zur Navigation springen

St. Peter-Ording : Kindergarten platzt aus allen Nähten

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

An die Kita in St. Peter-Ording muss angebaut werden. Der Bauausschuss entscheidet sich für die erforderliche Änderung des Bebauungsplans. Die Einrichtung wird mehr als doppelt so groß.

Große Pläne hat die Gemeinde St. Peter-Ording mit der Kindertagesstätte. Sie muss erweitert werden, da entgegen den demographischen Prognosen im Badeort und den Nachbarkommunen nicht weniger, sondern immer mehr Kinder leben. Der Bauausschuss befasste sich in seiner jüngsten Sitzung ausführlich mit den Plänen für den Anbau. Denn dafür muss der Bebauungsplan Nr. 19 im Bereich Fasanenweg, Eiderstedter Straße und Kirchenleye geändert werden.

In den mehr als 50 Jahren seiner Existenz hat sich die Einrichtung zu einer Kindertagesstätte mit drei Krippengruppen, fünf Kindergarten- und fünf Hortgruppen entwickelt, dem zusätzlich ein Familienzentrum angegliedert ist. Im Kreis Nordfriesland ist es die größte Tagesstätte für Kinder. Träger ist das evangelische Kita-Werk NF. Die Finanzierung teilen sich die Gemeinden St. Peter-Ording, Tating und Tümlauer-Koog. Gegenüber 130 Kindern in 2010 besuchen die Kita heute mehr als 200. Allein im Hort ist die Zahl auf 75 gegenüber 30 angestiegen. Die Ganztagesbetreuung hat ebenfalls stark zugenommen. Deswegen ist man vor einigen Jahren mit dem Hort in den heutigen Gemeinschaftsschulteil der Nordseeschule ausgewichen. Ein Trakt mit insgesamt acht Klassenräumen wurde genutzt. Jetzt aber benötigt die Schule diese Räume wieder für eigene Zwecke. Darauf wies Bürgermeister Rainer Balsmeier zu Beginn der Beratung hin. Er machte auch deutlich, dass bislang für die Erweiterung der Kita einige Hürden zu nehmen waren, denn der Anbau zur Erweiterung erweise sich größer als der jetzige Bestand. Bisher aber hat man sich immer mit Übergangslösungen wie der Auslagerung der Hortgruppen und Umwidmung von Räumen geholfen. Um aber dem Anspruch einer Kita dieser Größe mit Familienzentrum gerecht zu werden, bedarf es des entsprechenden Platzes. Er schloss: „Die tragenden Gemeinden haben sich verständigt, dass der Erweiterungsbau gewollt ist.“

Meike Marxen vom Planungsbüro Sven Methner in Meldorf erläuterte anhand des Auszuges aus dem Liegenschaftskataster die vorgesehene Änderung des B-Planes. Demnach wird die Kita um 7352 Quadratmeter – ebenerdig – erweitert. Im Zusammenhang mit einer Versiegelung in dieser Größenordnung müssen eine Begrünung des Areals, Ersatzpflanzungen, der Erhalt bestehender Grün- und Wasserflächen (Graben), Zuwegungen und Stellplätze bedacht werden. Die Grundflächenzahl soll für die für die Kita ausgewiesene Fläche von 0,2 auf 0,3 erhöht werden. Der mit den Planungen beauftragte Architekt Karl-Heinrich Poggrön stellte das Erscheinungsbild des Gebäudes vor. Das passt zu dem der Utholm-Schule. Für die Flachdächer ist zwecks Regenwasserablauf eine schwache Neigung vorgesehen. Zur Vermeidung von Legionellen erfolgt die Warmwasserversorgung dezentral.

Der Ausschuss-Vorsitzende Bodo Laubenstein (CDU) schlug die Begrünung der Flachdächer wie auch eine andere Parkplatzgestaltung vor. Die Ausschuss-Mitglieder folgten dem nicht. Die Firsthöhe wurde von 9,50 auf acht Meter festgesetzt. Die Verwaltung hatte vorgeschlagen, auf textliche Festsetzungen zu verzichten. Hier schieden sich die Geister. Ansonsten gab es keine kritischen Punkte. Mit vier gegen drei Stimmen wurde mehrheitlich die Änderung des Bebauungsplanes einschließlich wesentlicher textlicher Festsetzungen beschlossen.

Geplant ist, dass der Hort bis zum Beginn der Sommerferien im Klassentrakt verbleibt, der Kindergarten einschließlich Krippengruppen im Juli und August in Räume des ehemaligen Mutter- Kind-Kurheim Köhlbrand in Ording umzieht, so dass die Hortgruppen dann in das Kindergartengebäude wechseln können. Wegen der Nähe zur Utholm-Schule ist das die zweckmäßigste Lösung. Zum Schuljahresbeginn kann die Schule den Klassentrakt dann wieder für ihre Zwecke nutzen. Die Bauzeit für den Anbau ist mit 18 Monaten angesetzt.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen