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Husumer Filmtage : Kein Jubiläumsjahr, aber viele Jubiläen

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Die 32. Husumer Filmtage beschäftigen sich mit Martin Luther, Theodor Storm, Emil Nolde und vielem anderen mehr.

von
erstellt am 13.Sep.2017 | 09:00 Uhr

Es ist das Jahr der Jubiläen: 500 Jahre Reformation, 200 Jahre Theodor Storm, 150 Jahre Emil Nolde, 75 Jahre Gerhard Olschewski. Nun denn  .  .  .  , okay!   Aber wer ist dieser Olschewski, werden sich viele fragen. Ja, Namen sind wie Schall und Rauch – ganz im Gegensatz zu Gesichtern. Und wer besagten Gerhard Olschewski einmal auf der Mattscheibe gesehen hat, dem wird’s wie Schluppen aus den Haaren fallen: „Ach der  .  .  .  ?“ Genau das ist auch der Grund, warum der gebürtige Ostpreuße, der seine Kindheit in Dithmarschen und Lübeck verbrachte, vom 28. September bis zum 4. Oktober Ehrengast der 32. Husumer Filmtage ist.

Für seine Hauptrolle in Oskar Runzes Drama „Verlorenes Leben“ erhielt Olschewski 1976 den Bundesfilmpreis sowie als „bester Darsteller“ einen Silbernen Bären bei den Internationalen Filmfestspielen in Berlin. Dem breiten Publikum, insbesondere dem schleswig-holsteinischen, dürfte er vor allem aus der ZDF-Erfolgsserie „Der Landarzt“ und als „Räucher-Oskar“ der Familienreihe „Hallo Robbie“ bekannt sein.

Bei den Filmtagen ist Olschewski, der vor 30 Jahren, in den Kindertagen des Festivals, schon einmal in Husum zu Gast war, mit insgesamt sieben Filmen vertreten. „Und er wird wohl bei fast jeder Vorstellung persönlich anwesend sein“, berichtet Hans-Peter Schweger vom Filmtage-Kuratorium beim Pressetermin im Kino-Center. Außerdem steht er zu verschiedenen Themen für Werkstattgespräche zur Verfügung.

Doch der Auftakt steht im Zeichen eines Malers, dessen Leben immer auch Legende war und zuletzt einiger Korrekturen bedurfte. Die hat ein anderer gern gesehener Gast des Husumer Film-Festivals vorgenommen und Emil Noldes Geschichte – die Bedeutung seines Werk bleibt davon freilich unbenommen – noch einmal neu erzählt: Wilfried Hauke. Die ungekürzte Fassung seines Films „Emil Nolde – Maler und Mythos“ markiert den Auftakt der Husumer Filmtage. Natürlich wird dazu auch der Regisseur erwartet, dessen Sechsteiler „Der Luther-Code“ ebenfalls Bestandteil des Festivals ist und der Frage nachgeht, was uns der Reformator 500 Jahre nach seiner Geburt noch zu sagen hat.

Überhaupt: „Ich glaube, wir haben noch nie so viele Gäste gehabt wie in diesem Jahr“, freut sich Kuratoriumsmitglied Hans-Lorenz Hartung und geht – wie zum Beweis – die Liste derer durch, die ihr Erscheinen bereits fest zugesagt haben. Darunter eine andere Ikone der Filmgeschichte, deren Namen zumindest Szenekennern seit Jahrzehnten geläufig ist: Monika Schindler. Die einstige Schnittmeisterin der Defa-Studios in Berlin ist noch immer aktiv und wird dem Publikum am Freitag, 29. September, ab 19.30 Uhr persönlich erklären, welche Bedeutung der Schnitt für ein cineastische Gesamterlebnis hat.

Im Jubiläumsjahr von Theodor Storm darf Husums berühmtester Sohn natürlich nicht fehlen. Neben sechs Verfilmungen seiner Novellen, darunter zwei der insgesamt drei „Schimmelreiter“-Adaptionen, ist darüber hinaus ein Vortrag über die Verfilmungen Stormscher Werke vorgesehen.

Es führte zu weit, hier alle 35 Aufführungen zu nennen, die dieses 32. Festival dem Publikum zu bieten hat, zumal es auch an Themen und Genres keinen Mangel gibt: zum Beispiel in der Rubrik „Schleswig-Holstein im Film“. Hier gibt es unter anderem Frank Stolps Dokumentation „Kapitäne“ mit den Geschichten von fünf Seebären zu sehen. Oder Arne Feldhusens Streifen „Magical Mytery“, der dem Publikum skurrile Erlebnisse mit Charlie Hübner, Detlev Buck und Bjarne Mädel verheißt. Nicht zu vergessen die unverzichtbare Kurzfilmrolle mit Claus Oppermann, drei neue Beiträge der Husumer Jugendfilmgruppe „Tabu“ oder die Langversion einer Dokumentation über das Joldelumer Guitar-Heroes-Festival (siehe unten).

Die Programm-Flyer werden in diesen Tagen verteilt. Weitere Einzelheiten sind auch über die Programmansage, Telefon 04841/61742, erhältlich. Karten können unter Telefon 04841/2569 vorbestellt werden oder an der Abendkasse erworben wrden. Nähere Informationen unter www.husumer-filmtage.de.

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