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Kirchenkultur: "Das ist einfach ein Stück Heimat"

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erstellt am 17.Mai.2013 | 03:59 Uhr

Nordfriesland | Mehr als 1500 Nordfriesen sind bisher bei der mit dabei und haben gespendet. "Die Reaktionen in den Gemeinden sind durchweg positiv", sagt Pastor Michael Goltz, Koordinator des Projekts "Kirchturmdenken? Ja Bitte!". Die Spendenaktion sei Tagesgespräch in vielen teilnehmenden Kirchengemeinden. Für Gila und Hannes Clausen aus Garding war es "selbstverständlich, dass wir unserer Kirche helfen." In der Gardinger Kirche bröckelt der Putz großflächig von den Wänden. Gila Clausen ist ehrenamtliche Stadtführerin und führt jedes Jahr viele Tausend Menschen durch die Gardinger Kirche. Sie kann dabei zusehen, wie die schönen Wandmalereien sich auflösen. Anlässlich ihrer goldenen Hochzeit haben die Gäste der Beiden drei Quadratmeter neuen Putz für die Gardinger Kirche gespendet. "Wir sind mit dieser Kirche von Kindesbeinen an verbunden, hier wurden wir getraut. Und hier werden auch die letzten Dinge stattfinden."

Ähnlich sieht es Franz Beilmann aus Westerland. Der Kommunalpolitiker und Organisator des Syltlaufes unterstützt mit seiner Spende die Restaurierung von Kruzifix und Altar der Westerländer St. Niels-Kirche. "Es ist wichtig, dass die kulturellen Zeugnisse der Vergangenheit für die nächste Generation erhalten bleiben - egal, wie man zur Kirche steht. Das ist einfach ein Stück Heimat."

In Husum hat sich der pensionierte Malermeister Hans Jürgen Falkenberg gesagt, "ich packe selber mit an" und angeboten, den Clubraum der Kirche in Eigenarbeit zu renovieren. Die Kirche stellt das Material, er gibt sein Know-how.

"Wir sind überwältigt von der Resonanz und sagen allen, die bisher gespendet haben, ein ganz herzliches Dankeschön", sagt Propst Jürgen Jessen-Thiesen und betont, wie wichtig es sei, dass sich Menschen für ihre Kirche vor Ort einsetzen: "Eine Kirche ist ein Haus, das die Träume verwaltet. Sie ist der Ort für Taufen, Trauungen, Beerdigungen und Gottesdienste. Sie gibt Raum für Dankbarkeit, Freude, Trauer, Glück, Zuversicht. An keinem anderen Ort darf so viel geweint und gelacht, geglaubt und gehofft werden. Ich hoffe sehr, dass sich unsere Gesellschaft wie jeder einzelne für den Erhalt unserer historischen Kirchen einsetzt."

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