Schotterwege in Nebel : Kampf gegen die „Nebeler Seenplatte“

Tanenwai Süddorf: Hier sind die Schäden besonders ausgeprägt.
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Tanenwai Süddorf: Hier sind die Schäden besonders ausgeprägt.

Aufgeweichte Wege in Nebel auf Amrum lassen sich schwer trocken legen - Neue Technik soll nun helfen.

shz.de von
03. Februar 2018, 16:00 Uhr

Die anhaltenden Niederschläge haben den Zustand der Schotterwege in der Gemeinde Nebel dramatisch verschlechtert. Nicht nur der Tanenwai in Süddorf- und Nebel Westerheide, sondern auch die Schotterwege innerhalb der Orte Nebel, Süddorf und Steenodde sind mit Löchern, großen Pfützen und Matsch übersät.

Wenn der Regen einmal nachlässt und die Wege etwas abtrocknen, sieht man, dass diese „Binnenseen“ bis zu 20 Zentimeter tief sein können. Für Autofahrer mag diese ungewollte Teststrecke nur ein unangenehmes Übel darstellen, für Fahrradfahrer sind die tiefen Löcher jedoch schon gefährlicher. Fußgänger können den ein oder anderen Weg nur noch mit Gummistiefel benutzen.

In den vergangenen Jahren war der Zustand der Schotterwege auch bei nicht so anhaltenden Niederschlägen immer wieder ein Problem. Wie in der jüngsten Sitzung des Bau- und Wege-Ausschusses der Gemeinde Nebel auf Nachfrage erklärt wurde, begleitet dieses Thema die Gemeindevertretung schon seit Jahren.

Anfänglich hat eine Straßenbaufirma regelmäßig die Löcher aufgefüllt, verdichtet und die Oberfläche wieder geglättet. Dieses Verfahren war sehr aufwendig und nach kurzer Zeit waren die Löcher wieder da. Auch ein vom Amt beauftragtes Ingenieurbüro fand keine praktikable Lösung. Mitglieder des Bau- und Wegeausschusses sind bis nach Süddeutschland gefahren, um sich Baumaschinen anzuschauen, die angeblich in der Lage sein sollen, die Wege wieder herzustellen und sie robuster gegen eine erneute Verschlechterung zu machen.

Das führte schließlich dazu, dass ein ansässiges Gartenbauunternehmen auf Amrum sich ein entsprechendes Wegpflegegerät anschaffte und mit der regelmäßigen Instandhaltung beauftragt wurde. Routinemäßig wird zwei Mal im Jahr das gesamte wassergebundene Wegesystem überarbeitet, bei Bedarf auch schwerpunktmäßig öfter. Dieses an einem Trecker angebrachte Gerät lockert als erstes den Boden, mischt ihn dann durch und verdichtet ihn anschließend wieder. Hierbei wird, wenn möglich, auch gleichzeitig eine gewisse Profilierung eingearbeitet, damit das Wasser zur Seite ablaufen kann.

Je nach Niederschlag und Verkehrsdichte hilft dieses leider oft nur für einige Wochen. Neben den häufigen Regenfällen trägt zusätzlich auch der zunehmende Verkehr von Anwohnern, Urlaubern und Baufahrzeugen hierzu bei. Hinzu kommt noch, dass das Wegepflegegerät nur bei einigermaßen trockenem Boden eingesetzt werden kann.

„Innerhalb der Gemeinde Nebel gibt es 25 Kilometer wassergebundene Schotterwege. Sie sind typisch für das Nebeler Ortsbild. Wir möchten und können all diese Wege nicht pflastern oder asphaltieren. Deshalb suchen wir weiter nach einer Lösung, welche die Situation nachhaltig verbessern kann“, so Bürgermeister Dell-Missier. Ein mittlerweile erneut erstelltes Gutachten eines anderen Ingenieurbüros hat neue Erkenntnisse gebracht. Um die Wirksamkeit der vorgeschlagenen Maßnahmen zu testen, ist es geplant, eine Teststrecke festzulegen, um zu sehen, wie sich diese Veränderungen bewähren werden.

Auch das mit der Pflege der Wege beauftragte Unternehmen arbeitet an einer Verbesserung des vorhandenen Gerätes. Ein neuer, zusätzlicher Fräser wird es möglich machen, den Boden tiefer aufzureißen. „ Es ist aber auch wichtig, die Bankette so zu gestalten, dass das Wasser besser ablaufen kann“, sagt der Gartenbauunternehmer Ole Andresen. Durch das regelmäßige Glätten ist die Bankette teilweise höher als der Weg – und das Wasser staut sich. Auch hierfür wird das vorhandene Gerät zurzeit verbessert.

Jetzt soll sich bald etwas tun: Sobald der anhaltende Regen für einige Tage nachlässt und die Wege etwas abtrocknen, wird damit begonnen, die Wege wieder in einem ordentlichen Zustand zu bringen.

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