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In Sorge um die Zukunft Husums : Keine Entwicklung ohne richtiges Konzept

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Beim fünften Stammtisch des Husumer Wirtschaftskreises mahnte dessen Sprecher, der Unternehmer Peter Cohrs, konkrete Pläne für die künftigen Strukturen von Einzelhandel, Verkehr und Tourismus an.

„Die Bundestagswahl wirft ihre Schatten voraus – das ist wohl auch der Grund dafür, dass Sie so zahlreich erschienen sind“, begrüßte Peter Cohrs, der Sprecher des Wirtschaftskreises, die gut 60 Gäste, die sich zum Stammtisch der vier Husumer Wirtschaftsvereine im Brauhaus eingefunden hatten. „Das ist jetzt die fünfte Veranstaltung dieser Art, da kann man wohl schon von einer Tradition sprechen“, führte Cohrs weiter aus und erinnerte daran, dass der Wirtschaftskreis als Zusammenschluss der Werbegemeinschaft, des Handwerkervereins, des Commerziums und der Interessengemeinschaft Gewerbegebiet Ost vor vier Jahren als „Sprachrohr der Husumer Firmen gegenüber Verwaltung, Politik und Öffentlichkeit“ gegründet worden war. Und da diese auch in Gestalt von Landrat Dieter Harrsen, Bürgermeister Uwe Schmitz und Politikern verschiedener Parteien vertreten war, nutzte Cohrs seine Ansprache auch sogleich, um die Ansprüche der Wirtschaft zu formulieren: „Die große Frage ist doch, ob der Weg, den Husum geht, auch der richtige ist.“

An drei Stichworten machte er diese Frage ist. „Wir sind derzeit dabei, in Zusammenarbeit mit der Stadt das neue Einzelhandelskonzept zu bearbeiten und sind froh, dass die Politik beschlossen hat, dieses wichtige Konzept fortzuschreiben.“ Daher beteilige man sich seitens der Wirtschaft auch wieder an den Kosten. Als Beispiele nannte Cohrs Max Bahr und das frühere Hertie-Haus. „Max Bahr ist durch Praktiker mit in die Insolvenz gerutscht. Wir hoffen natürlich, dass es für die Mitarbeiter hier weitergeht – aber was ist, wenn es keine Fortführung gibt? Was passiert dann mit der großen Fläche?“ Und in welchen Dimensionen werde die Ex-Hertie-Immobilie weiterentwickelt? „Beschränkt sich das auf das alte Gebäude oder entsteht dort ein ganz neues Quartier?“ Was passt und was richtig sei, müsse im Einzelhandelskonzept diskutiert werden.

Zum Einzelhandel gehöre auch die Frage des Verkehrs, schlug der Wirtschaftskreissprecher den Bogen zum zweiten Stichwort. „Der Kunde muss zu den Geschäften hin- und wieder wegfahren können.“ Cohrs begrüßte in diesem Zusammenhang den politischen Vorstoß zu einem integrierten Verkehrskonzept für die Storm-Stadt, das über die bisherigen Bemühungen um ein Radwege-Konzept hinausgehe. „Über diesen Vorstoß freuen wir uns sehr, zumal ein integriertes Verkehrskonzept auch für die Initiative um das Hertie-Haus entscheidend ist.“

Als finalen Punkt hatte sich Cohrs den Tourismus aufgehoben – und diesen ging er sehr energisch an. „Husum kann nicht weiter nach dem Motto verfahren: Wie kann ich ein bisschen schwanger sein, ohne dick zu werden?“ Vor Jahren habe „ein Investor am Meer bauen“ wollen, doch nach Bekanntwerden der Pläne und unter dem Druck der Öffentlichkeit habe die Politik Entschlüsse gefasst, die ein wirtschaftliches Engagement des Investors am Dockkoog verhinderten. „Da muss die Politik neu herangehen“, forderte er. Noch habe der Investor Interesse und warte auf das richtige Signal, aber es sei „kurz vor zwölf“. Es könne doch nicht alles immer so bleiben, wie es früher war, so Cohrs. Als weiteres Negativ-Beispiel führte er den Bereich vor dem Campingplatz in Schobüll an: „Das ist die schönste Stelle an der Nordsee – aber seit meinen Kindheitstagen verbieten wir uns, das planerisch zu überdenken.“ Husum brauche ein Tourismus-Konzept, und da müsse es auch städteplanerische Konsequenzen geben, sonst werde sich nichts entwickeln, argumentierte er. „Es geht nicht an, dass wir die Tourismus- und Stadtmarketing GmbH immer als Alibi nutzen und Jutta Albert bekommt eins drüber, wenn’s nicht läuft.“

„Lassen Sie uns gemeinsam an dem Thema arbeiten, das ist auch im Sinne des Erhalts der Husumer Messe“, rief Cohrs am Ende den Anwesenden zu, und dass er den richtigen Nerv getroffen hatte, bewies der Beifall, den er erntete. Im Anschluss wurde in vielen kleinen Grüppchen bei Bier und einem Imbiss weiterdiskutiert – ganz wie es sich für einen zünftigen Stammtisch gehört.

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erstellt am 18.Sep.2013 | 17:00 Uhr

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