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Windkraftanlagen willkommen : Keine Höhenbegrenzung in Kolkerheide

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Die Gemeindeversammlung von Kolkerheide spricht sich für Riesen-Windkraftanlagen rund um das Dorf aus. Bislang gibt es dort eine Höhenbegrenzung von 70 Metern, jedoch ist ein Repowering geplant.

Einmal mehr war das Wohnzimmer von Bürgermeister Hans Günter Thordsen Dreh- und Angelpunkt der kommunalpolitischen Arbeit in der Gemeinde Kolkerheide. Mit ihren 68 Einwohnern ist sie die kleinste im Amtsbereich Mittleres Nordfriesland. Dort haben alle Bürger Stimmrecht. In Schleswig-Holstein gilt das bei Kommunen bis zu 70 Einwohnern. Elf Bürger waren zur jüngsten Gemeindeversammlung erschienen. „Beschlussfassung über eine Höhenbegrenzung der Windkraftanlagen“ war einer der Tagesordnungspunkte. Spontane Reaktionen gab es auf den Hinweis des Bürgermeisters, dass die Kommune rechtlich zum Außenbereich gehört und damit Mühlen mindestens 400 Meter von bebauten Grundstücken entfernt sein müssen: „Je höher desto besser, weil auch effektiver.“ Die jetzigen Mühlen im Bürgerwindpark seien 70 Meter hoch, würden sich schneller drehen, die größeren aber langsamer und es würden weniger gebaut, hieß es. Die Windparkbetreiber müssten sowieso entscheiden, was am meisten einbringt. Wegen der Höhe, so die Meinung der Runde, sollte die Gemeinde keine Begrenzung anordnen. Dafür votierten alle. Der Bürgermeister erläuterte, dass sich Kolkerheide im Hinblick auf das Oberverwaltungsgerichts-Urteil (wir berichteten) weitere Flächen gesichert habe, um „Wildwuchs“ Tür und Tor zu verschließen. Durch besagte richterliche Entscheidung seien die Regionalpläne I und III des Landes (Schleswig-Holstein Süd und SH Mitte, Nordfriesland gehört zum Planungsraum V) zunächst gekippt worden. Somit könnten wieder Areale als Windeignungsflächen ausgewiesen werden, die vorher herausgefallen waren. „Bei uns wäre noch was drin“, so Thordsen. Auf Amtsebene sei man sich einig, vier Planungsräume zu schaffen, in denen sich Nachbargemeinden beraten und gemeinsam agieren. Zwei davon seien im Nahbereich der „Veer-Dörper-Windpark“, in dem Joldelund, Goldebek, Goldelund und Kolkerheide vertreten sind, sowie der Windpark der Dörfer Drelsdorf, Högel und Vollstedt. Alle sollten sich, so die Empfehlung vom Kreis Nordfriesland, nun positionieren und mit kurzem Draht dorthin agieren. „Es bleibt spannend“, so Thordsen.

Weiter ging es um die Festlegung der nächstgelegenen Gemeinschaftsschule. „Die in Viöl ist kilometermäßig geringfügig näher als die in Bredstedt. Dorthin gibt es Schulbusverbindungen und einen Öffentlichen Nahverkehr. Nur nach Bredstedt fehlen sie“, stellte der Bürgermeister fest. Er habe nach vielen Verhandlungen für die betroffenen zwei Kinder zunächst bis zu den Sommerferien eine Sonderregelung über den Schulverband erwirkt. Sie werden täglich mit einem Taxi zur Gemeinschaftsschule Bredstedt gefahren und zurückgebracht. Kolkerheide sei die einzige Gemeinde ohne Busverbindung nach Bredstedt. Der Kreis Nordfriesland habe inzwischen beschlossen, dass die Gemeinden ihre nächstgelegene Gemeinschaftsschule festzulegen haben. Nur dann erfolge die Kostenübernahme. Eine einstimmige Entscheidung gab es für Bredstedt.

Ebenso einstimmig gab es ein Ja für die Gründung eines Vereins zur Förderung des bürgerschaftlichen Engagements in der Region Mittleres Nordfriesland. „Das Amt darf nur fünf Aufgaben für die Gemeinden übernehmen“, erläuterte Thordsen. Wenn es beispielsweise um die Unterstützung der Jugendwehren gehe, könne das nicht mehr aus dem Amtshaushalt geschehen. Der Verein übernehme das. Pro Einwohner zahlt dann jede Mitglieds-Kommune 1,25 Euro jährlich. Davon wird dann jeweils auf Antrag ausgezahlt.




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