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Feuchterer Boden : Kinderstube für die Uferschnepfe

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Im Beltringharder Koog werden bessere Lebensbedingungen für Wiesenvögel geschaffen. Mehrere Naturschutz-Organisationen sind dabei, wieder mehr feuchte Flächen in dem rund 3400 Hektar großen Naturschutzgebiet anzulegen.

Auf einem rund 31 Hektar großen Teil des insgesamt 3374 Hektar großen Naturschutzgebiets Beltringharder Koog sorgen die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein und das Michael-Otto-Institut im NABU Bergenhusen (MOIN) dafür, dass Uferschnepfe und Co. wieder stocherfähigen Boden für die Nahrungssuche finden. Die Kosten der aktuellen Maßnahme belaufen sich auf 30 000 Euro. In das „LIFE-Limosa“-Projekt fließen bis Ende 2022 insgesamt rund 6,1 Millionen Euro, von denen die Hälfte von der EU stammt.

Der Koog entstand im Zuge der Eindeichung der Nordstrander Bucht, durch die das ursprüngliche Watt nicht mehr im Einflussbereich der Gezeiten der Nordsee liegt. Die als Weideland genutzte Teilfläche des Koogs ist im Besitz des Landes und liegt im europäischen Schutzgebietssystem Natura 2000. Sie hat besonders im Frühjahr, wenn es für die Wiesenvögel besonders wichtig ist, in trockenen Wetterphasen zu wenig Wasser. Doch gerade die Altvögel benötigen für ihre Nahrungssuche während der Brutzeit weiche und feuchte Böden, in denen sie gut nach Würmern und anderer Nahrung stochern können. Um mehr Wasser in der Fläche halten zu können, werden die Naturschützer nach Angaben der Stiftung vorhandene Gräben und Grüppen vorsichtig aufweiten, neue Flachwasserbereiche schaffen und Grüppen stauen. Steile Uferböschungen an den Gräben werden abgeflacht und künftig mit beweidet, um die Flächen von Schilf und anderem unerwünschten Bewuchs freizuhalten. Damit bleibt das Gelände für die Wiesenbrüter übersichtlich, um Feinde erkennen zu können.

Bei dem von der EU geförderten Naturschutzprojekt steht der Schutz heimischer Wiesenvögel im Vordergrund. Namensgeberin von LIFE-Limosa ist die in Deutschland vom Aussterben bedrohte Uferschnepfe, deren wissenschaftlicher Name „Limosa limosa“ lautet. Dieser große Watvogel mit seinem markanten langen Schnabel hat als Charakterart feuchter Wiesenlandschaften hinsichtlich der Größe und Ausstattung seines Lebensraumes höhere Ansprüche als andere Wiesenvögel. Wo sich die Uferschnepfe wohlfühlt, finden auch andere Feuchtwiesenvögel wie Kiebitz, Rotschenkel und Großer Brachvogel optimale Lebensbedingungen.

An der Planung der Baumaßnahmen beteiligt waren die Stiftung Naturschutz, das MOIN, das Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume mit der Integrierten Station Eider-Treene-Sorge und Westküste sowie die Firma Amphi-Consult. Vor Ort wird das Projekt von der AG Naturschutz im Beltringharder Koog unterstützt.

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erstellt am 16.Okt.2013 | 17:00 Uhr

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