Junger Bohmstedter entdeckt den Glauben für sich

Luca Görtzen vor der  St. Marien- und St. Johannis Kirche in Drelsdorf.
Luca Görtzen vor der St. Marien- und St. Johannis Kirche in Drelsdorf.

Die Eltern von Luca Görtzen haben ihm die Entscheidung überlassen, sich konfirmieren und taufen zu lassen – und im nächsten Jahr ist es für ihn dann soweit

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26. März 2014, 13:35 Uhr

Einmal in der Woche fährt Luca Görtzen zum Konfirmanden-Unterricht ins benachbarte Drelsdorf. Dort steht die St. Marien- und St. Johannis Kirche aus dem 12. Jahrhundert, in der er nächstes Jahr konfirmiert wird. Selbstverständlich ist das nicht, denn der 14-Jährige ist nicht getauft. Seine Eltern wollten es ihm selbst überlassen, ob er sich zur christlichen Religion bekennen möchte oder nicht.

Luca machte sich Gedanken darüber, nahm am Religionsunterricht in der Schule teil und wurde neugierig aufs Christentum. Vergangenes Jahr stand die Anmeldung seines Jahrgangs zum Konfirmanden-Unterricht an, und er musste sich entscheiden. Für die Teilnahme standen ein paar Gründe ganz oben an: Das Wiedersehen mit Freunden aus Grundschulzeiten, die er inzwischen aus den Augen verloren hatte, und die Neugierde auf den Unterricht. „Ich konnte ja nicht von vorne herein sagen, dass ich keine Lust darauf habe, denn ich wusste ja nicht, was mich erwartet“, erklärt er. Geld, das in der Regel nett verpackt von Eltern, Verwandten und Bekannten zur Feier überreicht wird, nennt er nicht als Motiv. Obwohl: „Das ist natürlich kein abschreckender Aspekt“, schmunzelt er, „aber ich gehe doch nicht deshalb zwei Jahre lang zum Unterricht. Geld kann ich mir auch anders verdienen.“

Die wöchentlichen Treffs mit den anderen Konfirmanden gehören inzwischen zu seinen festen Terminen, den Unterricht mit Pastorin Maren Schröder findet er gut. „Sie bringt es so interessant rüber, das man es verstehen kann.“ Der Besuch von 20 Gottesdiensten gehört mit zu seiner Aufgabe, die er absolvieren muss. Für ihn keine Hürde, fünf Mal war er schon da, wobei es mit dem Singen nicht so hinhaut. Immer, wenn in der Kirche ein gemeinsames Lied angestimmt wird, hört er zu und bewegt nur dann die Lippen, wenn die Pastorin guckt, gesteht er lachend.

Wann er sich taufen lässt, weiß er noch nicht genau. Die Konfirmation ist eine Bestätigung der Taufe, für ihn stünde sie ganz am Ende des Unterrichts an. Vielleicht klappt es ja schon vorher, wenn seine einjährige Cousine Weda getauft wird. Ist die Konfirmation erfolgt, kann Luca in allen evangelischen Gemeinden am Abendmahl teilnehmen, Pate werden, als Erwachsener an kirchlichen Wahlen teilnehmen oder in kirchliche Ehrenämter gewählt werden. Für ihn spielt das allerdings derzeit keine Rolle, und bis es soweit sein sollte, lernt er auf jeden Fall noch einiges über Gott und die Welt.

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