Franco-Musique-Preis : Klasse Team-Arbeit für einen Song

Ein starkes Team: Alle 22 Schülerinnen und Schüler der Musikprofilklasse brachten sich in die Kompositions-Arbeit ein.
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Ein starkes Team: Alle 22 Schülerinnen und Schüler der Musikprofilklasse brachten sich in die Kompositions-Arbeit ein.

Heute ist Preisverleihung: Mit dem Lied „Tous égaux – égo“ kamen 22 Theodor-Storm-Schüler unter die Top 3 beim Franco-Musique-Wettbewerb. Welchen Platz sie errungen haben, erfahren sie heute in Berlin.

shz.de von
03. Juni 2014, 08:00 Uhr

„Es war ein enges Rennen.“ So viel wissen sie schon. Und dass sie zu den drei Gewinnern des Franco-Musique-Preises gehören. Wo genau sie dann tatsächlich auf dem Treppchen landen – das werden sie erst heute bei der Preisverleihung in Berlin erfahren. Als Sieger aber dürfen sich die 22 Schülerinnen und Schüler der Klasse 11 b der Theodor-Storm-Schule (TSS) jetzt schon fühlen. Ihr Song hat sich gegen harte Konkurrenz behauptet: 84 Beiträge wurden eingereicht, 1268 Schüler aus ganz Deutschland haben sich beteiligt. Und die Husumer Gymnasiasten mischen mit ihrem Lied ganz vorn mit.

„Eine unglaubliche Leistung“, freut sich Französisch-Lehrerin Antje Kuhnert mit den 15- bis 17-Jährigen. Sie ist immer wieder beeindruckt von dem Song, den die Schüler selbst getextet, komponiert, aufgenommen und im Video festgehalten haben: „Tous égaux – égo“. „Ein guter Titel und ein schönes Wortspiel“, sagt Kuhnert. „Sinngemäß bedeutet es: Wir sind alle gleich und alle Egoisten“, erklärt Lena Gerken, die gemeinsam mit ihren Klassenkameraden an dem Text gefeilt hat.

Rassismus, Hunger, Krieg: Das sind die Themen, die den Jugendlichen unter den Nägeln brennen, und die sie nur allzu gern ausradieren würden, wie sie in ihrem Video nachdrücklich zeigen. „Es geht um gesellschaftliche Unterschiede, die wir so nicht mehr wollen“, sagt Marina Bluhme. Dass die Schüler den Text auf Französisch verfasst haben, ist eine der Vorgaben des Wettbewerbs, der Jugendliche dazu aufruft, ein eigenes Lied in dieser Sprache zu komponieren, zu schreiben und zu singen. Für die Musikprofilklasse der TSS eine Herausforderung, der sie sich gerne gestellt hat. „Schließlich ist Musik das, was uns hier alle verbindet“, meint Eva Christiansen.

Kein Wunder, dass sich alle gemeinsam für ihren Song ins Zeug gelegt haben. Zur Vorbereitung des Projektes wurden drei Gruppen gebildet: „Es gab eine Musik-, eine Film- und eine Textgruppe“, erklärt Felix Hötker, der zum Kamera-Team gehörte. Federführend für die schwerblütige Komposition, die dem Song seine melancholischen Konturen gibt, war Eddy Sonnenschein, der Gitarre und Schlagzeug spielt: „Ich habe die Harmonien vorgestellt“, so der Gymnasiast, der in mehreren Husumer Bands spielt, bescheiden: „Und dann hat sich jedes Instrument selbst eingebracht.“ Team-Arbeit. Die knapp zwei Wochen bis zur Einspielung und Fertigstellung des Videos gedauert hat. Und bei der Lehrerin Antje Kuhnert wenig ausbügeln musste: „Ich habe nur Tipps bei der Aussprache gegeben“, sagt sie. Und den einen oder anderen sprachlichen Schnitzer ausgemerzt. Sogar am Wochenende hätten ihre Schüler zusammengesessen und geprobt.

„Unser Klassenverband ist gut“, stellt Felix Hötker fest, „aber dieses Projekt hat uns noch mehr zusammengeschweißt.“ Und so gab es auch keinen Streit, als die Schüler die Nachricht erhielten, dass sie zur Preisverleihung nach Berlin eingeladen sind, aber nur zehn fahren dürfen. „Wir haben uns zusammengesetzt und besprochen, wer fährt“, erklärt er: „Es sollten die fahren, die am meisten gemacht habe – wie Eddy und Kristoffer Schaaf.“ Im Abspann des Videos aber sind alle 22 Namen aufgelistet. Und feiern wollen sie auch alle zusammen. Immerhin warten auf die Sieger-Teams Geldpreise von insgesamt 2000 Euro für die Klassenkasse. Da heißt es Daumen drücken – für Husum und die 11 b der TSS.

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