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St. Peter-Ording : Kein freies Surfen für freie Bürger

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Über die Zukunft des Kitesurfens vor St. Peter-Ording sprach Dr. Detlef Hansen von der Nationalpark-Verwaltung mit dem Tourismus-Ausschuss des Badeorts. Es wird auch um die Reviere gehen.

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erstellt am 04.Sep.2015 | 12:00 Uhr

Sich zum Thema Nationalpark Wattenmeer auszutauschen, dazu war in der jüngsten Sitzung des Tourismus-Ausschusses von St. Peter-Ording Gelegenheit. Der Leiter der Nationalpark-Verwaltung, Dr. Detlef Hansen, und Armin Jeß, unter anderem zuständig für den Bereich St. Peter-Ording, waren zu Gast. Besonders intensiv wurde über das Thema Kitesurfen gesprochen. Dabei gab es viel Lob für das neue Verkehrs- und Sicherheitskonzept zum Kitesurf-Worldcup. „Ein großes Lob und Anerkennung für die Tourismus-Zentrale, den Veranstalter, die DLRG und die Polizei und ihren Einsatz“, sagte Hansen. „Denn so wie die Veranstaltung in den letzten Jahren verkommen ist, hätte es nicht weitergehen können.“ Wie berichtet, hatten wilde Partys und wildes Campen am Strand in den vergangenen drei Jahren beim Worldcup stark zugenommen mit entsprechendem Vandalismus, Lärm- und Müllproblemen.

Dass die Nutzung der Nordsee vor St. Peter-Ording durch Kitesurfer von der Nationalparkverwaltung auch kritisch gesehen wird, wurde im weiteren Verlauf der Sitzung deutlich. Ungehalten zeigte sich Hansen darüber, dass eine Bojenkette und ein Hinweisschild, die das Kitesurf-Revier abgrenzen sollten, bereits nach drei Tagen schon zerstört oder geklaut waren. Georg-Werner Jensen (AWG) meinte, dass das ausgewiesene Areal zu klein gewesen wäre und sich einige Kitesurfer wohl geärgert hätten. „Es gab von uns auch Überlegungen, wegen der ökologischen Empfindlichkeit da gar nichts mehr zuzulassen“, entgegnete Hansen. Aber ihm sei die Diskussion vor Ort wichtig gewesen. Beim Ausbringen seien sie zu zehnt dort gewesen, meinte er auf die Anmerkung von Rainer Lucassen (AWG), der Ausschuss hätte dabei sein sollen. Es habe ein Protokoll an die Gemeinde gegeben. Das Wasser- und Schifffahrtsamt in Tönning hatte die Koordinaten genehmigt.

Wolfgang Voutta (CDU) wollte wissen, wie es generell in Sachen Kitesurfenweiotergeht? Laut Hansen überarbeite das Bundesverkehrsministerium derzeit die Befahrensregelung für das Wattenmeer, die aus den Jahren 1992 und 1997 stammt. Damals seien die Kitesurfer noch kein Thema gewesen. „Inzwischen ist es eine Trendsportart.“ Das Problem sei, dass die Kitesurfer mit hoher Geschwindigkeit auch durch flaches Wasser fahren können. „Vor Westerhever haben sie schon Seehunde gestört und Vögel auf Hochwasserrastplätzen vertrieben.“ Geplant sei großzügig Reviere auszuweisen. Für Eiderstedt mit seinem Hotspot St. Peter-Ording, aber mit den bei Kitesurfer beliebten Abschnitten vor Vollerwiek, Tetenbüll und Westerhever müsse noch geredet werden. „Wir sind im Nationalpark, und da müssen Spielregeln eingehalten werden“, betonte Hansen. „Freies Surfen für freie Bürger – das geht nicht.“ Es sei ein Problem, die zum großen Teil unorganisierten Kitesurfer zu fassen zu kriegen. Mit im Boot bei den Verhandlungen soll ein Verein sein, der derzeit in St. Peter-Ording gegründet wird.

Auch das Thema Hundefreilauf am Strand kam auf den Tisch. Hansen nahm die Anregung für ein Gelände am Böhler Außendeich mit. Auf die Frage, was mit dem Strandparken-Obolus passiert, den die Gemeinde für jedes Auto abführt, erklärte Armin Jeß, dass der in das noch defizitäre Nationalpark-Haus fließe. Ferner werden eine Ranger-Stelle davon finanziert und Nationalpark-Schulen damit unterstützt. Rund 150.000 Euro führt die Gemeinde jedes Jahr ab.

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