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Investor abwesend : Keine Antworten auf Detailfragen

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Ein Infoabend zum geplanten neuen Wohnviertel Seerosenufer in Friedrichstadt enttäuschte viele Besucher. Da es lediglich um die ersten Entwürfe ging, wurden keine weiteren Details genannt. Zudem war der Investor nicht zu der Veranstaltung gekommen.

Nur knapp 40 Friedrichstädter hatten den Weg in die Kultur- und Gedenkstätte Ehemalige Synagoge gefunden, um sich über das neue Wohnquartier Seerosenufer informieren zu lassen. Bürgermeister Eggert Vogt hatte eine Vermutung, warum nicht mehr Einwohner der Einladung gefolgt waren – nur eineinhalb Stunden nach Veranstaltungsbeginn wurde in der Hamburger Imtech Arena nämlich das erste von zwei Relegationsspielen zwischen dem Hamburger SV und Greuther Fürth angepfiffen. Und bei einem so komplexen Thema, wie einem neuen Wohngebiet, befürchteten wohl viele Friedrichstädter, nicht mehr rechtzeitig vor dem Fernseher sein zu können. Doch es klappte, zehn Minuten vor Anpfiff war Schluss, dem Fußballabend stand nichts mehr im Weg.

Dennoch, Architekt Dieter Hosse aus Schleswig, der das Wohnprojekt Seerosenufer vorstellte, hatte keinen leichten Stand. Zwar erläuterte er die aktuellen Planungen, betonte auch mehrfach, dass es sich lediglich um die Phase vor dem Bebauungsplan handele, quasi die Möglichkeiten für eine Bebauung abgeklopft werde, dennoch wollten die Bürger schon mehr Details wissen. Beispielsweise, ob die dort geplanten 93 Wohnungen auch alle altengerecht errichtet werden.

Dazu bemerket Hosse, dass die Planungen noch nicht so weit fortgeschritten seien. Lediglich das Grundkonzept stehe. Dabei handelt es sich um zwölf Gebäude am Treeneufer, von denen die Hälfte zwei Vollgeschosse und ein ausgebautes Dachgeschoss, die andere Hälfte nur ein Vollgeschoss und ein ausgebautes Dachgeschoss erhalten sollen. Zudem sei beabsichtigt, keine Verbindung zur Hans-Holtorf-Straße, die das Wohngebiet Seebüll erschließt, herzustellen. Die Zufahrt zum neuen Quartier am Treeneufer soll über die Bahnhofsstraße erfolgen, die dann auch ausgebaut werde. Nur Radfahrern und Fußgängern werde es möglich sein, die Hans-Holtorf-Straße zu nutzen. Er erläuterte, dass bereits im Jahr 1975 ein Bebauungsplan für das Gebiet aufgestellt worden sei. Die damaligen Planungen allerdings seien längst überholt und mehrfach überarbeitet worden, so dass das neue Wohngebiet letztendlich die 13. Änderung des B-Plans werde.

Allerdings schlug dem Architekten bei der Vorstellung der ersten Planungen eine gehörige Portion Misstrauen entgegen. Nicht ihm persönlich, wohl aber dem Investor, der aus der Stadt kommt und namentlich nur von den Besuchern der Veranstaltung genannt wurde. Eine Frage an den auch anwesenden Bürgermeister lautete daher: „Kann man nicht das Projekt untersagen, um es erst dann zu genehmigen, wenn die anderen Baustellen des Investors in der Stadt abgearbeitet sind?“ Eggert Vogt verneinte dies. Er stellte klar, dass das Quartier Seerosenufer eine vollkommen eigenständige Angelegenheit sei und nichts mit den anderen Projekten des Investors in der Stadt zu tun habe. „Da müssen wir ganz genau unterscheiden“, sagte er.

Bedauert wurde in der Synagoge, das der Friedrichstädter Investor nicht zur Vorstellung des Projektes erschienen war, sondern lediglich seinen Architekten referieren ließ. Der stellte dann auch auf Nachfrage fest, dass es wohl noch mindestens ein Jahr dauern werde, bis der Bebauungsplan aufgestellt werden könne. Er warte auf eine Stellungnahme des Landes, alle anderen zu diesem Projekt seien bereits eingegangen. Dann wolle man mit der Stadt in Detailverhandlungen über das Projekt gehen.

Kritische Nachfragen nach der Nähe zweier geplanter Gebäude zur Bahnlinie – der Abstand beträgt nur 20 Meter – beantworte Hosse damit, dass noch ein Schallgutachten erstellt werden müsse. Und, wie eine spätere Lärmschutzwand aussehen werde, soweit seien die Planungen noch nicht. Sicher sei aber, dass der Uferstreifen der Treene als Grünfläche erhalten bleibe und der dortige Uferweg ebenfalls Bestand haben werde.

Der Bürgermeister stellte schließlich fest, dass der Bauausschuss mit dem jetzt vorgestellten Plan leben könne, denn bereits im Vorwege seien mehrere Entwürfe abgelehnt worden.

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erstellt am 18.Mai.2014 | 11:00 Uhr

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