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Besonderer Sportunterricht : Kleine Schritte, große Erfolge

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

In der Witzworter Kindertagesstätte erhalten die ganz Kleinen jetzt eine psychomotorische Förderung. Die soll den Kindern in der Entwicklung helfen. Einmal in der Woche wird unter spezieller Anleitung geturnt. Die Lütten dürfen sich die Stationen selbst aussuchen.

Zum zehnten Mal klettert das kleine Mädchen die Sprossenwand hinauf. Immer wieder macht sie das, ohne dass sie dazu aufgefordert wurde. Sie ist offensichtlich ganz entspannt dabei und hat keinerlei Druck. Vielleicht ist genau das der Grund dafür, dass sie plötzlich zum ersten Mal die Sprossenwand nicht nur hinauf-, sondern auch alleine wieder herunterklettert. Sie ist stolz auf ihren Erfolg. Auch weiß sie sich jetzt besser einzuschätzen und wo ihre Stärken und Schwächen liegen. Selbstsicher und hochmotiviert geht sie zum nächsten Gerät.

In der Sporthalle der Grundschule Witzwort findet heute das psychomotorische Turnen für die Kleinen und ganz Kleinen statt. Die Halle darf von der angeschlossenen evangelischen Kindertagesstätte Sonnenblume mit genutzt werden.

Deren Leiterin Ingeburg Maaß erzählt, wie es zu der Idee kam, in der wöchentlichen Turnstunde den Fokus auf psychomotorische Förderung zu legen. Angesprochen wurde sie von Cornelia von Stackelberg. Die Leiterin des Sozialraumes Süd der Lebenshilfe Husum ist federführend bei der Koordination der Frühförderung und kooperiert seit vielen Jahren mit der Einrichtung. Frühförderung im Kindergartenalter ist im Sinne der Präventionsarbeit. Deshalb fördert der Kreis dieses Projekt. Bei der Umsetzung dieser Maßnahme steht Sabine Diegelmann-Reuter unterstützend zur Seite. Sie ist Heilpädagogin und leitet bereits Psychomotorik-Kurse im Raum Tönning und Mildstedt.

Unter ihrer Anleitung lernen nun seit den Sommerferien Erzieherinnen und Kinder ein ganz neues Umfeld kennen. Die Kurse in zwei Kleingruppen mit jeweils fünf Kindern finden im Rahmen der normalen Turnstunde statt. Psychomotorik unterstützt das Kind in seiner gesamten Entwicklung. Durch Bewegung und Spiel wird ihm vermittelt, sich selbst einschätzen zu können. Dadurch erhält es eine Motivation für neue Herausforderungen und kann sich zu einer eigenen Persönlichkeit entwickeln.

Generell können Eltern einen Antrag auf spezielle Förderung stellen, wenn sich ihr Kind nicht altersgemäß entwickelt, geistige oder körperliche Behinderungen erkannt wurden oder die Sinneswahrnehmung gestört ist. Dabei kann es sich um ein auffälliges Sozialverhalten, um Schwerhörigkeit oder motorische Störungen des Bewegungsapparates handeln.

In dem Kursus werden drei Kinder betreut, die eine besondere Förderung benötigen. Die anderen erhalten durch diese Form der psychomotorischen Frühförderung eine sehr gute Grundlage für ihre Entwicklung, profitieren voneinander und lernen soziale Kompetenz.

Ingeburg Maaß ist begeistert von dem großen Engagement aller Beteiligten und den ersten Erfolgsmeldungen. Das kleine Mädchen wollte zu Beginn nicht einmal auf die erste Sprosse steigen. Die Halle ist für diese Turnstunde so vorbereitet, dass eine Erlebniswelt den Kindern das Ausprobieren verschiedener Stationen ermöglicht. Es kann selber bestimmen, wann es wo sein möchte, und es gibt durch sein Verhalten Impulse an die zuständigen Betreuer. Diese können dann bei Bedarf helfen oder Anregungen geben.

Sabine Diegelmann-Reuter kann sich nun langsam aus dem Projekt „herausschleichen“, steht aber weiterhin genauso wie Cornelia von Stackelberg beratend zur Seite.

Auch die Kinder der morgendlichen Turnstunde können sich nun leise aus der Halle schleichen. Wenn sie beim Hereinstürmen noch wild und aufgeregt waren, so sehen sie jetzt ausgeglichen und zufrieden aus. Es scheint, als seien Körper und Seele im Einklang.

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