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Angeschwemmt an Husums Küste : Kampf gegen Treibsel und Plastikmüll

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Das Bauamt und der Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz kümmern sich um den Bereich vom Hafen bis nach Schobüll.

Westwind schwemmt Treibsel an – und nicht nur die natürlichen Bestandteile wie Holz, Gras und Muscheln, sondern auch das, was der Mensch unvernünftigerweise im Meer hinterlässt und was nicht oder nur sehr langsam abgebaut wird: Plastikmüll. Ein unschöner Anblick, für Einheimische wie Touristen. Und auf dem geteerten, wasserseitigen Weg zwischen Dockkoogspitze und Schleuse ein echtes Hindernis für Radfahrer und Spaziergänger. „Besonders am Wegende unmittelbar vor der Schleuse staut sich alles“, klagen Bürger – und rufen nach regelmäßigen Kontrollen.

Die gibt es aber: „Die Mitarbeiter des Kommunalen Service-Betriebs Husum (KSH) sehen in ihrem Bereich turnusmäßig in wechselnden Abständen nach dem Rechten“, so Klaus Lorenzen von der Tiefbauabteilung des Bauamtes. „Und wenn Plastikmüll da ist, fahren wir natürlich hin und entfernen ihn.“ Da aber nicht ständig jemand vor Ort sei, baue man auch auf die Hilfe der Bürger: „Wenn da was liegt, gleich bei uns Bescheid sagen“, bittet Lorenzen.

Anders sieht es mit dem natürlichen Treibsel aus. „Der gehört an einer Küste eben dazu“, sagt Lorenzen. Natürlich werde auch der regelmäßig entfernt. „Aber wenn der Westwind ständig so stark ist wie im Moment, macht das keinen Sinn, das liegt sofort wieder neu da.“ Zwei Mal im Jahr gebe es „Großreinemachen“, nicht nur am Dockkoog, sondern auch in Schobüll im Bereich des Stegs und des Camping-Platzes. „Normalerweise im Frühjahr und im Herbst.“ Je nach anfallender Menge und verfügbarem Personal sei dann der KSH oder eine beauftragte Fremdfirma im Einsatz. „Aber das geht nicht zu jeder beliebigen Zeit: Wenn zum Beispiel die Vögel brüten, darf nur im hinteren Teil geräumt werden.“

„Der KSH hat sein Areal da schon ganz gut im Blick“, ist sich Ordnungsamtsleiter Malte Hansen sicher. Und im übrigen, so ergänzt er, liege ein großer Teil des Dockkoog-Geländes gar nicht im Zuständigkeitsbereich der Husumer Verwaltung: „Nur die Spitze ist Eigentum der Stadt, für den Rest trägt der Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz Schleswig-Holstein (LKN) die Verantwortung.“

Der allerdings sieht seine Priorität im Sommer nicht im Treibselsammeln, sondern im Lahnungsbau. „Wir müssen zuallererst sicherstellen, dass die Landesschutzdeiche in Ordnung sind“, erläutert Florian Schröter, Baubetriebsleiter 2 des LKN mit Sitz auf Nordstrand, der für die Husumer Küstenlinie verantwortlich zeichnet. Dazu werde der Deich im Frühjahr vom Treibsel gereinigt, da sonst die Gefahr bestehe, dass dessen Grasnarbe beschädigt wird. „Im Sommer kommt das Wasser aber normalerweise nicht so hoch, dass Treibsel auf den Deich geschwemmt wird.“ Und natürlich sorge auch das LKN für regelmäßige Kontrollen: „Der Bauabschnittsleiter begutachtet das gesamte Areal mindestens einmal im Monat und schickt dann eine Kolonne zum Räumen los, falls es notwendig ist.“

Was den Plastikmüll im Verantwortungsbereich des LKN angeht, spricht Schröter von einer „Grauzone“: „Ich kann die Touristiker verstehen, dass sie das stört“, sagt er. Aber dessen regelmäßige Entfernung sei nun mal nicht die Hauptaufgabe des LKN – „obwohl wir den natürlich auch wegnehmen, wenn wir ihn sehen“. Vielleicht, so schlägt er vor, sollten sich Landesbetrieb und Bauamt mal zusammensetzen und überlegen, wie das Problem trotz der unterschiedlichen Zuständigkeitsbereiche gemeinsam angegangen werden kann. Was im Bauamt auf offene Ohren stößt: „Eine gute Idee“, findet Klaus Lorenzen. „Für so etwas bin ich immer zu haben.“

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erstellt am 27.Jun.2017 | 10:00 Uhr

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