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Landesschau in Husum : „Kaninchen haben etwas Beruhigendes“

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

240 Rassekaninchenzüchter aus ganz Schleswig-Holstein präsentieren am Wochenende (22./23. November) in Husum mehr als 1200 Tiere. Eine Extra-Schau ist Angora-Kaninchen gewidmet.

„Ich fahre jetzt nach Hause. Ich muss meine Langhaarigen noch in Schuss bringen“, verkündet Günter Maart, als er sich von Ernst-Hermann Grund im Husumer Nordsee-Congress-Centrum (NCC) verabschiedet. Mit den „Langhaarigen“ meint der 73-Jährige seine Angora-Kaninchen, die er seit 1980 züchtet. Seine Lieblinge werden alle 84 Tage geschoren und bringen je Tier maximal 1800 Gramm Wolle. Zum Vergleich: Bei einem Schaf sind es fünf bis sechs Kilogramm jährlich an Wolle, erklärt uns der Stafstedter aus dem Kreis Rendsburg-Eckernförde.

Maart stellt seine Mümmelmänner zur 63. Landesverbandsschau der Rassekaninchenzüchter im Nordsee-Congress-Centrum aus, die heute (22.) beginnt. Besucher haben von 8 bis 17 Uhr Gelegenheit, die rassigen Schönheiten zu bewundern. Um 10 Uhr wird die Ausstellung durch den Schirmherrn, Husums Bürgermeister Uwe Schmitz, offiziell eröffnet. Am Sonntag (23.), dem letzten Tag der Verbandsschau, sind Kaninchenfreunde von 9 bis 16 Uhr willkommen.

Ernst-Hermann Grund hat als Organisator das Zepter für die Präsentation in der Hand; Ausrichter ist der Landesverband Schleswig-Holstein. Gezeigt werden mehr als 1200 Rassekaninchen von 240 Züchtern aus ganz Schleswig-Holstein– es ist die größte Ausstellung im norddeutschen Raum. Auch eine Angora-Leistungs-, eine Herdbuch- und eine Jugendschau – der Nachwuchs präsentiert 120 Rassekaninchen – sind Teil der Großveranstaltung.

Der 62-jährige Wittbeker ist schon seit Tagen ein gefragter Mann: ob es um die Aufstellung der Käfige, deren Befüllung mit Heu und Stroh, die Bühne für die Preisrichter oder die Einhaltung der Fluchtwege ging und geht. Viele Hände hatten seit Dienstag beim Aufbau mit angepackt – ehrenamtlich. Grunds Familie ist komplett involviert: seine Ehefrau, die Tochter, zwei Söhne und seine Schwiegereltern unterstützen ihn tatkräftig. Der Wittbeker ist Vorsitzender des Rassekaninchenzuchtvereins U 40 Husum und Umgebung sowie der Schatzmeister des Landesverbandes. Zurzeit hat er rund 40 Kaninchen zu Hause: in Spitzenzeiten sind es annähernd 100 Zuchttiere. Mittlerweile konnte er auch Tochter Michelle für sein Hobby begeistern: Die beiden bilden eine Zuchtgemeinschaft. „Kaninchen haben etwas Beruhigendes“, findet Ernst-Hermann Grund. Er ist selbstständig – gerade in stressigen Phasen tun ihm die Langohren gut.

Der Züchter begutachtet Zähne, Fell und Läufe. Für Letzteres legt er die Kaninchen auf den Rücken und streichelt ihnen den Bauch. „Dann schaue ich mir die Richtung der Läufe in aller Ruhe an, und die Tiere genießen das.“ Namen haben seine Kaninchen nicht, sie sind aber alle an den Ohren gekennzeichnet. Die eintätowierte Zahl setzt sich unter anderem aus Herkunftsland, Geburtsmonat und -jahr sowie der laufenden Nummer im Vereinszuchtbuch zusammen. Zu fressen bekommen Grunds Kaninchen speziell hergestelltes Kraftfutter, Blumen aus dem Garten – vornehmlich Dahlien – und natürlich Möhren.

Bei der Landesverbandsschau ist er mit neun Tieren vertreten. Urkunden, Pokale, Plaketten und Teller hat Ernst-Hermann Grund zuhauf gewonnen – ihm geht es vor allem um die Bewertungsurkunden. Dafür zuständig waren bis zur Eröffnung 20 ausgebildete Preisrichter aus Niedersachsen, Hamburg und Bremen. Sie warfen professionelle Blicke auf Gewicht, Körperform, Fell sowie Merkmale der jeweiligen Rasse und die Pflege.

„Wir freuen uns auf die Besucher. Sie können sich in Ruhe umschauen und gern mit uns ins Gespräch kommen“, sagt Ernst-Hermann Grund. Er freut sich schon jetzt auf den Januar im nächsten Jahr. Dann fährt er mit seiner Ehefrau und besonderen Zuchttieren zur Bundes-Rammlerschau in Ulm. „Das ist dann unser Urlaub.“

 

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