zur Navigation springen

Kein Organisator : Kinderfest in Bredstedt vor dem Aus

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Der Vorsitzende des Handwerkervereins, der auch das Bredstedter Kinderfest organisiert, kandidiert nicht mehr. Ohne Nachfolger droht das Aus. Die vier Schulen mit etwa 1200 Kindern wären die Leidtragenden.

shz.de von
erstellt am 01.Nov.2014 | 14:00 Uhr

Es ist kurz vor zwölf: Alle, denen das Bredstedter Kinderfest am Herzen liegt, sollten sich am Dienstag (11. November) um 20 Uhr im Bredstedter Sool einfinden. Denn falls sich kein neuer kreativer Kopf sowie weitere Helfer finden lassen, wird das alljährlich vom Bredstedter Handwerkerverein von 1859 organisierte Kinderfest für die vier Bredstedter Schulen mit etwa 1200 Kindern im kommenden Jahr definitiv nicht mehr stattfinden.

Die amtierenden Vorstandsmitglieder wollen am Dienstag informieren und ihre Aufgaben beschreiben. „Das wird der letzte Versuch“, sagt der kommissarische Vorsitzende, Frank Rehder, entschlossen. Schon länger steht das Traditionsfest auf der Kippe. In allen Jahresversammlungen der vergangenen Jahre sind Appelle der Vorstandsmitglieder um mehr Mithilfe aus den Reihen der derzeit 280 Mitglieder fehlgeschlagen. Nur um das Kinderfest nicht schon früher sterben zu lassen, ist der kommissarische Chef des Vereins, Frank Rehder, vor fünf Jahren in die Bresche gesprungen. Er hat sowohl den „Organisations-Hut“ in die Hand genommen, als auch den Verein weiterhin kommissarisch geführt, nachdem der langjährige Vorsitzende, Werner Dorow, seinen Posten aus Gesundheitsgründen abgeben musste.

Trotz intensiver Bemühungen blieb das Amt des ersten Vorsitzenden bis heute vakant. „Ich werde mich definitiv in der Jahresversammlung im Frühjahr 2015 nicht mehr zur Wahl stellen“, betont Rehder. Mit dem Verein, so hoffe er, werde es irgendwie weitergehen. Doch mit dem Kinderfest wäre Schluss. „Wir möchten spätestens am Informationsabend einen Nachfolger für die Organisation und damit Fortführung des Kinderfestes gewinnen. Darauf legen wir unseren Fokus“, betont Schriftführer Kai Lorenzen. Dabei werde niemand ins kalte Wasser geworfen. „Sollte sich jemand bereit erklären, wird er tatkräftig von allen Vorstandsmitgliedern unterstützt. Auch von mir bekommt er Starthilfe“, bekräftigt der kommissarische Vorsitzende Rehder. Der Job wäre nach seiner Meinung ideal für Eltern der Schüler aus einer der vier Schulen geeignet. Sie brauchen auch nicht aus Bredstedt kommen. Jeder könne auch Mitglied im Verein werden, er müsse kein Handwerker sein.

Denkbar wäre, so Lorenzen, auch die Gründung eines Fördervereins. Wichtig sei nur, dass jemand die Leitung des Festes übernimmt. Zusätzliche Helfer ließen sich sicher akquirieren. Erfahrene Kinderfestler würden im Hintergrund zur Verfügung stehen. Beispielsweise sei einer der treuen Seelen Paul Ludwig Petersen. Seit mehr als 40 Jahren stehe er als Mitorganisator bereit. Aus Gesundheitsgründen müsse er kürzer treten. Auch er würde dem Neuen und seinem Team zur Seite stehen.

Am 11. November werde sich auch zeigen, so Rehder, ob in der Bevölkerung überhaupt noch Interesse an dem Kinderfest bestehe. „136 Jahre lang war es ein Selbstläufer. Es wäre schade drum, wenn wir es absagen müssten. Ich selbst kann es aber aus beruflichen Gründen nicht mehr wuppen“, so Rehder. Sollte es zum Aus kommen, müsste die Bredstedter Bevölkerung auf den großen, bunten Umzug durch die Stadt, den Luftballonwettbewerb und den beliebten Bunten Rasen verzichten.










zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen