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Friedrichstadt : Kerstin Lamp soll Weichen stellen

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Die neue Stadtmanagerin hat ihr Büro im Friedrichstädter Rathaus bezogen. Die 38-Jährige Witzworterin tritt die Nachfolge von Annika Müller an.

Auf dem Deich spazieren gehen und sich vom Wind mal so richtig durchpusten lassen, wenn einem danach ist – das ist es, was Kerstin Lamp unter anderem an ihrer nordfriesischen Heimat so liebt. Die 38-Jährige ist hier verwurzelt, sie ist in Husum geboren und lebt mit ihrer Familie in Witzwort. „Ich komme aus der Region und will etwas für die Region tun“, sagt die Mutter einer kleinen Tochter. Als Stadtmanagerin in Friedrichstadt hat sie jetzt die Gelegenheit dazu. Heute Abend in der Stadtverordneten-Sitzung wird Bürgermeister Eggert Vogt sie offiziell vorstellen.

In ihrem Büro im ersten Stock des Rathauses mit schönem Blick auf den Marktplatz stapeln sich noch keine Unterlagen, auch Einrichtung und Ausstattung lassen noch ein wenig zu wünschen übrig. Kerstin Lamp hat die Aufgabe erst vorige Woche übernommen. Sie ist Nachfolgerin von Annika Müller, die im Sommer gekündigt hatte.

Die Neue soll helfen, die Weichen für die Zukunft des Holländer-Städtchens zu stellen. Sie will an die Arbeit ihrer Vorgängerin anknüpfen. Annika Müller ist nach nur einem Jahr gegangen, weil sie sich für eine dauerhafte Anstellung anderswo entschieden hat. Der Posten der Stadtmanagerin ist nämlich auf fünf Jahre befristet, Kerstin Lamp bleiben jetzt also noch vier davon. „Es wurde bereits gute Arbeit geleistet. Jetzt müssen wir sehen, dass das Schiff Fahrt aufnimmt“, sagt Lamp. Wie es 2021 für sie beruflich weitergeht, ist erst einmal Nebensache.

Trotz seines Status’ als äußerst beliebtes Touristenziel hat das klamme 2500-Einwohner-Städtchen Probleme. Aufgrund der Eingrenzung durch Eider und Treene hat Friedrichstadt praktisch keine Möglichkeit, sich auszudehnen. Andererseits nehmen die Leerstände in der Innenstadt zu. Der Anteil der älteren Generation ist hoch. Was fehlt, sind in erster Linie junge Leute. Die 20- bis 30-Jährigen gehen für Studium oder Ausbildung fort, beschreibt Lamp die Situation, mit der viele ländliche Regionen konfrontiert sind. „Die müssen wir zurückholen“, nennt die Stadtmanagerin eine der Herausforderungen. Viele seien nämlich eigentlich tief verwurzelt in Nordfriesland. So wie sie selbst. Die Aufgabe lautet also: „Wie können wir für junge Familien attraktiv werden? Der neue Spielplatz beispielsweise ist da sicher nur ein kleiner Baustein.

Kerstin Lamp bringt die wesentlichen Eigenschaften mit, die der Rathaus-Chef ins Stellenprofil geschrieben hat. Sie hat Volkswirtschaftslehre studiert und kann aus ihrer früheren Tätigkeit bei der Nord-Ostsee-Sparkasse Erfahrung in Projektarbeit und -koordination vorweisen. In bestimmte Bereiche muss sie sich aber auch erst einarbeiten. Ausgerechnet in Finanzfragen etwa. Zwar weiß sie als gelernte Bankkauffrau gut Bescheid, wie Otto Normalverbraucher dafür sorgen kann, immer flüssig zu sein. Doch die Fördermittel-Recherche, also das Anzapfen von öffentlichen Zuschussquellen, das „ist tatsächlich Neuland für mich“. Hier vertraut sie auf die Unterstützung der erfahrenen Kollegen beim Amt Nordsee-Treene oder bei der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Nordfriesland, mit der sie eng zusammenarbeiten wird.

Lamps Hauptaufgaben sind die Entwicklung eines Leitbilds für die Stadt und die Umsetzung des Projekts Zukunftsstadt Friedrichstadt. Die Bevölkerung spielt für sie dabei die Hauptrolle. „Die Bürger sollen sagen: ,Das ist unser Friedrichstadt. So wollen wir hier leben‘“, skizziert sie ihre geplante Vorgehensweise. Die Stadt und ihre Einwohner hätten große Potenziale. Es sei wichtig, Vereine, Wirtschaft und Organisationen zusammenzuführen. „Vielleicht kann man dann auch mal auf dem kurzen Dienstweg etwas entwickeln“, hofft die neue Stadtmanagerin.

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