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Hospiz macht Schule : Kinder mit Trauer nicht alleine lassen

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Sterben als Thema in der vierten Grundschulklasse: Die Inner-Wheel-Damen unterstützen das Projekt „Hospiz macht Schule“.

shz.de von
erstellt am 27.Aug.2017 | 08:00 Uhr

Das Projekt „Hospiz macht Schule“ wurde von der Bundes-Hospiz-Akademie entwickelt und wird seit 2012 vom Ambulanten Hospiz-Dienst Husum und Umgebung angeboten. „Im Rahmen fünftägiger Projektwochen, die von uns mit einem sechsköpfigen Team in den vierten Grundschulklassen durchgeführt werden, bemühen wir uns darum, Kinder mit den Themen Sterben, Tod und Trauer auf vielfältige Weise vertraut zu machen“, erläutert Projekt-Koordinatorin Karina Hagedorn das Vorhaben. Die Resonanz sei bisher ausnahmslos positiv gewesen: „Wir haben mit großem Erstaunen gesehen, wie aufmerksam, wissbegierig und vorbehaltlos sich die Kinder dem Thema nähern. Nicht selten erzählen sie uns am Ende der Woche, dass man vor dem Tod keine Angst haben muss und wie wichtig es ist, darüber zu sprechen, wenn man traurig ist.“

Neben den Gesprächen, die in kleinen Gruppen erfolgen, damit die Kinder sich trauen, über ihre Gefühle zu sprechen und unbefangen Fragen zu stellen, gibt es in dieser Woche immer auch kreative Phasen. Sie dienen dazu, das Gehörte, Gesagte und Erlebte zu verarbeiten. Fantasiereisen gehören ebenso dazu wie das Malen von Bildern, Pantomime, Spiele sowie Lockerungs- und Entspannungsübungen.

Die ersten Projektwochen fanden an den Grundschulen in Drelsdorf, Joldelund, Hattstedt und Breklum statt. Nun sollen sich erstmals auch Kinder einer Husumer Grundschule dem Themenkomplex nähern. Auf diesen Moment sind alle schon gespannt: „Wir rechnen damit, dass die Atmosphäre in der Stadt eine andere sein kann als die im ländlichen Bereich, wo die Kinder zumeist noch ein Stück näher dran sind an der Natur “, sagt Karina Hagedorn.

Die größte Herausforderung besteht für sie darin, mit interessierten Schulen einen Termin zu finden. „Aufgrund der Ferienzeiten und schuleigenen Projekten haben wir für die Durchführung nur ein gewisses Zeitfenster und bei der Terminplanung gibt es einiges zu beachten“, sagt sie, denn aufgrund des sensiblen Themas sollen die Projektwochen möglichst so platziert werden, dass sie weder kurz vor Weihnachten noch unmittelbar vor dem Schuljahrsende stattfinden. „Manchmal brauchen Kinder auch danach noch vertraute Ansprechpartner, mit denen sie über ihre Fragen und Ängste reden können. Die wollen wir auffangen können. Hinzu kommt, dass einige unserer Mitarbeiter, die diese Aufgabe ehrenamtlich übernehmen, berufstätig sind. Manche investieren sogar ihre Urlaubstage dafür.“

Das Team freut sich natürlich, dass das Interesse an diesem Angebot nach den ersten erfolgreichen Veranstaltungen merklich gestiegen ist, doch um der vermehrten Nachfrage gerecht zu werden, müsste personell aufgestockt werden. „Bisher kann der Hospiz-Dienst maximal drei Projektwochen pro Jahr durchführen. Um mehr leisten zu können, müssten weitere Kräfte gewonnen werden und eine entsprechende Fortbildung absolvieren“, so Karina Hagedorn.

Hier kann und will der Inner-Wheel-Club Husum helfen: „Wir möchten uns dafür einsetzen, dass weitere Hospizbegleiter ausgebildet werden und ihre Materialkoffer immer gut gefüllt sind“, sagt Gabriela Bläß, die in ihrem Präsidentschaftsjahr, das im Juni zu Ende gegangen ist, den Hospizdienst mit Spenden in einer Gesamthöhe von 3000 Euro bedacht hat. Wie die jetzige Past-Präsidentin des Husumer Service-Clubs betont, ist es für die Inner-Wheel-Damen eine Herzensangelegenheit, diese Einrichtung kontinuierlich zu unterstützen: „Auch in Zukunft werden wir den Ambulanten Hospiz-Dienst Husum und Umgebung jährlich mit einer fixen und somit planbaren Summe ausstatten“, verspricht sie.

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