-Hof, Kunstbude Reimersbude), Linda und Volquart Hamkens (Reimersbude 17, Witzwort), Ingrid Hansen (Dänischer Weg 1, Klixbüll), Karen und Hans-Leve Melfsen (Gottesgabener Weg 1, Galmsbüll) sowie Marie-Luise und Rolf Berndt (Markhäuser 2, Rodenäs).

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