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„Pflanzfehler“ in Husum wächst und wächst : Kleine Häuser, großer Ahorn

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Anwohner der Anna-Ovena-Hoyer-Straße sind verärgert: Bäume verschatten ihre Grundstücke im engen Neubaugebiet. An einer Neubepflanzung würden sie sich sogar finanziell beteiligen – aber die Bitte um Abhilfe wird von Politik und Verwaltung ignoriert.

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erstellt am 02.Dez.2013 | 17:00 Uhr

„Besichtigung des Straßenbegleitgrüns“ im Plangebiet Herzogin-Augusta-Straße stand ganz profan auf der Tagesordnung des Umwelt- und Planungsausschusses. Dass sich dahinter aber ein riesengroßes Ärgernis für die Anwohner verbarg, wurde erst in der anschließenden Sitzung so richtig deutlich. „Da sind vor Jahren von der Stadt Pflanzfehler gemacht worden – und wir wollen, dass die jetzt endlich korrigiert werden“, so die einhellige Meinung der Betroffenen, von denen eine Gruppe den Weg ins Rathaus gefunden hatte. Diese „Pflanzfehler“ sind jetzt nämlich gute acht Meter hoch und sorgen nach Angaben der Betroffenen dafür, dass ab Mittag kaum noch Sonne auf deren Grundstücke fällt.

Doch der Reihe nach. „Vor zwei Jahren haben wir uns die Situation ja schon einmal angesehen“, schilderte Bauamtschef Rudolf Hölscher den Ausschussmitgliedern die Lage. Seitdem habe es eine große Baumschnittaktion gegeben, auch um Wurzelaufbrüchen zu begegnen. Allerdings: Bei den von den Anwohnern monierten Bäumen handele es sich um Ahorn – und der lasse sich nun mal schlecht beschneiden, wie Dirk Dibbern, Teamleiter des Kommunalen Servicebetriebs der Stadt Husum (KSH), zugab.

„Der Rückschnitt war nur so weit, dass im Winter Licht zu sehen ist“, monierte Peter Mrozowski, der in der Anna-Ovena-Hoyer-Straße wohnt und als Sprecher der erbosten Anlieger fungierte. Und sein Nachbar Rolf Peters ergänzte: „Die Bäume sind alle unterschiedlich hoch und stehen auf einem Streifen, der eigentlich zum Bürgersteig werden sollte. Für die großen unter ihnen ist dieses enge Neubaugebiet entschieden zu klein.“

„Bäume sind doch kein Fehler und so groß sind die gar nicht“, hielt Ausschussmitglied Frank Hofeditz (Grüne) dagegen. „20 bis 30 Meter hoch, das wäre groß. Wir wollen doch keine Stadt ohne Bäume!“ Diese Argumentation wiesen die Anwohner als „überzogen“ zurück. „Wir wollen den gesunden Mittelweg – kleine Bäume, die zu den kleinen Häusern dort passen. Und wir wären natürlich auch bereit, für eine Neuanpflanzung einen Obulus zu entrichten.“

„Wir haben nun Ihre Sicht gehört“, beschied Horst Bauer (SPD) den verärgerten Bürgern. Er sehe sich außerstande, das Begehren so zu bewerten, „dass ich jetzt die Hand hebe und sage: Weg damit!“ Und rein rechtlich sei nichts offen, fügte Hölscher hinzu. „Aber wir könnten ja jemanden zur Begutachtung schicken, der mehr davon versteht und dem Ausschuss berichten kann.“ Das sei doch ein guter Lösungsweg, so der Ausschussvorsitzende Dr. Ulf von Hielmcrone (SPD) erfreut – und damit war der Tagesordnungspunkt für das Gremium erledigt.

„Na, prima: Wieder aufgeschoben.“ Mrozowski und Peters fühlen sich von Politik und Verwaltung nicht ernstgenommen: „Die müssen sich doch kümmern, wenn Einwohner mit Problemen zu ihnen kommen. Bürgernähe sieht wirklich anders aus.“

 

 

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