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Bredstedt als Vorbild : Kältebrücken in der Schule entfernt

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Die Bredstedter Grundschule ist vom Kreis Nordfriesland exemplarisch als Vorbild gewählt worden: Neue Heizungsanlage und Fenster senken Energieverbrauch und Kosten. Gebäudemanager loben das Blockheizkraftwerk.

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erstellt am 19.Nov.2014 | 07:00 Uhr

Die Schüler der Bredstedter Grundschule murren nicht mehr, dass ihnen kalt ist. Auch die Lehrer sprechen nicht mehr davon, dass es zieht. Merkliche Veränderungen, die Schulleiterin Renate Harrsen aufgefallen sind. Denn die Grundschule wurde ernergetisch modernisiert. Unter anderem wurden alte Fenster ausgetauscht und die Heizungsanlage erneuert. „Es ist gefühlt angenehmer und gemütlicher geworden“, stellt die Schulleiterin fest. Freilich kommen werder Schüler oder Kollegen auf Renate Harrsen zu, um zu sagen, dass es besser geworden ist, aber die Zufriedenheit scheint gestiegen zu sein.

„Die Heizungsanlage der Grundschule ist vorbildlich in Bezug auf ihre Effizienz und Umweltverträglichkeit“, betont der Kreis-Klimaschutzmanager, Gunnar Thöle. Der Schulverband Mittleres Nordfriesland wurde von Gunnar Thöle exemplarisch als Schulort gewählt, der durch die Erneuerung der Heizungsanlage in der Grundschule vorbildlich in Bezug auf Effizienz und Umweltverträglichkeit ist. Der Klimaschutzmanager des Kreises hatte deshalb Hausmeister und Gebäudeverwalter aus ganz Nordfriesland nach Bredstedt eingeladen. Die Gruppe besichtigte die Anlage im Keller des Schulgebäudes. „Ziel ist es, sich gelungene Beispiele anzusehen, wie etwa der Energieverbrauch und damit die Kosten gesenkt werden können“, sagt Thöle.

Der Leitende Gebäudeverwalter des Amts Mittleres Nordfriesland, Christoph Brockmann, stellte die Anlage der Grundschule vor. Sie kombiniert Blockheizkraftwerk, Pelletkessel und Gasbrennwertkessel. Die neue Anlage leistet 450 Kilowatt. „Insgesamt müssen drei Gebäudeteile mit einer Fläche von gut 5800 Quadratmetern beheizt werden“, erklärt Brockmann. Das Schulgebäude selbst (3700 Quadratmeter), die Sporthalle mit Schwimmbecken (1338 Quadratmeter) sowie das angrenzende Jugendzentrum (800 Quadratmeter).

Der Energiebedarf für den Gebäudekomplex konnte im Zuge der Modernisierung seit dem Jahr 2010 um mehr als die Hälfte gesenkt werden. Beispielsweise durch eine verbesserte Dämmung der Dächer, einem Austausch der meisten Fenster und auch einem hydraulischen Abgleich der Heizungsregelung auf den technisch neusten Stand: „Bereits damit konnten wir die Energiekosten von knapp 74 000 Euro auf dann rund 51 000 Euro senken“,rechnet Brpckmann vor. Im Jahr 2012 wurde schließlich die Heiztechnik verbessert, sodass die Verbrauchskosten weiter gesunken sind – auf jetzt jährlich gut 32 000 Euro. Begünstigt wurde diese Entwicklung auch durch vorübergehend fallende Preise am Energiemarkt. Brockmann betrachtet zudem den Energiebedarf und -verbrauch als Gradmesser für eine Verbesserung: „Die Energiepreise lassen sich nicht auf Jahre vorausberechnen. Den Wärmebedarf dagegen kann ich aber sehr genau planen.“

Insgesamt stecken Investitionen in Höhe von 565 000 Euro in Gebäude und Heiztechnik – inklusive Fördergeldern etwa vom Bund. Während die alte Anlage jährlich rund 1,1 Millionen Kilowattstunden (kW/h) verbrauchte, liege man jetzt bei einem Verbrauch in Höhe von 725 000 kW/h im Jahr. „Das Blockheizkraftwark, das nicht nur Wärmeenergie sondern auch Strom produziert, amortisiert sich innerhalb von sechs bis zehn Jahren“, erläutert Brockmann. „Insbesondere weil es nahezu permanent unter voller Belastung läuft, um etwa die Schwimmhalle zu betreiben. Dadurch ist der Kosten/Nutzen-Effekt besonders groß.“ Aus der Sicht des Klimaschutz-Managers Gunnar Thöle ist vieles richtig gemacht worden. „Erst die Gebäudeaußenhülle verbessern und dann die Heiztechnik angehen.“ Laut Thöles Einschätzung dürften die CO2-Emissionen der Anlage um mindestens 80 Prozent gesunken sein. „Da der Bestand der Heizungsanlagen in vielen nordfriesischen Gebäuden dringend erneuerungsbedürftig ist, können manche Kommune, Firma oder etwa Vereine gewiss von den Erfahrungen aus Bredstedt profitieren.“ Thöle verweist auf die Ziele des Kreises. „Nordfriesland will bis 2020 Deutschlands klimafreundlichster Kreis werden.“

Als Gebäudeverwalter und zugleich Energieberater referierte Brockmann gestern im Amt sogleich vor anderen Hausmeistern von Bredstedter Institutionen, um sie für das Thema zu sensibilisieren. Auch um etwaiige Kältebrücken in den jeweiligen betroffenen Gebäuden ausfindig zu machen und zu bekämpfen.


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