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Husumer Nachrichten

22. November 2017 | 10:25 Uhr

Bordelum : Kinder schaffen Kunstwerke

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Bei der Hamburger Bildhauerin Antje Truelsen lernen Kinder und Jugendliche, ihre Fantasie zu nutzen.

„Ich säge und klopfe alles ab, was nicht Unke ist“, sagt der neunjährige Bordelumer Tim selbstbewusst. Unter dem wohlwollendem Blick der Hamburger Bildhauerin Antje Truelsen setzt er zielstrebig den Meißel an den Ytong-Stein und schlägt mit dem Holzklüpfel, dem bildhauertypischen Arbeitsgerät, Stück für Stück ab, was da nicht hingehört. „Ytong eignet sich besonders gut für Anfänger“, weiß die Fachfrau, die nicht das erste Mal Workshops für Schüler gibt. Zehn Lernwillige zwischen acht und zwölf Jahren – sie sind regelmäßige Besucher des Jugendzentrums (JuZ) Bordelum – sind der Einladung von Einrichtungsleiterin Christin Gut zur Bildhauer-Werkstatt gefolgt. Sie findet in Kooperation mit der Evangelischen Kindertagesstätte und ihrer Leiterin Bärbel Becker statt. Weil dort mehr Platz im großen Garten ist, ist das kreative Unternehmen kurzerhand dorthin verlegt worden.

Ein wenig aufgeregt sind die jungen Bildhauer-Nachwuchskräfte schon. Keiner von ihnen hat bisher etwas damit zu tun gehabt. Schnell nimmt die 38-jährige Expertin, die übrigens als gebürtige Nordfriesin ein Heimspiel hat, den Kids die Scheu vor der neuen Erfahrung. Anhand von Fotos zeigt sie Skulpturen lebender Bildhauer, erklärt in einfachen Worten, wie man am einfachsten zum „dreidimensionalen Blick“ kommt und beginnt nicht ohne ernsthaften Hintergrund mit pantomimischen Übungen. „Stellt euch vor, ihr seid eine Brücke. Zeigt mir, wie sie sein soll, ganz nach euren Wünschen“, bittet sie die muntere Truppe. Schnell ist das Eis gebrochen, und mit viel Spaß und Elan geht es ans Werk.

Die Künstlerin zeigt, wie die Werkzeuge, so auch Säge oder Raspel, am besten und effektivsten eingesetzt werden. „Malt euch am besten eine Skizze auf den Stein, wie die Figur werden soll. Dann braucht ihr nur den Rest abschlagen. Seid nicht ängstlich, dass ihr zuviel wegnehmt“, sagt sie. Hochkonzentriert arbeiten die Kids, stellen hier und da Fragen oder bekommen Tipps aus erster Hand von der Fachfrau, die sich zunächst zur Holzbildhauerin ausbilden ließ und bis 2008 an der Hochschule für Bildende Künste in Dresden studiert hat. Mittlerweile hat sie viele Auftragsarbeiten vollendet. Für sie sei wichtig, dass die Figuren leben und Gefühle für den Betrachter transportieren. Das gehe am besten mit Naturmaterialien.

Tim ist zufrieden, kann gar nicht genug bekommen von der Bildhauerei. Wie fast alle anderen ist er in zwei Stunden – nur soviel Zeit hat zur Verfügung gestanden – nicht ganz fertig geworden, denn sie sind sehr schnell vergangen. „Wer nicht fertig ist, kann nächstes Mal im Jugendtreff weiterarbeiten und die Werke auch noch anmalen“, tröstet Truelsen. Sehr zufrieden sei sie mit den Kindern. „Sie wollten etwas erreichen und das haben sie. Ihre Skulpturen zeigen, dass sie mich verstanden haben“, freut sich die Künstlerin am Ende. „War eine tolle Sache“, sind sich Liane Johannsen und Sophie Bahnsen einig.

Gefördert hat das Projekt der Förderverein des JuZ mit seinem Vorsitzenden, Nils Lagerpusch. Finanzielle Unterstützung zum Kauf des Materials ist von der Spendengemeinschaft Erneuerbare Energien Bordelum sowie dem Windpark Reußenköge gekommen. Für die Ytong-Steine hat das Husumer Unternehmen C.G. Christiansen einen Rabatt gewährt.

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