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Nach Brandstiftung in Struckum : Kein Haftbefehl gegen Hamburger Unternehmer

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Der 39-Jährige hatte sein Haus in Struckum selbst angezündet. Der Sachschaden beträgt etwa eine halbe Million Euro.

Der 39-Jährige, der in der Nacht zu Dienstag sein Reetdachhaus in Struckum (Nordfriesland) in Brand gesteckt hat, befindet sich inzwischen in einer psychiatrischen Klinik. Das teilt die Kriminalpolizei in Niebüll auf Nachfrage des sh:z mit.

Das knapp 150 Jahre alte Anwesen am Blumenhofweg, in unmittelbarer Nähe zur Bundesstraße 5, war nach einem Feuer bis auf die Grundmauern niedergebrannt. Gegen 1.15 Uhr in den frühen Morgenstunden des vergangenen Dienstags waren die Feuerwehren aus Struckum, Bredstedt und Breklum alarmiert worden. Als sie vor Ort eintrafen, hatte sich das Feuer bereits so stark ausgebreitet, dass keine Trupps mehr das Haus betreten konnten, um nachzusehen, ob sich noch Personen darin befanden. Erst nach einigen Stunden konnte die Polizei ermitteln, dass es vorwiegend als Wochenend- und Feriendomizil genutzt wurde und sich niemand mehr dort aufhielt, nachdem das Feuer ausgebrochen war.

 

Wie Stefan Vollmer von der Kriminalpolizei in Niebüll nun berichtet, hat sich der Eigentümer nach dem aktuellem Stand der Ermittlungen wohl direkt auf den Weg nach Wiesbaden gemacht, nachdem er das Feuer gelegt hatte. Parallel wurde durch die Polizei eine Fahndung in Gang gesetzt, da von einer Eigen- und Fremdgefährdung ausgegangen werden musste. Bereits um 11 Uhr stellte sich der Mann dann in Wiesbaden selbst. Die Staatsanwaltschaft in Flensburg hat danach auch keinen Haftbefehl gegen den 39-Jährigen beantragt, sagt Vollmer.

Noch während die Feuerwehren den Brand in Struckum bekämpften, war den Einsatzkräften klar, dass es für das Gebäude keine Rettung mehr gab, sagte Amtswehrführer Dirk Paulsen am Dienstag vor Ort. Rund 70 Kräfte waren an dem Einsatz beteiligt, das Feuer wurde von allen Gebäudeseiten sowie von einer Drehleiter bekämpft. Bis zum Vormittag dauerten die Löscharbeiten an, eine Brandwache blieb anschließend noch weiter vor Ort. Während der Arbeiten blieb die angrenzende Bundesstraße 5 halbseitig gesperrt.

Der Unternehmer aus Hamburg hatte das 1868 in Struckum errichtete Haus vor etwa fünf Jahren gekauft. Danach ließ er es umfangreich renovieren. Zu seinem Motiv könnten derzeit noch keine Angaben gemacht werden. „Es könnte in Zusammenhang mit einer Erkrankung stehen“, sagt Vollmer. Ob sich der 39-Jährige nun langfristig in psychiatrische Behandlung begeben muss, werde notfalls ein Richter entscheiden.

Den Sachschaden schätzt die Polizei auf etwa eine halbe Million Euro. Die Ermittlungen dauern inzwischen weiter an.

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erstellt am 16.Feb.2017 | 07:16 Uhr

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