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Konflikt um Lärmschutzwand : Keine Lösung im Kreisel-Streit

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Die Lärmschutzwand in Viöl am Kreisel im Zuge der B 200 erfüllt nicht ihren Zweck. Wahrscheinlich ist nun eine zweite gerichtliche Mediation, da eine Nachbesserung im Sinne der Klägerin noch nicht im Gespräch ist.

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erstellt am 26.Nov.2014 | 09:00 Uhr

Ein gutes Vierteljahr ist es her, da saßen sich im Landgericht Flensburg die Vertreter der Gemeinde Viöl und Bärbel Epple-Schröder mit ihrem Anwalt Henrik Osmers gegenüber. Schließlich hatten sich beide Parteien darauf geeinigt, zu versuchen, ihren Streit vor einer anstehenden gerichtlichen Klärung erst einmal in einer gerichtlichen Mediation beilegen zu können. Im August vereinbarten beide Parteien, eine Lösung für das Problem Lärmschutzwand in Viöl am Kreisel im Zuge der B 200 bis zum November zu finden. Doch die Gemeinde und Bärbel Epple-Schröder müssen nun in die Verlängerung gehen.

Sowohl die Gemeinde als auch die Gegenseite haben Stillschweigen vereinbart, sich darauf geeinigt, keine Details weiterzugeben. Dennoch ist bekannt, dass die Inhaberin von Bärbels Stoffecke am Kreisel mit dem Angebot der Gemeinde keinesfalls zufrieden ist. Denn angeboten wurden ihr, wie sie es formulierte, nur marginale Änderungen, aber keine Beseitigung der für sie unzumutbaren Details.

Zur Vorgeschichte: Bärbel Epple-Schröder hatte von ihrem Grundstück knapp 350 Quadratmeter an die Gemeinde verkauft, damit der Kreisel gebaut werden kann. Zur Bedingung hatte sie aber gemacht, dass eine Lärmschutzwand aufgestellt wird. Diese ist 75 Meter lang und zwei Meter hoch. Allerdings bemängelte die Viölerin schon gleich nach dem Bau, dass der Anblick zwar von der Straßenseite her der von ihr geforderten Holzoptik entspricht, jedoch nicht von ihrem Grundstück aus. Dort sind nicht nur die Metallmasten zu sehen, sondern auch die stählernen Verstrebungen. Von dem Aussehen eines Holzzaunes also weit entfernt. Hinzu kommt, dass Bärbel Epple-Schröder sich nie mit der Lärmreduzierung der Wand hat anfreunden können. Und tatsächlich, ein von ihr bestellter Gutachter merkte an, dass die Wand nicht ordnungsgemäß aufgebaut worden war, sowie kleine Lücken und Schallbrücken, aufweist. Eine Nachbesserung, so die Viölerin, sei von der Gemeinde abgelehnt worden. Hinzu komme, dass im nordöstlichen Bereich, dort wo während der Errichtung Bäume gestanden haben, heute eine Kahlfläche ist. Der Lärm also ungehindert auf das Grundstück dringt, wo er früher durch die Bäume abgefangen wurde. Der offene Abschnitt liegt im Bereich der B 200, der Aldi-Parkplatz-Zufahrt und der Hauptstraße nach Norstedt.

Jetzt will Osmers für seine Mandatin erneut an die Gemeinde herantreten. Vermutlich gibt es dann eine zweite Mediation. Sollte der zweite außergerichtliche Einigungsschritt zu keinem Erfolg führen, dann steht die Klage der Viölerin gegen die Gemeinde an.

Sollte sie vor Gericht Recht erhalten, dann könnte es für die Gemeinde Viöl sehr teuer werden, denn dies könnte den Rückbau des rund 700.000 Euro teuren Kreisels bedeuten. Das wäre für die Kommune eine Katastrophe, denn schließlich führt von dort die Zufahrt in das neue Gewerbegebiet, und auch die alte Verbindungsstraße nach Boxlund wurde renaturiert, Boxlund ist von Viöl aus nur über den Kreisverkehr direkt zu erreichen.

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