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Bundesweiter Vorlesetag : Kinder für Bücher begeistern

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Der städtische Kindergarten in Tönning, die Grundschule Tetenbüll beteiligten sich neben dem Kindergarten am Meer, der Bornschool und der Bürgerschule in Husum am bundesweiten Vorlesetag.

Ganz gespannt verfolgen die Kinder die Geschichte, die ihnen Günter Lefeber vorliest. „Floh sucht Löwe“ heißt das Kinderbuch, das der Tönninger im städtischen Kindergarten am Rieper Weg den kleinen Zuhörern präsentiert. „Es ist mein letztes Buch, das ich für Kinder geschrieben habe, leider ist es vergriffen und nicht mehr zu haben“, sagt der Senior, der weiß, wie man seine Zuhörer in den Bann zieht. Schließlich ist er Mitinitiator und Gestalter der regelmäßigen Lesungen in der Galerie Auf Norwegen in Tönning. Und nicht nur für die Vorschulkinder war gestern ein besonderes Ereignis, auch für Günter Lefeber, feierte er doch just seinen 82. Geburtstag. Trotzdem ließ er es sich nicht nehmen, ihnen diese Freude zu bereiten.

Seit zehn Jahren findet immer am 21. November der bundesweite Vorlesetag statt, organisiert von der Stiftung Lesen, der Wochenzeitung Die Zeit und der Deutsche Bahn-Stiftung. Von Flensburg bis Füssen heißt es dann „Deutschland liest vor“. Bundesweit sind etwa 80 000 Vorleser dabei. Doch nicht nur in Kitas und Bibliotheken, sondern auch in Zügen, im Bus und in der Straßenbahn, im Schwimmbad und während der Mittagspause in der Kantine wurden gestern die Bücher aufgeschlagen. Und auf Eiderstedt beteiligte sich außerdem die Grundschule Tetenbüll mit einem plattdeutschen Vorlesetag. „Platt – ik bün dorbi“ war vom Schleswig-Holsteinischen Heimatbund initiiert worden.

Doch die Lesung im städtischen Kindergarten hatte noch eine andere Bedeutung. „Sie war gleichzeitig der Startschuss für die regelmäßigen Vorlesenachmittage, die von nun an jeden ersten und dritten Dienstag im Monat von 15.30 bis 16.15 Uhr in der Stadtbücherei Tönning für Kinder von drei bis sechs Jahren stattfinden“, erläuterte Christine Koch von der Bücherei. Gestern wollten sie und alle Beteiligten ein öffentlichkeitswirksames Zeichen für das Vorlesen setzen und so Freude an Büchern schon bei den Kleinsten wecken. „Ziel ist es, Kinder bereits früh mit dem geschriebenen und erzählten Wort in Kontakt zu bringen.“ Die Jungen und Mädchen des Kindergartens bekommen aber noch mehr geboten, wie Erzieherin und Gruppenleiterin Kirsten Schlomann berichtete. „Wir gehen mit ihnen jeden zweiten Mittwoch in die Bücherei, wo ihnen ein von Christine Koch ausgewähltes Kinderbuch vorgelesen wird.“ Dies sei für die Kleinen immer ein ganz besonderer Tag.

„Das Bett ist zu klein“, erklärt das Mädchen, als Susanne Dircks ein Bild mit dem weißen Bären Emil herumzeigt. Die Vier- und Fünfjährigen der  Kindertagesstätte am Meer im Huisumer Ortsteil Schobüll waren am elften bundesweiten Vorlesetag begeistert bei der Sache. Die Wochenzeitung „Die Zeit“, Stiftung Lesen und die Deutsche-Bahn-Stiftung  wollen damit den Spaß am Lesen und Vorlesen wecken – beides ist so wichtig für die kindliche Entwicklung. Das unterstützten auch in diesem Jahr wieder mehr als 80.000 Vorleser in Schulen und Bibliotheken, aber auch Zügen und Tierparks. Unter dem Motto „Platt – ik bün dorbi“ beteiligte sich der Schleswig-Holsteinische Heimatbund zum zweiten Mal und stiftete dafür plattdeutsche Bücher, wie eben Birgit Lemmermanns „Ut’n Leven vun Emil“.

In Susanne Dircks’ Mix aus Erzählen, Vorlesen und Fragen lauschten und kommentierten zwei Gruppen der Schobüller Kita Emils Tagesablauf. Dank einiger weniger Übersetzungen und der Bilder hatten sie keinerlei Probleme mit der Sprache. In der Schobüller Außenstelle der Klaus-Groth-Schule, die regelmäßig Unterricht in Plattdeutsch gibt, konnten einige Viertklässler der Bornschool sogar direkt auf Platt Dircks’ Fragen zum „Grüffelo“ von Julia Donaldson beantworten. Obwohl die meisten von ihnen die Geschichte des Ungeheuers kannten, zeigten und übersetzten sie konzentriert die „gruligen Hauers“ am Kuscheltier.

Vertauschte Rollen dagegen in der Husumer Bürgerschule: Patrick Breyer, Landtagsabgeordneter der Piraten, ließ sich diesmal im Gegensatz zum Vorjahr von Zweitklässlern vorlesen.

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