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Husumer Einkaufszentrum : Kein Kompromiss möglich

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Die Planer für das Einkaufszentrum in der Husumer Innenstadt lassen keinen Zweifel zu: Darf das angrenzende, unter Denkmalschutz stehende Haus Großstraße 19 nicht abgerissen werden, ist das Projekt undurchführbar.

Die Aussage ist so klar wie unmissverständlich. „Wir haben von Anfang an ohne die Großstraße 19 geplant“, erklärt Martin Mörl vom Prelios Immobilien-Management. „Und wir werden in Husum auch kein Shopping-Center errichten können, wenn das Gebäude aus Denkmalschutz-Gründen stehen bleiben oder in die neue Fassade integriert werden muss.“

Bei einem Projekt dieser Größenordnung bedürfe es in einer kleinen Stadt wie Husum optimaler Voraussetzungen, erläutert der Geschäftsführer des Hamburger Planungsbüros für die Mall. Die Fassade zur Großstraße sei im Vergleich zum Gesamtkomplex extrem schmal – auf dem ehemaligen Hertie-Gelände sollen zwischen Innenstadt und Schlossstraße Ladenflächen in der Größenordnung von 12.000 Quadratmetern nebst mehrgeschossigem Parkhaus entstehen: „Das ist an sich schon eine Herausforderung.“

Gern hätten die Investoren deshalb auch das Gebäude der Commerzbank hinzugekauft, „damit das Entré etwas großzügiger gestaltet werden kann“, aber das stehe ebenfalls unter Denkmalschutz, sagt Mörl.

„Adressenbildung“ und „Visibilität“ – das sind die zentralen Begriffe, die Mörl als Erklärung anführt, warum eine Planung mit der Hausnummer 19 für ihn und sein Team außer Frage steht. Ein Ergebnis, zu dem auch unabhängige Gutachter gekommen seien, sagt er im Pressegespräch mit unserer Zeitung. Darüber hinaus verweist Mörl auf die bestehende Beschlusslage. Danach sind sich Politik, Verwaltung und Investoren „zu 100 Prozent einig, dass die Großstraße 19 nicht in den Eingangsbereich der Mall integriert werden soll“.

Die Fassaden-Breite sollte üblicherweise dem Grundriss entsprechen, erläutert der Mann aus Hamburg. Davon sei man in Husum aufgrund der örtlichen Gegebenheiten weit entfernt. „Uns ist an einer optimalen Integration des Shopping-Centers gelegen“, sagt er, denn davon werde das gesamte Umfeld der Mall profitieren.

Und da ist noch etwas: Um das Center zu einem echten Anziehungspunkt zu machen, bedarf es einer entsprechenden Angebotspalette. „Dafür brauchen wir Partner wie H  &  M oder C  &  A“, erläutert Mörl. Doch gerade diese Firmen hätten ganz klare Vorstellungen, wie so eine Mall auszusehen habe und gingen einem von der Fahne, wenn die nicht erfüllt würden.

Einig sind sich Investoren und Planungsbüro, aber auch weite Teile von Politik und Verwaltung darin, dass nicht zuletzt in Zeiten fortschreitenden Internet-Handels etwas passieren muss. Sonst könnte der örtliche Einzelhandel womöglich in eine Abwärtsspirale geraten. „Und das wäre ein Desaster für Husum“, fasst Mörl zusammen. „Immerhin sprechen wir von einer Investition in der Größenordnung von 40 Millionen Euro. Da wird natürlich eine Fremdfinanzierung nötig.“ Vor diesem Hintergrund bedürfe es auch eines nachhaltigen Vermietungskonzepts. „Sonst laufen wir im Falle eines Verkaufs Gefahr, dass uns das Ganze auseinanderfällt“, sagt Mörl. Das Interesse und die Bereitschaft, sich in die Mall einzumieten, sei sowohl auf örtlicher als auch auf überörtlicher Ebene „sehr groß“, bestätigt Volkmar Drescher, der bei Prelios für diesen Teil der Planungen zuständig ist. „Wir machen mit Volldampf weiter“, sagen Mörl und Drescher“, „denn wir glauben an das Shopping-Center und daran, dass es Husum in jeder Hinsicht bereichern wird.“ Gibt es dennoch einen Plan B mit der Großstraße 19? Mörls Antwort ist so klar wie unmissverständlich: „Nein!“

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erstellt am 18.Feb.2016 | 11:00 Uhr

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