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Bundesamt kontra Prävention : Kaserne Seeth: Polizei muss umziehen

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Die aus Präventionsgründen am Haupteingang in der Kaserne Seeth eingerichtete Polizeiwache zieht um. Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge übernimmt im Dezember das Gebäude in der Erstaufnahme-Einrichtung

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erstellt am 23.Okt.2015 | 09:30 Uhr

Jeder, der am Haupteingang der Stapelholmer Kaserne, wenige Meter vor dem Ortsschild des Dorfes Seeth, vorbeikommt, sieht nicht nur das massive Tor aus Bundeswehrzeiten, sondern auch mindestens einen Streifenwagen der Polizei. Denn direkt neben dem Haupteingang befindet sich im Gebäude II die Polizeiwache. Sie wurde am Tag der Inbetriebnahme der Erstaufnahme-Einrichtung am Freitag, 17. Juli, eingerichtet. Es begann als mobile Wache mit einem Spezialfahrzeug, da erst die Räume dementsprechend hergerichtet werden mussten. Die rollende Polizeistation hatte sich schon auf der Kieler Woche und beim Kite-Surf-Weltcup bewährt. Die Präsenz und Ermittlungen am Standort, aber auch der Schutz der Einrichtung sind Aufgabe der Beamten vor Ort, hieß es anlässlich der Einrichtung der Wache von Seiten der Landespolizei. Die Bewohner der umliegenden Orte sollten hingegen bei Bedarf ihre gewohnten Dienststellen aufsuchen.

Mittlerweile ist die mobile Wache wieder aus Seeth abgerückt, die Räume für die Bedürfnisse der Polizei hergerichtet, da gibt es eine Hiobsbotschaft: Noch im Dezember soll die Polizei wieder ausziehen, aus dem Gebäude II in ein anderes Domizil. Noch steht aber nicht fest, wo auf dem weitläufigen Kasernengelände sie ihren neuen Sitz erhält. Von dem Termin allerdings weiß die Polizei offiziell noch nichts, denn auf Anfrage hieß es aus dem Landespolizeiamt, dass eine derartige Entscheidung noch ausstehe.

Dort, wo bislang die Ordnungsmacht gut sichtbar für jedermann ihren Sitz hatte, wollen Mitarbeiter des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF) Quartier beziehen. Ehe diese Entscheidung gefallen ist, hatte sich die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben, die Stapelholmer Kaserne befindet sich im Bundesbesitz, auch ein weiteres Gebäude angesehen, teilte Ralf Mölleken von der Bima mit. Das Haus XI scheide als Quartier aus, heißt es in einer Stellungnahme der Bima. „Hintergrund ist unter anderem das Vorhandensein von Schulungsräumen im Gebäude XI, die dringend für die Beschulung der Jugendlichen benötigt werden“, heißt es von der Bima. Ein weitere Grund sei ein erheblich größerer Raumbedarf für die BAMF-Unterbringung, der durch die steigende Zahl der in Seeth unterzubringenden Asylsuchenden ausgelöst wurde. „Dieser lässt sich jedoch nur in Gebäude II komplett umsetzen.“

Welche Kosten der Umzug der Polizei verursachen werde, stehe noch nicht fest, heißt es von der Bundesanstalt. Sie sollen sich aber, wie die Behörde unterstreicht, „in einem vergleichsweise geringen Rahmen bewegen“. Denn es seien lediglich Arbeiten an den Sanitäranlagen erforderlich. Zudem würden Umbauarbeiten, sprich Grundrissänderungen nur durch die bauliche Abtrennung des Wartebereichs erforderlich. Und, so in einem Schreiben der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben: „Die wesentliche Infrastruktur eines Bürogebäudes war bereits vorhanden und eine Betriebsaufnahme des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge ist hier am schnellsten zu realisieren.“

Noch wissen die in der Stapelholmer Kaserne eingesetzten Polizeibeamten nicht, wo sie künftig ihre Wache einrichten werden. Doch dazu sagt die Bima, dass die Projektleitung in Abstimmung mit dem Kieler Innenministerium ein geeignetes Gebäude aus dem Liegenschafts-Gesamtbestand auswählen werde. Abschließend betont die Behörde: „Da die Polizei auf dem Gelände verbleibt, ist nach unserer Einschätzung von einer Veränderung der Sicherheitslage nicht auszugehen.“

Das sehen allerdings viele in der Kaserne tätige haupt- und ehrenamtliche Helfer ganz anders. Jedoch wollen sie nicht namentlich genannt werden. Denn nach Einschätzung vieler, sei die Präsenz der Polizei am gut einsehbaren Haupteingang ein deutliches Zeichen für jedermann, dass es sich nicht um einen rechtsfreien Raum handele, und dass die Erstaufnahme-Einrichtung des Landes auch von Vertretern des Staates geschützt werde.

 

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