Buchungen : Kaum ein Lokal ist online buchbar

Die Tisch-Reservierung im Internet ist bequem, doch in Husum selten möglich.
Die Tisch-Reservierung im Internet ist bequem, doch in Husum selten möglich.

In Schleswig-Holstein ist das Reservieren dagegen in 42 Prozent der Restaurants über die Homepage möglich

shz.de von
10. Januar 2018, 14:54 Uhr

Schnell den Tisch im Lieblingsrestaurant am Smartphone reserviert und der Schwiegermutter ein Zimmer im nahegelegenen Spa-Hotel für ihren Besuch am Wochenende gebucht: So stellt es sich der moderne Nutzer vor – doch in der Storm-Stadt ist das nicht so einfach. Die Auswahl an Restaurants mit Option zur Online-Reservierung ist in Husum relativ beschränkt. Damit geht es den Husumern ähnlich wie der Mehrheit der Feinschmecker in Schleswig-Holstein: In nur 42 Prozent der Lokale lässt sich ein Platz im Internet buchen. Das geht aus einer landesweiten Umfrage der Industrie- und Handelskammer (IHK) zur Digitalisierung im Gastgewerbe hervor (wir berichteten).

Alex Kitchen gehört zu den wenigen Restaurants, bei denen eine Online-Buchung möglich ist. Sie haben auch die Option, Mitglied zu werden. Damit sparen sie sich beim nächsten Mal die Eingabe ihrer Daten wie Name, Adresse, Telefonnummer und E-Mail.

Auch die Pizzeria Tripoli bietet neben der Online-Bestellung auch das Reservieren von Tischen via Internet an.

Die Digitalisierung ist aber auch an der Mehrheit der anderen Husumer Gastronomen nicht komplett vorbeigezogen. Hartmanns Landküche etwa informiert auf der Homepage über Speisenangebote, darüber ob Veranstaltungen bereits ausgebucht sind und wann der Laden aufgrund von Urlaubszeiten geschlossen bleibt.

Andere Gastronomen in Husum fahren ein deutlich schmaleres Programm und beschränken sich auf Homepages ohne Navigationsmöglichkeiten. Dort finden sich dann – teils im pdf-Format – die Speisekarte mit Telefonnummer und Adresse.

Ein ganz anderes Bild zeichnet sich in Husum und Schleswig-Holstein bei den Hotels und Ferienwohnungen ab.

Die meisten Hoteliers und Vermieter von Ferienwohnungen in der Stadt sind auf großen internationalen Buchungsportalen vertreten. Aber auch die Tourismus und Stadtmarketing Husum GmbH bietet ein lokales Internet-Portal an.

Dort sind in der Zentralen Zimmervermittlung (ZZV) Husum zirka 300 Gastgeber mit etwa 350 Objekten aus dem Zuständigkeitsbereich der Tourismus-Agentur verzeichnet – davon rund 200 in Husum.

„In der Regel kommen Gastgeber auf uns zu, die mit uns einen Vermittlungsvertrag abschließen, aber wir sprechen auch Gastgeber an, sofern wir von Neueröffnungen erfahren“, sagt die Geschäftsführerin, Jutta Albert. Das Portal werde gut angenommen sowohl von den Vermietern als auch von den Gästen. „Die Buchungszahlen steigen seit Jahren kontinuierlich an. Insbesondere Ferienwohnungen sind gefragt.“

„Mittlerweile laufen bei uns 80 Prozent der Buchungen über Internetportale“, so Karl-Heinz Häuber, Vorsitzender des Hotel- und Gaststättenverbandes Dehoga im Verband Nordfriesland-Süd und Geschäftsführer des Theodor-Storm Hotels. „Wer dort nicht präsent ist, der hat auch keine Chance. Das wissen auch die Portalbetreiber. Dementsprechend hoch sind die Provisionen.“ Die Preise dort seien deshalb auch in der Regel höher als bei Buchungen direkt im Hotel. „Ein Teil der Provision wird über die dort buchenden Gäste wieder hereingeholt.“

Auf den Internetseiten vieler Hotels der Stadt lassen sich Zimmer direkt buchen. Beispiele dafür sind das Hotel Rosenburg, Altes Gymnasium und am Schlosspark.

Damit liegt Nordfriesland voll im Trend: Die Studie der IHK zeigt auf, dass sich in Schleswig-Holstein bei 84 Prozent der Anbieter ein Zimmer reservieren lässt.

Ein Zimmer für die Schwiegermutter via Internet zu reservieren, ist also ein Leichtes, sofern noch Platz im Hotel ist. Für die Tischreservierung muss aber meist doch zum Telefon gegriffen werden.

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