zur Navigation springen

Neues Baugebiet in Tönning : Keine Ferienwohnungen vorgesehen

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Der Tönninger Bauausschuss befasste sich mit Plänen für seniorengerechten Mietraum in der Badallee. Ein weiteres Thema waren die Sturmschäden in den städtischen Waldgebieten. Bis die umgestürzten Bäume beseitigt sind, gilt ein Betretungsverbot.

Einen wichtigen Empfehlungsbeschluss zur Weiterentwicklung der Stadt Tönning segneten die Mitglieder des Bauausschusses ab. Sie gaben grünes Licht für den Aufstellungsbeschluss für den Bebauungs-Plan Nr. 28. Dabei geht es um das Gebiet östlich der Badallee, südlich der Straße Am Freizeitpark, und nördlich des Grundstücks Badallee 13. Dort will, so erläuterte Bürgermeister Frank Haß, ein Tönninger Investor seniorengerechte und damit auch barrierefreie Mehrfamilienhäuser bauen. Er will sie vermieten. Dabei geht es um eine Baufläche von rund 3500 Quadratmeter. Konkrete Baupläne gibt es noch nicht. „Es sollen aber keine Ferienwohnungen entstehen. Der Anleger will ausdrücklich auf die Situation in Tönning eingehen. Wir brauchen Mietwohnungen“, so Haß. Der Beschluss selbst muss aus formellen Gründen gefasst werden, da die betroffenen Flächen derzeit noch zum Außenbereich gehören. Darauf hatte der Kreis hingewiesen. Alle der Stadt damit verbundenen Kosten muss der Investor tragen. Ein Flächennutzungs-Plan kann laut Auskunft des Kreises entfallen.

Hinsichtlich der Havarie im Pumpenraum des Schwimmbads (wir berichteten) erklärte der Stadt-Chef, dass sich laut Gutachten die geschätzte Schadenshöhe von rund 100 000 Euro bestätigt habe. Diese Summe war vorsorglich in den Haushalt 2014 aufgenommen worden. Wer und in welcher Höhe für den Schaden aufkommen muss, wird noch zu klären sein. Es haben bereits positive Gespräche stattgefunden. Die Stadt wird aber in Vorleistung treten müssen, weil das Schwimmbad pünktlich zum Saisonstart wieder öffnen soll. „Die Fachleute sind sich im Moment noch nicht einig, ob eine Reparatur ausreicht oder eine Erneuerung der Pumpenanlage erforderlich ist“, so Haß. Spätestens im März müssen die Arbeiten nach erfolgter Submission starten.

Zum Thema Bauleitplanung Sportplatz Rieper Weg berichtete Kornelius Ruddeck von der Hochbauabteilung der Stadt, dass mittlerweile alle Träger öffentlicher Belange beteiligt worden sind. Das Umweltgutachten muss nachgebessert werden. Die Planung war seinerzeit angestoßen worden, als eine Umnutzung des Sportplatzes an der Friedrichstädter Chaussee für den Einzelhandel im Raum stand. Das ist mittlerweile vom Tisch. Die Bauleitplanung für den Rieper Weg soll aber zu Ende geführt werden. Das gelte auch für die Planungen hinsichtlich der Erweiterung des Gewerbegebietes West. Dort gehe es hauptsächlich um Brut- und Rastplätze von Vögeln.

Wie überall im Land hatten die Orkane „Christian“ und „Xaver“ auch die vier Tönninger Stadtwälder arg gebeutelt. Allein der Schwimmbad-Wald, so Kornelius Ruddeck, konnte mittlerweile durch die Bauhof-Mitarbeiter von umgestürzten Bäumen und Ästen fachgerecht befreit werden. Der Hugo-Buschmann-Wald an der Dänischen Schule sowie der Wald hinter der Osterstraße sind als nächste dran. Viele Eschen im Tribünen-Bereich des Sportplatzes müssen gefällt werden. Die gesunden Bäume werden bis auf den Stock heruntergeschnitten. Bis Ende der nächsten Woche, so das grobe Ziel, sollen die Arbeiten abgeschlossen sein.

Das Waldstück an der Straße Swatte Löhn (nahe der Deichgrafenstraße) ist am schlimmsten betroffen. Dort ist ein Fachunternehmen beauftragt worden , eine Fläche von 4000 Quadratmetern aufzuräumen. „Wir haben viel aufgestautes Wasser in den Wäldern. Es läuft nicht ab und das erschwert die Sache“, erklärte Ruddeck. Das Land Schleswig-Holstein habe einen Fördergeld-Sondertopf von 2,7 Millionen Euro bereitgestellt. „Die Mittel werden nicht ausreichen. Wir haben über die Forstgesellschaft den Antrag auf Ausschüttung für die Aufforstung gestellt“, so Ruddeck weiter.

Der Bürgermeister appellierte eindringlich an die Bürger, unbedingt das Betretungsverbot für die Wälder zu beachten. Immer wieder würden Einwohner Anträge stellen, Holz für den Eigenverbrauch herausholen zu dürfen. „Wir müssen das ablehnen. Die Unfallgefahr ist zu hoch. Die Berufsgenossenschaft hat ausdrücklich auf das Haftungsrisiko hingewiesen“, so Haß. Wer sich dennoch hineinwage, müsse sich im Falle eines Unfalles darüber im Klaren sein, dass er auf eigene Gefahr gehandelt habe. Die Stadt könne er dann nicht in Regress nehmen. Viele Bäume stehen noch unter Spannung. Sie können zurückschnellen. „Die Entsorgung muss professionell gemacht werden. Solange das nicht passiert ist, bleibt das Betretungsverbot“, so der Bürgermeister. Auf die Frage aus der Runde, was denn mit dem ebenfalls stark beschädigten Wald im Katinger Watt passieren werde, antwortete Haß: „Damit haben wir nichts zu tun. Es handelt sich um Landesforsten.“

Ansonsten läuft die Operation Sturmschädenbeseitigung an den öffentlichen Gebäude auf Hochtouren. Am schlimmsten betroffen gewesen waren das Packhaus, sowie die Schulen. Zumindest konnten die Fachfirmen alle Dächer relativ schnell abdichten.

zur Startseite

von
erstellt am 28.Jan.2014 | 16:30 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen