Volle Gotteshäuser : Kirchennacht mit Sonne, Mond und Sternen

 Inke Thomsen-Krüger, Miriam Jensen, Kurt Riggert,  Sophie Pohlmann, Klaus Andresen und  Manfred Rosenau  (v. l.).
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Inke Thomsen-Krüger, Miriam Jensen, Kurt Riggert, Sophie Pohlmann, Klaus Andresen und Manfred Rosenau (v. l.).

Mit abwechslungsreichem Programm waren viele Gotteshäuser an der fünften Eiderstedter Nacht der Kirchen beteiligt. In Oldenswort ging es um das Thema Sonne, Mond und Sterne. Mehrere Vorträge befassten sich mit den Gedanken bei einem Blick in den Himmel.

shz.de von
23. Juni 2014, 13:00 Uhr

Nahezu alle 18 Gotteshäuser der Halbinsel hatten für die fünfte „Eiderstedter Nacht der Kirchen“ ihre Pforten geöffnet und beteiligten sich in den Abendstunden mit abwechslungsreichen Programmen an dem Fest für die Sinne. Dazu gehörte auch eine Veranstaltung in der Oldensworter St.-Pankratius-Kirche unter dem Titel „Sonne, Mond und Sterne“. Dabei gingen mehrere Vortragende aus verschiedenen Blickwinkeln derselben Frage nach: „Was sehe ich, wenn ich in den Himmel schau?“

Für den Hobby-Piloten Klaus Andresen ist der Nordstern immer noch ein Fixpunkt, der ihm neben der Elektronik nachts die Positionsbestimmung erleichtert. In seinem nachdenklichen Vortrag bedauerte der Gardinger, dass nach dem Ergebnis einer Befragung viele Jugendliche noch nie die Milchstraße gesehen haben. „Es ist einfach zu hell in den Städten.“ Mehr Gelegenheit dazu hat Kurt Riggert, der im Außenbezirk des Dorfes wohnt und seit Jahrzehnten regelmäßig den Nachthimmel mit einem Teleskop erforscht. Anschaulich schilderte er die Besonderheiten ferner Himmelskörper und ihre unvorstellbaren Entfernungen zur Erde in Lichtjahren. Gelegentlich legt sich der Grafiker für sein Steckenpferd auch mit einem Kopfkissen und einem Fernglas auf die Straße vor seinem Haus. „Ich bitte deshalb alle um besonders rücksichtsvolle Fahrweise in Osteroffenbüll,“ so sein humorvoller Appell.

Als Meteorologin kann Sophie Pohlmann aus Tönning zwar für mehrere Tage im voraus das Wetter berechnen, jedoch könne sie ihren Kindern nicht die Frage beantworten, wo ein Regenbogen beginnt und endet.

Für den Hamburger Theologen Manfred Rosenau ist „der Blick nach Oben“ der Anfang aller Religionen. „Wir wollen dort ein Geheimnis bewahren und glauben, dass es mehr gibt als wir sehen.“ Zwischen den Wortbeiträgen intonierte Kirchenmusikerin Miriam Jensen am Klavier Titel, wie die Moonlight – Serenade, und Pastorin Inke Thomsen-Krüger zitierte aus Gedichten von Heinrich Heine und Eugen Roth über „Kluge Sterne“ und den Sommerregen. Sie dankte den Vortragenden und den Spendern von Zutaten für einen abschließenden Imbiss.

„Die Bilder stellen Gott als rettenden, helfenden, aber auch als strafenden Begleiter der Menschen dar,“ erklärte Dr. Ingrid Höpel den Besuchern einer Veranstaltung in der Kirche St. Katharina in Katharinenheerd. Die Kieler Professorin löste damit das Rätsel um die Bedeutung von 14 Gemälden eines unbekannten Malers an der Westempore der Kirche. Mit vergleichenden Lichtbildern belegte sie, dass die sogenannten Embleme nach Kupferstich-Vorlagen aus dem Buch eines belgischen Jesuitenpaters aus dem 16. Jahrhundert gefertigt wurden. Derartige Bücher waren zur damaligen Zeit in Europa sehr populär. Durch Missionare wurden sie weltweit verbreitet. Sie enthielten neben der bildlichen Darstellung ein biblisches Zitat und einen erklärenden Text. „Das war für die zumeist wohlhabenden Leser unterhaltend, und es wurden zugleich Lebensweisheiten vermittelt,“ so die Vortragende.

Pastor Holger Behrmann dankte ihr für die erfreuliche Nachricht über den „Kirchenschatz“ und lud alle Gäste zu einem etwas anderen Abendmahl ein. Anschließend erheiterten Mitglieder des Kirchenvorstandes mit Geschichten.

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