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Husumer Nachrichten

18. November 2017 | 07:42 Uhr

Behrendorf : Kampfgeist nicht nur auf der Matte

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Nachdem in Viöl die Judo-Sparte aufgegeben werden musste, haben Trainer Christian Kramer und seine Mitstreiter ihren eigenen Verein gegründet.

„So schnell lassen wir uns nicht unterkriegen“, sagt Christian „Conny“ Kramer (41), der seit 30 Jahren begeisterter Kampfsportler ist und dessen Judosparte im Viöler Sportverein mit mehr als 30 Mitgliedern nicht gerade klein war. Einige waren schon bei Wettkämpfen sehr erfolgreich.

Dennoch trennten sich die Sportler vor kurzem von ihrem Verein: „Die Trainingszeiten, die man uns in Viöl nur noch am frühen Nachmittag oder am Wochenende anbieten konnte, passten einfach nicht zu den Bedürfnissen unserer Judoka. Die meisten kommen erst spät aus der Schule oder sind berufstätig“, so der Trainer, der als Zusteller bei der Post auch sonnabends arbeiten muss. „Und Sonntag ist dann auch mal die Familie dran. Die steckt schon genug zurück, weil die Wochenenden sehr oft den Wettkämpfen gehören“, sagt er.

Kurzfristig fand Conny Kramer für seine Truppe in Jörl ein neues Zuhause. Doch auch diese Hoffnung zerplatzte kurz vor den Sommerferien unerwartet.
„Als wir nun schon zum zweiten Mal so plötzlich auf der Straße standen, reichte es uns“, erzählt er. Kurzerhand gründete Kramer zusammen mit sechs Mitstreitern jetzt den Behrendorfer Budoclub.

Das Angebot des neuen Vereins richtet sich an Kinder ab sechs Jahren, die in Behrendorf nicht nur eine technische Judo-Ausbildung bekommen, sondern auch turnen werden. „Das gehört zu den Grundlagen des Trainings“, erklärt Conny, der selbst „nur“ den grünen Gürtel (3. Kyu) trägt, weil er ursprünglich vom Ringen kommt.

Hinter ihm und seinen Mitstreitern liegt eine anstrengende Zeit, denn für die Planung und Umsetzung bis hin zur Vereinsgründung blieben ihnen nur die Sommerferien. Und tatsächlich konnte der Trainingsbetrieb in Behrendorf pünktlich zum Schulbeginn wieder aufgenommen werden.

„Besonderen Anteil daran hatte das Schleswiger Notariat von Richard Kröner, der uns kurzfristig einen Termin für den Eintrag ins Vereinsregister verschaffte. Unser Dank geht aber auch an die Eltern, Freunde und Helfer im Hintergrund“, sagt Conny Kramer. Volle Unterstützung bekommt er zudem von der Gemeinde Behrendorf, die im Dörpshus einen Trainingsraum zur Verfügung stellt, und von den Judo-Freunden rund um Michael Runow im TSB Flensburg, der mit Judomatten auf Leihbasis ausgeholfen hat. Für die Anschaffung eigener Judomatten sucht Conny Kramer nun Sponsoren und Unterstützer. „Unsere Kinder sind unsere Zukunft. Deshalb sollten wir gerade in sie sehr viel Zeit, Aufmerksamkeit und Respekt investieren“, beschreibt er seine Philosophie und schätzt diesen Sport auch aus anderen Gründen ganz besonders: „Judo stärkt die Abwehrkräfte, das Selbstbewusstsein, die Ausdauer und die Freundschaft.“

Das Training, zu dem alle Interessierten willkommen sind, findet montags im Dörpshus statt: ab 16 Uhr für die jüngeren Judoka bis zehn Jahre, die älteren trainieren ab 17.45 Uhr. Dann sind auch die Fortgeschrittenen und Wettkämpfer mit dabei, die sich zusätzlich am Donnerstag gegenseitig auf die Matte werfen. Wer sich für eine Mitgliedschaft im neuen Budoclub interessiert oder den Verein unterstützen möchte, meldet sich unter Telefon 04843/2050468 oder 0174/8105844 oder schreibt eine Mail an judo@behrendorfer-budoclub.de.

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