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Windkraftanlagen-Hersteller : Kein Servicezentrum – Senvion verabschiedet sich von Husum

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Es gibt offenbar bereits Kaufinteressenten, die bis zu 50 Mitarbeiter übernehmen würden.

von
erstellt am 12.Jul.2017 | 10:00 Uhr

Der Windkraftanlagen-Hersteller Senvion kehrt Nordfrieslands Kreisstadt offensichtlich endgültig den Rücken. Nachdem die Produktion im Husumer Betrieb bereits Ende Mai eingestellt worden war, haben die Senvion-Chefs nun auch dem von Betriebsräten und Gewerkschaftern erarbeiteten Alternativ-Konzept für den Standort eine Absage erteilt. Dieses sah vor, auf dem Betriebsgelände am Husumer Hafen ein Senvion-Service-, Wartungs- und Reparaturzentrum zu etablieren, um möglichst vielen der 100 von der Werkschließung betroffenen Beschäftigten eine berufliche Anschlussperspektive zu eröffnen.

Das Alternativ-Konzept sei zwar „in der Tat interessant und nachvollziehbar“, erklärte Unternehmens-Sprecher Dr. Immo von Fallois nach der jüngsten Verhandlungsrunde der Sozialpartner. „Wir haben es aber abgelehnt.“ Als einen Grund dafür führte er gegenüber unserer Zeitung an, dass die Arbeitnehmer-Seite sowohl den Standort in Nordfriesland als auch die Werke im brandenburgischen Trampe und in Bremerhaven erhalten wissen wolle. Das sei jedoch völlig unrealistisch: „Senvion muss sich kostengünstiger aufstellen“, so von Fallois mit Hinweis auf den globalen Wettbewerb und den Preismargen-Kampf. Auch der zentrale Service werde deshalb in Büdelsdorf konzentriert.

Aus Arbeitgeber-Sicht geht es laut Fallois bei den weiteren Verhandlungen nun um den Sozialplan, mögliche Arbeitsplatz-Angebote an anderen Standorten und Abfindungen in bereits bezifferbarer Höhe. „Es wird einen Arbeitsplatz-Abbau geben, wie sozialverträglich dieser sein wird, muss man sehen“, sagte er. Vorgesehen sei auf jeden Fall, eine Beschäftigungs- und Transfergesellschaft einzurichten und Auszubildenden den Lehr-Abschluss zu ermöglichen.

Überdies zeigte von Fallois eine weitere Option auf: Senvion sei in aussichtsreichen Verhandlungen mit einem Interessenten für die Übernahme der Husumer Produktionsstätte. Dabei handele es sich um kein Unternehmen aus der Windkraftbranche, aber im weitesten Sinne aus dem Bereich der Fertigung. Mehr mochte der Senvion-Sprecher dazu nicht sagen. Er hoffte aber, dass im Fall der Übernahme „bis zu 50 Arbeitsplätze“ in Husum erhalten werden könnten. Allerdings: Die Senvion-Beschäftigten sollen nicht automatisch übernommen werden. Sie müssten sich wohl neu bewerben.

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