Hattstedt : Kicken wie die Profis

Im St. Pauli-Dress wird trainiert und ein kleines Match ausgetragen.
Im St. Pauli-Dress wird trainiert und ein kleines Match ausgetragen.

Zum siebten Mal bietet der TSV Hattstedt ein Fußballcamp für Kinder mit Trainern des FC St. Pauli an.

shz.de von
09. August 2018, 06:00 Uhr

Drückende Schwüle liegt über dem Sportplatz des Turn- und Sportvereins (TSV) Hattstedt. Und dennoch lassen sich 76 Kinder im Alter zwischen sechs und 14 Jahren nicht beeindrucken. Viel trinken und genügend Pausen, dann hält man auch beim siebten fünftägigen Fußballcamp des Vereins durch. Erneut ist es Vereins-Chef Thorsten Schulze mit Unterstützung von Sponsoren gelungen, sechs erfahrene Trainer der Fußballschule „FC St. Pauli Rabauken“ für das Camp zu gewinnen.

Diesmal ist Felix Beyer als Leiter dabei. Er ist mit Fußball groß geworden und spielt von Anfang an beim Hamburger Traditionsverein. Seit vier Jahren ist er damit betraut, Nachwuchs-Kickern den effektiven Umgang mit dem Ball beizubringen. „Wir machen das in Stationen, so dass alle Teilnehmer jeden Tag jeweils einmal alle Übungseinheiten bekommen. Wichtig ist mir, dass kein Leistungsdruck entsteht. Die Kids lernen von ganz alleine, wenn der Spaßfaktor sichergestellt ist“, erläutert der Trainer. Ihm zur Seite stehen die Eric-Daté Tété, Jannik Burkhardt, Leon Kühn und Fabian Schneider. Sie sind sich einig, dass in Hattstedt gute Übungsmöglichkeiten vorgehalten werden. Das gebe es nicht überall, dass engagierte Helfer vor Ort unterstützen.

Die organisatorischen Fäden im Hintergrund zieht wieder Thorsten Nesse, Trainer beim TSV Hattstedt mit einem Freiwilligen-Team. „Wir wollen den zu Hause gebliebenen Kindern und Jugendlichen in den Ferien etwas Besonderes bieten. Das Camp ist offen für alle, die in Vereinen der Region kicken. Der Zulauf zeigt uns, dass Bedarf besteht“, so Nesse. Trainiert wird täglich von 10 bis 16 Uhr inklusive Pausen.

Auch heute geht es zur Sache, aber nicht ohne Aufwärmprogramm – und das hat es in sich. Eine Übung macht nicht nur sehr viel Spaß, sondern erfordert hohe Konzentration. Alle stehen sich gegenüber. Sobald der Trainer ruft „Bauch“, „Kopf“, „Fuß“ müssen die Akteure so schnell wie möglich mit beiden Händen das entsprechende Körperteil anfassen. Ruft er „Ball“, so müssen sich die Kids die vor ihnen auf dem Boden liegenden Bälle zuwerfen. „Achtung, aufgepasst, wir üben jetzt das Tore schießen“, ruft Coach Jannik Burkhardt seinem Team unvermittelt zu. Auch Doppelpass-Spiel, Dribbeln oder Ballannahme werden geübt.

Mit dabei ist auch Lars Domeyer. Er ist Spieler der Hattstedter F-Jugend. Seine Mutter Solveig, selbst Trainerin im Verein, bestätigt, dass das Camp die jungen Leute deutlich voranbringe. „Wir Trainer merken es besonders deutlich. Die Workshops kommen uns sehr zugute. Sie wenden das Erlernte an“, sagt sie. Abends sei ihr Sohn zwar ausgepowert, doch meist halte das nicht lange an. Er kicke dann im eigenen Garten noch weiter.

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