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Große Enttäuschung : Keine Umgehung für Tating

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) hat die Umgehungsstraße für Tating aus dem Bundesverkehrswegeplan gestrichen. Dabei waren die letzten Gutachten gerade fertig.

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erstellt am 05.Mär.2016 | 12:00 Uhr

Riesen-Enttäuschung für Tatings Bürgermeister Hans Jacob Peters, und nicht nur für ihn: Es wird vorerst keine Umgehungsstraße für Tating geben. Der Verkehr, speziell von und nach St. Peter-Ording, muss sich im Sommer weiter durch die enge Dorfstraße quälen. Eine Belastung für Anwohner und Autofahrer.

Der CDU-Bundestagsabgeordnete Ingbert Liebing habe ihm mitgeteilt, dass die Umgehung im Zuge der B  202 von Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) aus dem Bundesverkehrswegeplan genommen worden sei. „Eine Begründung liegt mir nicht vor. Für mich ist das völlig unverständlich“, sagt Peters. „Dabei hatte der Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr gerade die letzten Gutachten zur Landesregierung geschickt. Wir waren kurz vor dem Abschluss, und jetzt das.“ Für die Gemeinde bedeutet das auch in ihrer Entwicklung einen Riesen-Rückschritt. Im Vertrauen auf die Umgehungsstraße hatte sie den Bebauungsplan für den Dorfkern auf den Weg gebracht. Das sollte die Attraktivität des Dorfes steigern. Und der Landesbetrieb habe nichts mehr an der Ortsdurchfahrt reparieren wollen, bis die Umgehung fertig ist. „Seit fast 60 Jahren fordern wir die Umgehung, auch um unseren Dorfkern zu schützen“, so Peters.

Die B  202 sollte nördlich um Tating herumführen. Dazu seien im Jahr 2015 alle erforderlichen Gutachten auf den neuesten Stand gebracht und Ende des Jahres zum Planfeststellungsbüro nach Kiel geschickt worden. Alles in allem seien sicherlich bislang gut 500.000 Euro in das Verfahren geflossen. In einem Schreiben an die Gemeinde hatte Landes-Verkehrsminister Reinhard Meyer im Februar 2015 unter anderem geschrieben: „Die aktuell erfolgte Anmeldung für die Aufnahme in den Bundesverkehrswegeplan 2015 soll Ihnen verdeutlichen, dass die Landesregierung hinter dem Projekt steht.“

Peters will die Entscheidung nicht hinnehmen. Denn der Verkehr in der Dorfstraße steige mit den Bautätigkeiten und Veranstaltungen in St. Peter-Ording, die er für die Region für richtig und wichtig hält. Die Bürgersteige können wegen der Verkehrsbelastung nicht sicher ausgebaut werden, Fußgänger leben gefährlich. Trotz Durchfahrverbot nutzen viele Lkw die Straße, weichen über die Bürgersteige aus und beeinträchtigen durch Erschütterungen die Bausubstanz der Häuser. Lärm und Luftverschmutzung verschlechtern die Wohnqualität, Häuser im Dorfkern seien schwer verkäuflich und verfallen langsam. „Mit einer Umgehungsstraße kann Tating als historisches Dorf vor St. Peter-Ording den Tourismus fördern, ohne sie wird Tating kein hübsches Bild abgeben“, so Peters.

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