Hiobsbotschaft bei der Synode : Kirchenkreis-Zentrale als Groschengrab

Kreisprädsident Heinz Maurus (rechts) sprach bei der Synode des Kirchenkreises Nordfriesland. Propst  Kay-Ulrich Bronk hatte danach keine guten Nachrichten zu verkünden.
Kreisprädsident Heinz Maurus (rechts) sprach bei der Synode des Kirchenkreises Nordfriesland. Propst Kay-Ulrich Bronk hatte danach keine guten Nachrichten zu verkünden.

Die Kosten für den Umbau des neuen Verwaltungsgebäudes des Kirchenkreises Nordfriesland in Breklum sind explodiert: Mehr als zwei Millionen Euro statt ursprünglich 1,35 Millionen sind vor allem zusätzlichen Brandschutzmaßnahmen geschuldet.

shz.de von
18. September 2013, 07:00 Uhr

„Ihre ehrenamtlichen Gremien wirken mal als Ideengeber, mal als Multiplikator, manchmal auch als Korrektiv“, lobte Kreispräsident Heinz Maurus die Arbeit der Synodalen im Kirchenkreis Nordfriesland in seinem Grußwort. Dann aber musste er bei der Synode in Breklum hören, dass die Umbaukosten für das neue Verwaltungsgebäude an der Kirchenstraße 2 noch einmal um rund 290 000 Euro gestiegen sind. „Eine Planüberschreitung, mit der ich absolut nicht gerechnet habe“, erklärte Propst Dr. Kay-Ulrich Bronk freimütig.

Sein Bericht war das zentrale Thema der 13. Synode des Kirchenkreises. Danach erhöhten sich die Kosten nach der ersten Schätzung von 1,35 Millionen Euro durch zusätzliche Brandschutzmaßnahmen im ehemaligen Gebäude des Fachkrankenhauses Nordfriesland zunächst um 418 000 Euro und nun schließlich noch einmal um 290 000 Euro. „Mögliche weitere Schwankungen können jetzt höchstens bei 100 00 Euro, nach oben oder unten, liegen“, kündigte Kay-Ulrich Bronk an. Ende 2012 habe man leider keine genaue Kostenübersicht gehabt, bedauerte der Propst. Die ersten Schätzungen der Umbaukosten seien viel zu niedrig angesetzt worden, man hätte mindestens 30 Prozent mehr einkalkulieren müssen. „Für die Fehler übernehme ich die Verantwortung“, sagte der Propst. Das Kontrollversagen sei jetzt aufgeklärt: So war die Kosten-Fortschreibung während des Baus nicht ausreichend. Es sei mit untauglichen und fehlerhaften Tabellen gearbeitet worden, machte Bronk deutlich.

„Wir haben keinen Luxus eingebaut, der Umbau ist finanziert. Es müssen keine Kredite aufgenommen werden“, betonte er. So werden zum Beispiel 70 Prozent des alten Büromobiliars aus den beiden bisherigen Standorten des Kirchenkreises Nordfriesland in Husum und Leck jetzt im zentralen Standort in Breklum verwendet.

„Wir sollten darüber nachdenken, ob wir ab einer bestimmten Summe künftige Bauvorhaben an Experten vergeben sollten“, regte Präsidiumsmitglied Andreas Hamann an. Diskutiert wurde der Vorgang nicht.

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