Verstorbener Sänger und Liedermacher : Kein Platz für Hans Hartz

Liebt die Musik  des Sängers und Liedermachers  Hans Hartz: der Bredstedter Rob Keppels. Foto: vb
Liebt die Musik des Sängers und Liedermachers Hans Hartz: der Bredstedter Rob Keppels. Foto: vb

Eine Plakette zum Gedenken an den verstorbenen Künstler konnte in Husum nicht angebracht werden.

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18. April 2013, 07:24 Uhr

Bredstedt/Husum | Beharrlichkeit - die hat Rob Keppels in seiner Zeit als Manager gelernt. Aber auch das Gefühl dafür, wann es Zeit ist, ein anvisiertes Ziel aufzugeben. Frei nach dem Motto: "Wer nicht will, der hat schon" wendet der 65-Jährige nun der Storm-Stadt Husum - bildlich gesprochen - den Rücken zu und verwirklicht sein Vorhaben in Dithmarschen.

In Erinnerung an den 2002 verstorbenen norddeutschen Sänger und Liedermacher Hans Hartz sollte nämlich eine Gedenkplakette schön sichtbar in seiner Heimatstadt angebracht werden. Die Idee war bei einem Treffen des Hans-Hartz-Freundeskreises 2009 in Schobüll entstanden. Keppels zog wenig später von Holland nach Nordfriesland um. Von seinem Haus in Bredstedt aus genießt er bei langen Spaziergängen und Fahrradtouren die Natur und das Meer. Als einziges Hobby gönnt sich der vordem vielbeschäftigte Manager und Vereinsfunktionär die Beschäftigung mit Hans Hartz und seinen Liedern.

Über seine erste Frau, eine Deutsche, hatte der Niederländer vor vielen Jahren die Musik von Hans Hartz kennen- und lieben gelernt. "Ich war sofort fasziniert von dieser Stimme", schwärmt Keppels, "sie hat das Herz angesprochen." Hans Hartz und Alexandra - die Stimmen dieser beiden Künstler sind seiner Meinung nach die einzigen, die nicht kopiert werden können.

Erst, als Keppels Frührentner wurde und plötzlich viel Freizeit hatte, begann er sich wieder für Hans Hartz zu interessieren. Er klickte sich im Internet durch und stieß so auf diverse Beiträge. "Bis dahin hatte ich noch nicht einmal mitbekommen, dass Hans Hartz tot ist", gesteht er. Aber mit dem Freundestreffen in Schobüll, auf das er im Internet aufmerksam geworden war, war sein Interesse neu geweckt. "Ich möchte dazu beitragen, dass Hans Hartz nicht in Vergessenheit gerät."

Er klopfte 2009 beim Husumer Bürgermeister an - damals war es Rainer Maaß. Der fand die Idee ganz toll. Schließlich war er ein alter Bekannter von Hans Hartz und ebenfalls der Meinung, dass der Sänger in irgendeiner Form ein Denkmal in der Stadt, in er lange Zeit Zuhause gewesen war, verdient hätte. Mit Liedern wie "Die weißen Tauben sind müde" und "Sail away" hatte sich Hartz mit seiner rauhen, knorzigen Stimme zwar musikalisch schon selbst ein Denkmal gesetzt, aber der Freundeskreis wünscht sich eine sichtbare Erinnerung an ihn.

Die Stadt bot den Husumer Speicher als Standort an. Die Kulturstätte am Hafen wäre in der Tat ein stimmiger Ort gewesen, findet Keppels. Doch aus Gründen des Denkmalschutzes kam eine Anbringung der 30 mal 30 Zentimeter großen Messingplatte an der Außenwand nicht auf Dauer in Frage. Nun hoffte der Freundeskreis auf einen attraktiven Platz an einem häufig frequentieren Platz im Inneren des Gebäudes. Doch daraus wurde nichts. Keppels fand die Gedenkplatte auf der Flurwand im ersten Stock wieder, dort, wo die Büros und Aufenthaltsräume sind. "Sie ging zwischen all den Plakaten und Postern unter", so der Bredstedter. Und: "Was soll eine Gedenkplatte, wenn sie keiner sieht?"

Jetzt bekommt das gute Stück einen neuen und endgültigen Platz, und zwar am Geburtshaus von Hans Hartz in Lunden. Über mangelnden Publikumsverkehr werden sich die Hartz-Freunde dann nicht mehr grämen müssen. Es ist nämlich die Schule im Ort. Der Vater des Sängers war Lehrer, und die Familie lebte in der Dienstwohnung im ersten Stock. In dem Gebäude ist jetzt das Jugendaufbauwerk untergebracht.

Am Sonntag, 12. Mai, sind alle Hans-Hartz-Fans zur feierlichen Enthüllung der Gedenktafel eingeladen. Lundens Bürgermeisterin, Renate Walter, wird die feierliche Handlung vornehmen. Die Initiatoren gehen davon aus, dass Besucher aus ganz Deutschland kommen werden. Ein Rahmenprogramm wird vorbereitet. Keine Frage, dass auch Hartz-Hits gespielt werden.

Die Stadt bedauert zwar, so Bürgermeister Uwe Schmitz auf Anfrage, dass die Gedenktafel nicht in Husum geblieben ist. "Andererseits ist natürlich das Geburtshaus in Lunden ein würdiger Ort, um dessen Vermächtnis gerecht zu werden."Anmeldung bei Rob Keppels, Telefon 04671/9430539, E-Mail: robkeppels@hotmail.com, oder bei Carsten Andreas Lorenzen, Telefon 04671/2327.

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