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Schobüll und das Internet : Keine Prämien für Anschluss ans Breitband

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Nach dem Aus für den Glasfaserausbau durch die Bürger-Breitband-Netzgesellschaft ringt Schobüll weiterhin um Zugang zu schnellem Internet.

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erstellt am 05.Mai.2017 | 11:00 Uhr

Wie soll es weitergehen im Husumer Ortsteil Schobüll, was die Versorgung mit schnellem Internet betrifft? Denn der flächendeckende Glasfaserausbau durch die Bürger-Breitband-Netzgesellschaft (BBNG) findet ja nun nicht statt: „Meilenweit weg waren wir von der Anschlussquote, obwohl wir so tüchtig dafür geworben haben“, ärgert sich Bürgermeister Uwe Schmitz. 68 Prozent der Haushalte in Schobüll, Halebüll, Hockensbüll und Lund hätten erreicht werden müssen, doch am Ende zeichneten nur 295 von 871 die benötigten Anteile – eine Quote von knapp 34 Prozent, also nur die Hälfte (wir berichteten).

„Wir schieben jetzt alle Frust“, fährt Schmitz fort. Und schließt damit sowohl die Stadtverwaltung und die Schobüller Vertretung als auch die BBNG und die Bürger, die sich für die Glasfaseranbindung entschieden hatten, ein. Gleichwohl, so sagt er, sei natürlich auch in diesem Ortsteil schnelles Internet nötig. „Wir müssen überlegen, wie wir nun vorgehen.“

Ganz so langsam wird es nicht in den Haushalten, die sich für das von der Telekom in Konkurrenz angebotene – und preiswertere – Vectoring entschieden haben: „50 bis 100 Megabit pro Sekunde sind damit möglich“, gibt Isabell Thomas, Mitglied der Schobüller Vertretung und des BBNG-Regionalforums, zu. „Dann ist allerdings Schluss, während der Glasfaseranschluss bis zu 1000 Megabit zulässt und damit für die nächsten Jahre bis Jahrzehnte Kapazitäten bietet.“ Und Zukunftsfähigkeit hat der Ortsteil, in dem der Anteil der über 60-Jährigen bei rund 80 Prozent liegt, dringend nötig, sowohl für seine Rolle im Tourismus als auch für die Anziehungskraft auf junge Familien. „Ohne Breitband-Internet bekommt man heute schon keinen Schüler mehr durchs Abitur“, spitzt Schmitz die Lage zu. „Und wer auf Reisen geht, prüft doch zuerst, ob es im Feriendomizil vernünftiges WLAN gibt – gerade in Gegenden wie hier, wo das Wetter nicht immer mitspielt. Da revoltiert doch der Nachwuchs, wenn er dann nicht mal mehr am Computer spielen kann.“

Und es gibt noch ein weiteres Problem: „Das Vectoring erreicht gar nicht alle Häuser“, so Isabell Thomas. 35 Haushalte in Halebüll könnten schon technisch gar nicht versorgt werden, weil ein Verteilerkasten fehlt. „Da schweben allerdings 500.000 Euro aus dem Husumer Haushalt im Raum. Die sind zwar mit einem Sperrvermerk versehen, könnten aber in die Hand genommen werden, wenn die Telekom ein Angebot für die Versorgung exponierter Randlagen im Stadtgebiet macht.“ Sie hoffe aber immer noch darauf, dass sich Wobbenbüll und Hattstedt für den Breitband-Anschluss der BBNG entscheiden. „Wenn da das Glasfaser liegt, wäre der weg nach Halebüll ja nicht mehr so weit .  .  .“

Die Schobüller Vertretung mache sich jedenfalls weiter in alle Richtungen Gedanken. „Am Dienstag, 30. Mai, haben wir ab 19 Uhr eine Sitzung im Magisterhof“, kündigt Thomas an. „Vielleicht wissen wir ja dann schon mehr.“

Das Viöler Modell jedenfalls schließt Schmitz schon jetzt aus: „Prämien für Bürger, die Verträge mit der BBNG schließen, wird es in Husum nicht geben.“ Damit würde ein Fass ohne Boden aufgemacht. „Wie sollen wir begründen, hier Zuschüsse zu geben und keine zum Beispiel für Kita-Beiträge?“ Das, so sagt er, wäre vom Selbstverständnis der Verwaltung her nicht in Ordnung.

 

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