Ablehnung im Hauptausschuss : Kein Abitur in Tönning

Das ehemalige Altenheim an der Wolliner Straße wird abgerissen.  Foto: wis
Das ehemalige Altenheim an der Wolliner Straße wird abgerissen. Foto: wis

Stadtvertretung lehnt die Einrichtung einer Sekundarstufe II mehrheitlich aus Kostengründen ab. Der SPD-Antrag ist damit gescheitert.

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02. März 2013, 08:53 Uhr

tönning | Noch in der Sitzung des Hauptausschusses der Tönninger Stadtvertretung hatte Einigkeit geherrscht - die Mitglieder hatten die Einführung der Sekundarstufe II, die das Abitur ermöglicht, an der Gemeinschaftsschule der Eider-Stadt befürwortet. Ganz anders dagegen verlief die Diskussion zu diesem Thema jetzt in der Sitzung der Stadtvertretung. Und es gab auch ein ganz anderes Ergebnis - der Antrag der SPD-Fraktion wurde abgelehnt.

Zunächst begründete Stefan Runge (SPD) nochmals den Antrag: "Die Landesregierung hat ein neues Schulgesetz beschlossen, so dass Oberstufen an Gemeinschaftsschulen nun einfacher eingerichtet werden können. Ein erweitertes Schulangebot dient der Lebensqualität in unserer Stadt, und die muss erhalten und verbessert werden. Durch dieses Angebot wäre es viel mehr Kindern möglich, das Abitur zu machen." Friedrich Busch (CDU) sah das anders. "Es gibt kaum eine Landschaft, in der die Wahlmöglichkeit zwischen G8 und G9 so groß ist. Außerdem stünde dann die Schule in Konkurrenz zum Gymnasium in St. Peter-Ording. Weiterhin würde das einen Ausbau der Gemeinschaftsschule bedeuten, was wieder Millionen kosten dürfte. Wir werden dagegen stimmen", sagte Busch. Bürgermeister Frank Haß hakte ein und betonte, dass "es hier nur um einen Antrag an das Ministerium geht, wo eine Entscheidung über die Einrichtung der Sekundarstufe getroffen wird, das macht nicht die Stadtvertretung". Die SSW-Fraktion sprach sich für den Antrag aus, bei der AWT herrschte Uneinigkeit. Bei der Abstimmung stellte sich schließlich eine klare Mehrheit gegen den Antrag heraus.

"Momentan gibt es viele Aufräumarbeiten in der Stadt", begann der Bürgermeister seinen Bericht. "Es wird an mehreren Stellen abgerissen." So etwa an der Ecke Ringstraße/Herzog-Philipp-Allee. Dort fallen die Gebäude einer früheren Autohandlung sowie ein Wohnhaus der Abrissbirne zum Opfer. Auf dem Gelände Ringstraße/Herzog-Philipp-Allee wird ein Verbraucher- und Getränkemarkt entstehen, mit einer Verkaufsfläche von 800 Quadratmetern. Es sind 60 Kundenparkplätze vorgesehen. Im Sommer soll der Supermarkt eröffnet werden. "Das Gelände dort konnte man schon als städtebaulichen Missstand ansehen", so Frank Haß am Rande der Sitzung. "Und außerdem begrüßen wir jede Erweiterung des Warenangebotes, denn die Stadt muss eine Versorgungsfunktion erfüllen, auch für das Umland." Und da der neue Markt recht nah an der Innenstadt liege, könne er zur dortigen Belebung beitragen.

Das ehemalige Altenheim in der Wolliner Straße wird ebenfalls dem Erdboden gleichgemacht. Dort sollen Eltern halten, wenn sie ihre Kinder im Auto zur Gemeinschaftsschule bringen oder abholen. Nur auf dem ehemaligen SiHI-Gelände, auf dem eine Erweiterung des Campingplatzes geplant ist, herrscht Ruhe. Naturschützer haben ein Abrissverbot bis zum Frühjahr erreicht, weil dort Fledermäuse nisten sollen.

Die Stadtvertretung stellte weiter die Jahresabschlüsse 2011 der Eigenbetriebe fest, einstimmig bei der Abwasserbeseitigung, mehrheitlich (eine Gegenstimme) für die Tourist- und Freizeitbetriebe. Um weitere Grundstücke künftig am Sportplatz Rieper Weg für die Erweiterung der Gemeinschaftsschule nutzen zu können, mussten die Stadtvertreter zunächst die Veränderungssperre aufheben, bevor Flächennutzungs- und Bebauungsplan-Änderungen beschlossen werden konnten. Dies geschah jeweils einstimmig.

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